
Wenn wir so im Allgemeinen auch nur wenig von
den Lageruugsverhältnissen beobachteten, so konnten
wir doch aus dem, was wir sahen, verbunden mit der
Uebereinstimmuug der Gebirgsarten abnehmen, dass
das Gold hier unter den nämlichen Verhältnissen Vorkommen
müsse, wie in Beresowsk.
8. Das Seifenwerk Z a r ew o -A l e x a n d r ow s -
le o i liegt nicht weit von der Grube Perwo-Pawlows-
koi an der Südwestseite eines kleinen Sees, durch
welchen die Taschkutarganka lliesst, und mitten in einem
Moraste, den man durch Abzugsgräben entwässert
hat. Der Abbau hat hier gar keine Längener-t
Streckung wie bei den übrigen Seifenwerken, sondern
findet auf der ganzen Ebene statt. Das Seifengebirge
liegt auf grauem Thonschiefer, der ein Streichen
St. 4,4 hat, und auf grauem, etwas körnigem Kalkstein,
der wahrscheinlich ein Lager in jenem bildet *). In
dem Thonschiefer hat man beim Abbau des Seifengebirges
einen Quarzgang bemerkt, der Gold, aber nur
in geringer Menge enthielt, und daher nicht weit verfolgt
ist. Das Seifengebirge ist 2 bis 10 Fuss mächtig
und wird von einer eben so starken Lage armen
Seifengebirges und Dammerde bedeckt. Die Gemeng- !
theile sind die gewöhnlichen, enthalten aber nicht se i- j
ten noch Stücke von Listwänit, was wegen des nahe
anstehenden Gesteins dieser Art interessant ist. Auch
finden sich hier Stücke Augitporphyr, die ein äusserst
frisches Ansehen haben und in einer graulichgrünen,
harten Grundmasse glänzende, schwärzlichgrüne, ;
wenngleich meistens nur kleine Augit- und lange,
schmale grünlichweisse Labradorkrystalle enthalten.
Was aber dieses Seifenwerk ganz besonders auszeichnet,
sind die grossen Goldklumpen, die man hier g e -
VVeissen körnigen Kalkstein hatten wir anstehend auch auf dem
Wege von der Goldgrube Perwo-Pawlpwskoi nach diesem Seifenwerke
gefunden.
funden hat, wie auch die Grobkörnigkeit des Goldes
im Allgemeinen. Innerhalb der Jahre 1824 bis 1826
wurden 10 grosse Goldstücke gefunden, die zusammen
ein Gewicht von 2 Pud 34 Pfd. 38 Sol. hatten,
und unter diesen eins von 24 Pfund 69 Sol. l). In
keinem ändern Seifenwerk sind Stücke von einer nur
nahe kommenden Grösse vorgekommen. Mit dem Golde
findet sich in diesem Seifenwerke in geringer Menge
auch Platin und Osmium-Iridium und letzteres kommt
zuweilen mit dem Golde verbunden vor, wie in einigen
Körnchen der Fall ist, die uns Herr P o r o s s o f f
mitzutheilen die Güte hatte 2). Körnchen von Zinnober
haben sich nach Herrn P o r o s s o f f hier auch g e funden.
Das Seifenwerk Zarewo-Alexandrowskoi wird seit
dem Juli 1824 bearbeitet und hat geliefert:
in den
Jahren an Goldertrag
bei einem durchschnittlichen
Gehalt
in 100 Pud Sand von
1824 7 Pud 5 Pfd. 69 Sol. 48 Dol. 6 Sol. 84 Dol.
1825 23 - 1 - 32 - 84 - 5 - 64 -
1826 14 - 1 - 89 - 39 - 2 - 46 -
1827 3 - 12 - 21 - 33 - 1 - 43 -
1828 1 - 20 - 52 - 54 - l - 92 -
1829
— - 28 - 76 - — - l -- 17 -
bis Ju li
imGanzen[49 - 30 - 53 - 6 6 - | - 32 -
* ) Dies Stück wird in der Mineraliensammlung des Kaiserlichen
Bergkorps in St. Pe te rsb u rg aufbewahrt und ist dasselbe, dessen
schon oben Th. I S. 41 erwähnt würde.
a) W ir hielten diese Körnchen e rs t für mechanische Verbindungen
von Gold und P la tin , wie man auch in Miask derselben Meinung
w a r; aber bei einigen Versuchen, die ich nachher in Berlin anstellte,
zeigte sich, dass es Verbindungen von Gold und Osmium - Iridium
seien, d a , wenn man sie mit Königswasser digerirt, n u r das Gold
sich auflöst, und das Osmium-Iridium zurückbleibt. Dergleichen Körner
scheinen doch auch noch öfter und in ändern Seifenwerken des
Oral vorzukommen, denn wir erhielten auf u n sre r Rückreise ein