
Quarz, und rothem durchsichtigen bis durchscheinenden
Granat; aber das Gemenge ist noch keinesweges
feinkörnig, wie in dem sächsischen Weissstein; der
Feldspath und Albit ist im Gegeritheil ziemlich grobkörnig,
der Quarz zwar feiner körnig, liegt aber nicht
in einzelnen Körnern, sondern in körnigen Parthien
zwischen dem Feldspath und Albit; der Granat findet
sich in kleinen Körnern und körnigen Parthien; die
Krystalle erscheinen als sehr glattflächige Leucito'eder.
ln welchem Verhällniss Albit und Feldspath in dem
Gemenge enthalten sind, kann man bei der gleichen
Farbe beider gar nicht übersehen. Glimmer ist nicht
darin enthalten; auf den Klüften findet sich öfter ein
Ueberzug von weissem Amianth.
Hier und da kommen in diesem Gesteine auch
zolllange Krystalle vou gelblichgrünem durchsichtigen
B e r y l l vor. Was wir davon sammelten oder Gelegenheit
hatten zu sehen, ist nicht ausgezeichnet, doch
soll sich nach L i s s e n k o der Beryll noch an mehreren
ändern Stellen des Ilmengebirges und zuweilen
recht schön finden, wie namentlich am grossen Je-
lantschik, wo die Krystalle von einer schönen Farbe,
ganz der des Smaragdes ähnlich, vorgekömmen sind.
Jenseits dieses Gesteins stiesSen wir nun an eine
grosse Masse von körnigem Kalkstein, dessen Vorkommen
hier fast auf der Spitze des Ilmengebirges
recht merkwürdig ist. Er ist grobkörnig, die einzelnen
Zusammensetzungsstücke sind sehr vollkommen
spaltbar, aber die Spaltungsstücke immer etwas g e krümmt
l). Das Gestein ist sehr klüftig und enthält
mehrere Mineralien eingewachsen, unter denen besonders
des Apatits zu erwähnen ist. Letzterer ist ganz
' ) Nach einer in dem Laboratorium meines Bruders angeslellleii
Analyse enthält e r n u r 95,23 pCt. reine kohlensaure Kalkerde, das
Üebrige besteht in kohlensaurem Ersen- und Manganoxydul und in
Thonerde. ■ • " ■
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von derselben Farbe und den übrigen Eigenschaften
wie der, welcher sich in dem Miascite findet; seine
Krystalle sind wie diese grünlichgelb und durchsichtig
und enthalten: ebenfalls nur eine Spur von Chlor,
aber sie sind grösser und regelmässiger krystallisirt,
wenngleich auch hier die Kanten stets abgerundet
sind- Wir erhielten selbst Krystalle, die eine Länge
von 3 Zollen haben; es sind sechsseitige Prismen, die
an den Enden mit den Flächen des mittleren Ilexa-
gondodecaeders zugespitzt sind.
Ausserdem kommen noch in diesem Kalkstein eingewachsen
vor: sechsseitige Tafeln schwarzen, in
dünnen Blättchen lauchgrünen Glimmers, die 8 bis
4 Linien gross, doch auch viel kleiner sind, und hier
und da auch kleine, aber sehr regelmässige Krystalle
von Magneteisenerz. Es wäre allerdings sehr interessant
gewesen, die näheren Lagerungsverhältnisse
dieses Kalksteins auszumitteln ;. die, Gränz,e mit dem
eben beschriebenen Weissstein war aber an der Stelle,
wo wir ihn sahen, ganz verdeckt, und andere Punkte
aufzusuchen erlaubte unsre Zeit nicht. Wir beschlossen
hier unsere • Exkursion und kehrten auf demselben
Wege, auf dem wir gekommen, zu unseren Wagen
und auf denselben wieder nach Miask zurück.
Den 6. Sept. Die Exkursion nach dem östlich
vom Hmensee gelegenen Schürfen machte ich allein
mit den Herren L i s s e n k o und Ba rbo t de Marn i ,
da Herr v. Humboldt den Tag zur Beobachtung der
Inklination der Magnetnadel und Prof. Eh r e n b e r g
zum Ordnen seiner gesammelten Pflanzen benutzen
wollte. Auch machten wir diese Exkursion zu Pferde,
da wir die Absicht hatten, diessmal unsern Weg an
der Südseite des Ilmensees entlang zu nehmen, wo
ein irgend prakticabler Fahrweg gar nicht existirte,
und die vielen Sümpfe, die >sich hier befanden auf
diese Weise am besten zu passiren waren. Der
Weg wäre in der That selbst zu Pferde nur mit der