
Ceroxyd 26,00
Lanthanoxyd 23,40
Thorerde 17,95
Zinnoxyd 2,10
Manganoxydul 1,86
Kalkerde 1,68
Tita. nsäure 1v ¡aS puren
Phosphorsäure 28,50
101,49.
Die Zusammensetzung ist durch den grossen Gehalt
an Thorerde und Lanthanoxyd sehr merkwürdig.
Eine Formel lässt sich dafür noch nicht aufstellen, da
wir noch nicht das Sättigungsvermögen des Lanthanoxyds
und des davon befreiten Ceroxyds kennen.
Nach B e r z e l i u s Vermuthung möchte der Monazit
ein Phosphat R 3 P sein.
Der Monazit findet sich in einem grosskörnigen
Gemenge von ockergelbem Feldspath, gelblichweissem
Albit, der stärker durchscheinend und mehr pedmut-
terartig glänzend ist als der Feldspath und von lichte
gelblichbraunen zweiaxigen Glimmer, in welchem Gemenge
aber die Masse des Feldspaths vorherrscht;
in diesem ist auch gewöhnlich der Monazit eingewachsen.
Ausserdem finden sich auch in diesem Gemenge
noch kleine, eine halbe bis 2 Linien lange braune
und starkglänzende Zirkonkrystalle in der Hyazinth-
krystallisation *).
Der Monazit wurde auch von Me n g e entdeckt,
aber nur für eine Varietät des Zirkons gehalten.
*) E» ist interessant, dass der Monazit, der bisher noch von keinem
ändern Fundorte bekannt w a r, in der neuern Zeit sich nun
auch an einem ändern Orte, nämlich zu Norwich in Connecticut gefunden
hat, da es sehr wahrscheinlich ist, dass der hier vorkommende
Edwardsit, den S h e p h a r d entdeckt und beschrieben hat, nichts anderes
als Monazit ist; e r findet sich hier in Gneiss eingewachsen.
(\e rg l. P o g g e n d o r f t s Aru, B. XLIX S. 223*)
Herr Me n g e theilte mir mehrere einzelne Krystalle
schon vor unserer Reise bei seinem Aufenthalte in
Berlin im Anfänge des Jahres 1829 mit; ich hatte dieselben
auch schon damals gemessen, die Messung aber
in Hoffnung besserer Krystalle nicht bekannt gemacht,
ln Miask kannte man indessen den Monazit noch nicht,
auch habe ich ihn dort nicht gesehen, ungeachtet ich
sehr aufmerksam auf ihn war, und mich eifrigst darnach
erkundigt habe; ich fand ihn aber bei unserer
Rückkehr in Petersburg ia einer Sammlung Urali-
scher Mineralien des Herrn v .S o b o l ews k o y , der auch
die Güte hatte, mir mehrere Stücke, die ihn enthielten,
mitzutheilen. Inzwischen hatte auch Prof. Br e i t -
haupt die Krystalle von Me n g e erhalten, und eine
Beschreibung ' ) , wobei er ihm den Namen Monazit
ertheiite, bekannt gemacht. Dadurch war der Dr.
F i e d l e r , welcher nach uns' den Ural bereiste, auf
ihn aufmerksam gemacht, und war auch so glücklich,
ihn an Ort und Stelle aufzufinden. Nach den Nachrichten,
die er darüber mitgetheilt hat *), findet er sich in
einem mächtigen seigern Granitgange, in. welchem
fleischrother Feldspath vorwaltend ist, in einer südlichen
Fortsetzung des Ilmengebirges *). Späterscheint
*) S c h w e i g g e r - S e i d e l s Jahrbuch der Cbem. und Phys. B.
XXV S. 302.
*) P o g g e n d o r f f s Ann. B. XXV S. 332.
’ ) F i e d l e r neuut diese südliche Fortsetzung die Tscberemscbanka.
Einen solchen Namen habe ich aber weder in Miask gehört, noch
führt ihn L i s s e n k o m seiner Beschreibung des Hüttenbezirkes von
Miask an. Der Name Tscheremschanka bezieht sich nur auf einen
kleinen hluss, der in der Nähe des Hmensees entspringt und sich in
den Mias ergiesst. Allerdings wird auch noch der Theil des Ilmengebirges,
der zwischen Miask und dem früher genannten Dorfe Kun-
drawinsk liegt, mit einem besondern Namen bezeichnet, aber dann
das T^haschkowskisclie Gebirge genannt, nach dem Flusse Tschasch-
kowska, der in ihm entspringt, und sich ebenfalls in den Miask er-
giesst. Wahrscheinlich beruht daher der Name des Dr. F i edle r
auf einer Verwechslung.