
In der Nähe des Aeschynitschurfes hatte mein
Begleiter, Herr B a r bot de Marni im vorigen Jahre
auch Korund gefunden. Ich besuchte diese Stelle
nicht.; nach den Stücken aber, die wir in Miask erhielten,
findet sich dieser Korund in bauchigen, sechsseitigen
Prismen, die die Grösse eines Zolles und darüber
haben, grünlichgrau und braun und nur schwach
durchscheinend sind, und in einem Gesteine liegen, das
mit dem des Aeschynits eine grosse Aehnlichkeit hat.
Er ist bei weitem nicht von der Schönheit wie der,
welchen Ka rpo f f später, im Jahre 1830, an einer ändern
Stelle des llinengebirges, 7 Werste von dem
Dorfe Selankina und einige 20 Werste nördlich von
Miask entdeckt hat. Die Krystalle dieses Fundortes
erreichen wohl eine Grösse von 2 bis 3 Zollen, sind
auch grösstentheils grünlich- und blaulichgrau, stellenweise
aber fast rein saphirblau und so durchscheinend,
dass sie sich, fast zur Verarbeitung als Schmuckstein
eignen, wie denn auch Versuche damit gemacht sein
sollen. Ihre Form ist ebenfalls das bauchige Prisma,
an welchem aber nicht selten, besonders bei den kleineren
Krystallen die Flächen des gleichkantigen Skalenoeders
als Abstumpfungsflächen der Kanten zwischen
der Endfläche und den Flächen des Prisma, und
die Flächen des Hauptrhomboeders als Abstumpfungen
der abwechselnden Kanten des Skalenoeders zu sehen
sind. Die Krystalle liegen nach den Stücken, die
ich später gesehen oder von Herrn J e v r e i n o f f erhalten
habe, in einem Gestein, das aus weissem Feld-
gpath mit wenigem gelhlichweisseu zweiaxigen Glimmer,
der auch in sechsseitigen Prismen vorkommt, besteht.
Nach den Mittheilungen von L i s s e n k o im
Gornoi-Journal l) hatte, man bei dem Dorfe Selankina
2 Stellen aufgefunden, wo der Korund besonders angehäuft
war, doch soll er jetzt an diesen ganz er*)
Jahrgang 1834, B. I S. 162,
schöpft sein, da man im Jahre 1832 den sämmtlichen
Korund, den man finden konnte, wegbrechen Jiess, um
ihn als Smirgel in der Degenfabrik von Slatoust zu
gebrauchen.
Nach der Besichtigung des Aeschynitbruches ritten
wir nach den Stellen, wc man den Topa s g e funden
hat. Mari zählt jetzt deren vier, alle in nicht
grösser Entfernung von einander auf der Südostseite
des Iliüensees zwischen diesem und dem S ee Arga-
gasch;’ die aber alle schon seit längerer Zeit entdeckt
sind die eine wurde schoti aufgefunden zur Zeit als
die Miasker Hütten noch Privateigenthum waren, also
Schon in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts
und zwar von dem Kosaken P r u t o f f aus der nahe
gelegenen Festung Tschebarkulsk, die ändern nach und
nach von den Hüttenarbeitern Ko t s c h ewo i , Go l i g u s -
sow und Tr u b e j e f f Nach den Entdeckern haben
dann diese Stellen und die darauf angelegten Brüche
den Namen Prutowskoi, Kotschewskoi, Goligussowskoi
und Triibejewskoi erhalten. Das Vorkommen des Topases
ist auf allen diesen Stellen dasselbe. Er findet
sich auf 1 bis 2 Lachter mächtigen Granitgängen, die
meistens ein gleiches Streichen St. 4,4 von SW . nach
NO. und ein fast seigeres Einfallen haben, nur der
Trubejewsche Gang weicht etwas davon ab, indem
sein Streichen St. 5,4 also noch mehr ostwestlich ist.
Das Gestein, worin diese Gänge aufsetzen, ist
die eläolithfreie Varietät des Miascits. Der Feldspath
ist darin kleinkörnig und theils schneeweiss, theils
lichte röthlichgrau, der Glimmer schwarz und ebenfalls
kleinkörnig. Auch Zirkon von brauner Farbe
kommt darin mehr oder weniger häufig vor,' jedoch
nur in äusserst kleinen Krystallen und Körnern. Er
sowohl als der Glimmer finden sich aber nur in g e wissen
Lagen, während diese» Mineralien in ändern
Lagen, die dann nur aus Feldspath bestehen, gar
nicht Vorkommen. Beiderlei Lagen sind nur ein bis