
punkt bildet, und in der im Sommer und Herbst g e schöpften
Soole also nicht vorhanden ist. Sie nahmen
an, dass die ganze Menge der gefundenen Schwefelsäure
mit Talkerde zu neutraler schwefelsaurer Talkerde
verbunden sei; das Magnesium der übrig bleibenden
Talkerde, und das erhaltene Natrium waren
dann gerade hinreichend * mit dem vorhandenen Chlor
Chlormagnesium und Chlornatrium zu bilden. Im Frühjahr
wird die Menge des Chlornatriums ausserordentlich
Zunehmen, indem dann durch den schmelzenden
Schnee der Steppe eine Menge reines Wasser dem
S ee zugeführt wird, welches das am Boden vorhandene
Kochsalz bis zur Sättigung auflöst. Da aber das
Bittersalz wohl bei mittlerer Temperatur von ziemlich
gleicher Auflöslichkeit in Wasser wie das Kochsalz
ist, bei einer höhern Temperatur aber viel auflöslicher
ist, als bei einer niedriger«, während das Kochsalz in
lieissem und kaltem Wasser ziemlich gleich auflöslich
ist, so wird sich im Sommer, bei fortgesetzter Verdunstung
des Wassers, nur Kochsalz niederschlagen,
und wenn sich in kühleren Sommernächten auch etwas
Bittersalz ausscheidet, wie diess schon P a l l a s beobachtete,
so wird sich dasselbe doch während des Tag
e s wieder auflösen. Im Herbst krystallisirt daun
schon viel Bittersalz, wie wir überall bemerkten, und
im Winter wahrscheinlich durch wechselseitigen Austausch
und unter Bildung von Chlormagnesium, Glaubersalz.
Hieraus ergiebt sich, dass das relative Verhält-
niss des Kochsalzes zum Bittersalze und zum Chlor-
nsagnesium im Frühjahr und im Sommer viel grösser
sein wird, als im Herbste, und die Menge desselben
im Verlauf des Jahres im umgekehrten Verhältniss mit
der Menge des Bittersalzes und des Chlormagnesiums
abnehmen wird. Diess ergeben auch im Allgemeinen
die angestellten Analysen, indem hiernach das Wasser
ha den Monaten April, August und October an
Kochsalz 13,124; 7,135 und 3,83 pC., dagegen an
Bittersalz 1,665; 1,858 und 5,32, und an Chlormagne-
sium 10,542; 16, 539 und 19,75 pC. enthält.
Wie sich die Beschaffenheit des Elton-Wassers
in Bücksicht des verschiedenen Gehalts seiner Bestandteile
nach den Jahres- und Tageszeiten verändert,
so wird sie sich auch mit dem Verlauf der Jahre
verändern, und hat sich in dieser Rücksicht gewiss
schon ausserordentlich verändert Offenbar war im
Anfang der Entstehung des Elton-Sees die Beschaffenheit
seines Wassers von dem seiner Zuflüsse nicht
verschieden, da, wie wir aus den Analysen von O ö -
b e l wissen, wenigstens das Wasser des Hauptzuflusses,
der Charisacha, in qualitativer Hinsicht noch
jetzt mit dem Elton-Wasser übereinstimmt ’). Mit
den Jahren musste aber der Gehalt an Bittersalz und
Chlormagnesium immer mehr und mehr zunehmen, da
diese Bestandtheile nur in der Soole des Sees blieben,
während bei der Verdunstung des Aullösungsmittels
sich nur Kochsalz ablagerte. Dieser Unterschied in
dem Gehalte des Wassers ist bei der geringen Menge
von Bittersalz und Chlormagnesium, die die Charisacha
und wie sie vielleicht alle übrigen Flüsse dem
See zuführen, in kurz hinter einander folgenden Jahren
nur sehr unbedeutend, aber er würde gewiss sehr
gross erscheinen, wenn man das Wasser verschiedener
Jahrhunderte und Jahrtausende mit einander vergleichen
könnte. Vielleicht würde er auch schon zu
merken sein, wenn man mehrere Jahre hinter einander
vergleichende Analysen mit Wasser anstellte, das im-
*) Das Wasser des Gorkoi-Jerik enthält /.war nach der Analyse
von Gö b e l kein Bittersalz, doch war das untersuchte Wasser in der
Nähe seiner Quellen geschöpft, und es wäre möglich, dass es in
seinem* weiteren Laute durch Aufnahme von Bittersalz aus dem Boden
doch b itte rsa i/h a ltig würde, und der Name Bitter-Bach (GtH'koi-
J e r ik ) , den dieser Bach erhallen, lässt diess wohl vermuflieu.