
unter Entbehrung Vieler Hülfsmittel angestellten und
deshalb wohl nicht völlig genauen Analyse besteht es
in einem Medizinal-Pfunde aus:
kohlensaurem Gase ungefähr 1 Cubikzoll
Sehwefelwasserstoffgas etwas über 2 Cubikzoll
kohlensaurer Kalkerde
Talkerde
schwefelsaurer Kalkerde
Talkerde
schwefelsaurem Natrum
salzsaurer Talkerde
Harzstoff
1,16 Grau
4,00 -
9,52 -
0,84 -
0,58 -
0,60 -
0,10 -
16,80 Gran.
Die bedeutendste Asphaltquelle liegt nordöstlich
von Sergiewsk in der Nähe der Quellen des Baitugan,
eines kleinen linken Nebenflusses des Sok l ). Der
Asphalt quillt hier mit dem Wasser an der Seite eineä
mit Birken stark bewachsenen Berges hervor, und
sammelt sich auf der Oberfläche des Wassers einer
kesselartigen Vertiefung, die man um die Quelle g e macht
hat, so oft man es wegschöpft, iu wenigen Tagen
wieder an. Er ist sehr dickflüssig und theerar-
t ig , doch findet sich mit ihm noch eine sehr flüchtige
reine Naphtha, die man auf dem Wasser, wiewohl in
geringer Menge, schwimmen sieht, wenn man den
Asphalt weggeschöpft hat.
Die erwähnten Salzquellen sind auf der Ostseite
der Wolga häufig, aber nur schwach, dagegen findet
sich auf der Westseite derselben, an der Ussolka, einem
kleinen Bache, der sich Stauropol schräg gegenüber
in die Wolga ergiesst, eine Quelle, die doch so
weiter Östlich ber dem Dorfe Ischkulkino liegenden Schwefelquelle
gesammelt und auf Schwefel benutzt, doch hatte man diess schon zu
P a l l a s Zeiten aufgegeben,
*) P a l l a s n. a. O. Th, I S. 99.
stark ist, dass sie längere Zeit in dem Dorfe Ussolie
versotten wurde '.)
Das herrschende Gestein in dieser Gegend ist
Kalkstein, Gyps und Mergel. Daraus bestehen nach
Erdmann die Hügel in der Nähe der Schwefelquellen
von Sergiewsk, nach P a l l a s die Höhen, welche
sich bei Ischkulkino am Surgut und weiter oberhalb
am Sok entlang ziehen, wo sie an der Flussseite schöne
zerrissene Felswände zeigen, und daraus nach H e r mann
a) auch der Hügel, auf welchem Alexejewsk
gebaut ist, wiewohl wir an der Stelle der Schwefelquelle
kein anstehendes Gestein bemerken konnten.
Weiter ostwärts, von dem Flüsschen Baitugan an, stellt
sich aber nach P a l l a s schon der Kupfersandstein ein,
der sich von hier bis zum Ural hinzieht, und in welchem
sich schon am Baitugan Erzspuren geze igt haben. Der
Kalkstein enthält aber an mehreren Orten gediegenen
Schwefel eingemengt, und diesem eingemengten Schwefel
haben auch höchst wahrscheinlich die hier vorkommenden
Schwefelquellen ihre Entstehung zu verdanken.
In der grössfen Menge findet er sich auf dem
rechten Ufer der Wolga in einem Berge, der sich an
der Wolotschka, einem Nebenarm der Wolga, der
Mündung des Sok fast gegenüber, sehr steil bis zu
einer Höhe von ungefähr 100 Faden erhebt, und besonders
mit dem Namen Schwefelberg (Sernaja Gora)
bezeichnet wird 3) . Er besteht aus einem gelblich-
weissen dichten Kalkstein, in welchem der gediegene
Schwefel nesterweise mit blättrigem Gypse vorkommt.
Ersterer ist meistentheils ganz rein, halbdurchsichtig,
derb oder krystallisirt, uud findet sich theils in ganz
kleinen Partinen eingesprengt, theils in grösseren Massen
bis zu einem Gewichte von mehreren Pfunden,
und auf diese Weise besonders auf der Spitze des
») P a l l a s a. a. O. S. 178.
9) Min. Beschr. des Uralischen Erzgebirges Th. I S. 35.
’) Vergl. P a l l a s Reis« Th. I S. 190.