
ersten stumpfern Rhomboeder dar. Die Flächen der erstem
beiden Formen herrschen vor, bald aber mehr die
Rhomboederfläche, bald mehr die gerade Endfläche, in
welchem Falle die Krystalle ein tafelförmiges Ansehn
erhalten; die Flächendes ersten spitzem und des ersten
stumpfern Rhomboeders, sind gewönlich nur untergeordnet
vorhanden, besonders die Flächen des letzteren,
die immer nur als schmale Abstumpfungsflächen der Kanten
des erstem mit der geraden Endfläche erscheinen.
Die Grösse der Krystalle ist sehr verschieden
nnd steigt von einigen Linien bis zu einigen Zollen.
Wir erhielten selbst einen Krystall, der 3§ Zoll breit
und 2 Zoll hoch ist. Die Flächen der grössern Krystalle
sind stets mehr oder weniger gekrümmt, und
die Kanten abgerundet; die der kleineren Krystalle
sind ebener, doch nie in dem Grade, dass sie sich zu
sehr genauen Messungen eigneten. Der Bruch ist
muschlig bis uneben, Spaltungsflächen sind nicht zu
erkennen, doch finden sich öfters parallel den Rhomboederflächen
glatte Zusammensetzungsflächen. Die
derben Massen sind gewöhnlich nur unregelmässig begrenzte
Individuen und finden sich wie die Krystalle
von sehr verschiedener Grösse, doch sind die grösseren
Massen oft klüftig und auf den Klüften zuweilen
mit einem dünnen braunen erdigen Ueberzuge bedeckt.
Bräunlichschwarz und metallischglänzend, besonders
im Bruche und auf der geraden Endfläche, die
übrigen Flächen haben nur unvollkommenen Metallglanz;
der Strich schwarz; die Härte etwas unter der des
Feldspaths; das specifische Gewicht mehrerer kleiner
Bruchstücke fand ich 4,808 (Temp. des Wassers 12°R.)
Wenig magnetisch; Verhalten vor dem Löthrohre wie
bei dem Titaneisenerze überhaupt.
In Rücksicht der chemischen Zusammensetzung
ist nach Mosander der Ilmenit wie die übrigen Titaneisenerze
als eine Verbindung von titansaurem Eisenoxydul
mit Eisenoxyd in unbestimmten Verhältnissen
zu betrachten und es unterscheidet sich von den übrigen
Titaneisenerzen, die er untersucht hat, wie dein
von Ar e n dal und E g e rs und, dadurch, dass er w e niger
Eisenoxyd enthält, und also ein reineres titansaures
Eisenoxydul ist, als diese. Nach seiner Analyse
besteht er nämlich a u s :
Eisenoxydul 35,37
> Manganoxydul 2,39
Talkerde 0,60
Kalkerde 0,25
Titansäure 46,67
Eisenoxyd 11,71
Chromoxydul 0,38
Kieselsäure 2,80
100,17 *).
Der Ilmenit findet sich gewöhnlich in Feldspath
und Eläolith, doch auch in Glimmer eingewachsen.
Blättchen von letzterem und Körner von Apatit finden
sich öfter im Innern der Ilmenitkrystalle, oder kommen
mit ihnen verwachsen vor. — Der Ilmenit wurde
von Men g e , der ihn entdeckt hat, fürTantalitgehalten,
und als solcher versendet; ältere Beschreibungen
der Krystalle von mir und von L e v y befinden
l ) Vergl. P o g g e n d o r f f s Annalen B. XIX S. 217.^ M o s a n d
e r erk lä rt die 'gleiche Krystallform den Titaneisenerzes an d des
Eisenglanzes aus dem Umstande, dass die beiden B e s ta n d te ile , die
nach seinen Analysen in dem Titaneisenerze enthalten sind, das titansaure
Eisenoxydul und das Eisenoxyd gleiche Atome Sauerstoff
und Badikal en th a lten , indem das e rs te re mit F e Ti, das letztere
mit Fe bezeichnet wird. So scharfsinnig aber diese E rk lä ru n g auch
ist, so ist sie doch wenig wahrscheinlich, da es gegen alle Analogie
ist, eine Verbindung zweiter Ordnung wie das titan sau re Eisenoxydul
mit einer Verbindung e rs te r Ordnung wie das Eisenoxyd fü r
isomorph zu e rklären. Ein e viel einfachere E rk lä ru n g dieses bis
jetzt rä ts e lh a f te n Isomorphismus scheint aus den Untersuchungen
hervorzugehen, mit denen mein Bruder je tz t beschäftigt ist und die
er wohl nächstens bekannt zu machen im Stande sein wird.