
sehr unzugänglich ist; auch hat man die erwähnten
Mineralien grösstentheils nur an der Ost- und Nordseite,
an dieser aber bis zu einer ziemlich grossen
Entfernuug von derselben gefunden.
Die Besichtigung der nördlich gelegenen Gegend
war zu unsrer heutigen, die der östlich gelegenen Gegend
zu unsrer morgenden Exkursion bestimmt; wir
machten die erstere in derselben Begleitung wie unsere
gestrige, doch hatten wir noch die Freude den Herrn
Acht e , Ober-Director der Werke von Slatoustin unserer
Mitte zu sehen, der schon gestern nach Miask gekommen
war, um Herrn von Humbo ldt zu begrüssen.
Wir bedienten uns zu dieser Exkursion der schon bei
ähnlichen Gelegenheiten beschriebenen Sibirischen
Wagen, da man mit ihnen zu den meisten Stellen, die
wir am heutigen Tage besuchen wollten, gelangen
konnte. Unser eigentlicher Führer war Herr Bar bot
d e Marni, ein junger Mann, unter dessen specielle
Aufsicht die verschiedenen im llmengebirge gemachten
Schürfe gestellt sind, und dessen Eifer und Thä-
tigkeit man die Entdeckung mehrerer bisher noch unbekannten
Mineralien oder Localitäten verdankt.
Das llmengebirge erhebt sich gleich hinter Miask,
und auf seinem westlichen Abhange ist noch ein grösser
Theil des Ortes selbst gebaut. Gleich hinter den
letzten Häusern fängt auch die Tannenwaldung an.
Pinus picea ist darin die am häufigsten vorkommende
Species, aber ausserdem finden sich auch nicht selten
Lerchen ( Pinus Larix), die hier, besonders wo
der Boden eine sumpfige Beschaffenheit’hat, ausserordentlich
hoch nnd dickstämmig sind. Wir fanden
viele Stämme, die man mit den Armen nicht umspannen
konnte. Bei dieser starken Bedeckung mit Wald
nnd Dammerde sahen wir an*teheudes Gestein, wie
in Mursinsk, hauptsächlich nur da, wo man zur Gewinnung
von Mineralien kleine oder grössere Schürfe
gemacht hatte, und konnten daher hier ebenfalls
nicht über die Verbreitung und die Gränze der das
Gebirge constituirenden Gebirgsarten recht genügende
Beobachtungen machen, ja wir konnten selbst über
die Art des Vorkommens der Mineralien oft keine bestimmte
Meinung fassen.
Das erste Gestein, welches wir jenseits desMias
bemerkten, war ein feinkörniger granitartiger Gneiss,
der aus weissem Feldspath, graulichweissem Quarz
und schwarzem, in dünnen Blättchen tombakbraunen
Glimmer besteht; der Feldspath ist an Menge gegen
den Quarz sehr vorwaltend und der Glimmer bildet
zwischen diesen keine zusammenhängende Lagen oder
Streifen, sondern nur einzelne Zusammenhäufungen
kleiner Blättchen, die unter einander parallel sind.
Parallel diesen Richtungen erscheint das Gestein auch
unvollkommen geschichtet, die Schichten haben ein
gleiches Streichen wie das Gebirge selbst und fallen
unter steilen Winkeln nach Osten.
Bald aber kamen wir etwas weiter östlich an ein
anderes durch die Beschaffenheit seiner Gemengtheile
sehr merkwürdiges Gestein. Es besteht nämlich aus
einaxigem Glimmer und einem Eläolith, der eine
grosse Aehnlichkeit mit Quarz hat, welcher selbst aber
in dem Gemenge gar nicht erscheint. Der Feldspath
ist weiss, der Glimmer schwarz, in dünnen Blättchen
lauchgrün, der Eläolith graulich- bis gelblich-weiss.
Das Gemenge ist grobkörnig, die Gemengtheile haben
gewöhnlich mehrere Linien Durchmesser; der Feldspath
ist dabei gegen den Eläolith vorherrschend, und
der Glimmer an den verschiedenen Stellen in grösserer
oder geringerer Menge vorhanden. In dem letzteren
Fall sind die Blättchen desselben ganz unregelmässig
zwischen den übrigen Gemengtheilen verbreitet, im
erstem Fall aber bilden sie, ohne vollkommen an einander
zu chliessen, zwischen denselben dünne, ungefähr
parallele Lagen, die ein Streichen und Fallen wahrnehmen
lassen, welches mit dem des eben verlassenen Gneis