
P a l l a s im Jahre 1773 gethan1) , es ist auch nach
uns im Jahre 1834 vom Prof. Göbel a) ausgeführt
worden, W'ährend S . G. Gme l i n 1768 3) und Er d—
mann 1815 *) nur den westlichen Theil bereisten s).
Nach ihren Beschreibungen ist die Steppe grössten-
theils eine ebene Fläche mit magerem sandigen Thonboden,
die zum Ackerbau untauglich und nur mit einzelnen
grasreichen Niederungen versehen ist. In ihrer
Mitte wird sie von einem breiten Sandstreifen, den
die Kalmücken, ihre früheren Bewohner, Naryn d. i.
schmalen Sand, die Russen aber mit Hinweglassung
der ersten Sylbe Rynpeski, d. i. den Sand Ryn nennen,
durchzogen. Dieser fängt in NW. etwa im 49.° der
Breite an, und zieht sich mit einer Breite von 40 bis
50 Werst erst in mehr östlicher, dann in südöstlicher
Richtung bis zum kaspischen Meere fort, nachdem er
zuvor noch einen Arm bis zum Ural abgesendet hat.
Von dem kaspischen Meere setzt er dann mit verminderter
Breite an der Küste bis zur Achtuba, dem linken
Nebeustrom der Wolga, und an dieser nordwestwärts
bis zu der Krümmung bei Zarizyn fort. Ob
dieser Sandrücken auch jenseits des 49. Grades fortsetze,
und mit dem Obschtschei Syrt Zusammenhänge,
ist ungewiss. Er besteht aus unzähligen kleinen 2 bis
5 Faden hohen Sandhügeln, welche haufenweise nebeneinander
liegen, und durch breite thalähnliche Vertiefungen
von einander getrennt sind. Der Sand ist
mehr oder weniger locker, oft ist er von der Art nur
*) Reise durul) verschiedene Prov. des russischen Reichs Th. III,
S. 521 etc.
“) Reise in die Steppen des südlichen Russlands.
») Reise durch Russland zu r Untersuchung der drei Naturreiche
Th. II, S. 8.. etc.
*) Beiträge zu r Kenntnis» des Innern von Russland Th. II,
Hälfte I, S. 89 etc.
seinen neuern Reisen in die südlichen Statthalterschaften
des russischen Reichs 1703, hat P a l l a s auch diesen westlichen TlieiL
genau beschrieben Th. I, S. 100 etc.
auf der Oberfläche, im Innern sind die Hügel dichter
und fester, so dass auch die in der Steppe so häufigen
Winde hier ihre Gestalt nur wenig verändern, in
ändern Fällen ist es förmlicher Flugsand. Die Sandhügel
sind kahl oder nur stellenweise mit Sandhalmen
bedeckt, die Gründe aber gewöhnlich mit schönem
Graswuchs und mit Weiden, wilden Oelbäumcn und
Weisspappelu bedeckt, die meistens strauchartig sind,
doch auch zuweilen zu Bäumen von einiger Stärke
anwachsen; Jenn überall findet man in diesen Gründen
W a sse r , wenn man danach einige Fuss tief
gräbt, wenn es gleich zuweilen salzig und nicht immer
trinkbar ist. Die Äynpeski sind demnach für die
die Steppe bewohnenden nomadisirenden Völker von
grösser Wichtigkeit, denn sie dienen ihnen zum Winteraufenthalte,
wo ihre Heerden Schutz gegen Kälte
und Stürme und schönes Futter finden.
Nach allen Seiten sind die Rynpeski von einer
grossen Menge grösserer oder kleinerer Salzseen und
Salzpfützen umgeben, die theils einen so grossen
Salzreichthum haben, dass sie auch im Frühjahr, wo
sie durch den thauenden Schnee der Steppe und den
Wasserreichthum der sich in sie ergiessenden Bäche
bedeutend anschwellen, durch Auflösung des am Boden
befindlichen Salzes doch stets mit einer concentrirten
Soole erfüllt sind; theils nur im Sommer salziges, bei
hohem Wasserstande im Frühjahr aber trinkbares Wasser
enthalten. Sie sind im Sommer in der Regel nur ein
bis einige Fuss tief, trocknen dann auch wohl ganz
aus, in welchem Fall die Salzpfützen nur eine dünne
Rinde Salz ablagern, während die Salzseen stets am
Unter diesen Salzseen befinden sich auch viele sogenannte
Bitterseen, die sich vor den e rsle ren durch ihren relativ grösseren
Gehalt an Bittersalz auszeichnen, d e r , wie später ausführlicher gezeigt
werden Wird, auch den Salzseen selten fehlt. Diese eigenthüm-
lichen t.itlerseen (g orkii osera) stehen th e r den Salzseen ( solonnoi
osera) an Grösse und Anzahl bei weitem nach.