
nur an den Ufern des Flusses zu erkennen waren; von
ihm entfernt war Alles ebene Steppe.
Den 2. September Abends um 8 Uhr reisten wir
ab. Unser nächster Zielpunkt war nun das Hüttenwerk
Miask, das schon mitten im Ural lieg t, nordwestlich
von Troizk, von dem es 136 Werste entfernt
ist. Die Gegend bleibt noch lange steppenartig, doch
schon in Koölskaja, 67 Werste von Troizk, wo wir am
frühen Morgen ankamen, trafen wir einen weissen, feinkörnigen
Kalkstein, der aber ungeachtet seiner körnigen
Textur, was mir sehr merkwürdig scheint, grosse blättrige
Enkrinitenstiele enthält. Der Kalkstein erhebt
sich indessen nicht zu Fe lsen , sondern ist nur im
Bette eines kleinen Flusses zu sehen, an welchem
das Dorf liegt; er scheint auch nicht weit fortzusetzen,
denn noch vor der folgenden Station Kljutschews-
kaja waren wir schon auf Granit, obgleich die Beschaffenheit
der Oberfläche sich immer noch wenig
verändert hatte. Sie war nur wenig wellig, und der
Granit bildete nur breite flache Hügel, über welche
die Wagen hinwegfuhren. Er war anfangs sehr feinkörnig,
und bestand aus einem Gemenge von feinkörnigem,
etwas röthlichweissem Feldspath und wenigem
weissen Quarz, in welchem grünlichschwarzer Glimmer
in feinschuppigen Parthien enthalten war; inKlju-
tschewskaja selbst wurde er aber etwas grobkörniger
und porphyrartig, und besteht nun aus schneeweissem
Albit, etwas graulichweissem Quarz, und vielem bräun-
lichschwarzen Glimmer, welche Gemengtheile eine
körnige Grundmasse bilden, worin 4 bis 5 Linien lange
weisse Feldspathkrystalle eingewachsen sind. Der
Granit ist mit Gängen von feinkörnigem Granit durchsetzt,
der fast nur weissen Feldspath und nur sehr
wenig Quarz und schwarzen Glimmer in sehr kleinen
Blättchen enthält >)• Aus diesem Granit entspringen
*) Ganz etwas Aehnliches habe ich sp ä te r bei dem porpbyrartigen
in dem Dorfe mehrere Quellen, woher dasselbe auch
seinen Namen erhalten hat (von Kljutsch, die Quelle);
eine die wir untersuchten, hatte eine. Temperatur von
2 °,8 R., die Luft um 9 Uhr Morgens 12°,3.
Noch sahen wir von den Bergen des Urals nichts;
ein Birkenwald, der schon von Kljutschewskaja anfing
und bis Knndrawinsk, einem grossen, 23 Werst
von Miask entfernten Dorfe anhielt, nahm uns alle
Aussicht; aber aus demselben heraustretend, erblickten
wir vor uns einen hohen Gebirgszug, dessen Felsen
an die Formen der Granitfelsen des Kolywanschen
Sees erinnerten, nur noch höher und pittoresker waren.
Es war das Umenische Gebirge, das noch östlich von
Miask sich von N. nach S. fortzieht, und durch die Zirkone
und Topase und die vielen übrigen merkwürdigen
Mineralien, die es enthält, so berühmt geworden ist.
Durch ein breites Querthal kamen wir in das vom
Ilmengebirge westlich gelegene breite Längenthal,
worin uns ein schöner Wald von Laubholz mit kräuterreichen
Wiesen unterbrochen, aufnahm, und uns
nördlich bis nach Miask führte, wo wir am Nachmittag
um 3 Uhr anlangten. Die Sohle des Thaies bildete
überall, wo wir sie untersuchten, dünnschiefriger
grauer Thonschiefer, mit fast vollkommen süd-nördlichem
Streichen und einem fast seigern Einfallen.
Granite von Elnbogen in Böhmen bemerkt. Dieser ausgezeichnete
Granit enthält nämlich sehr häufig 1 big mehrere Zoll breite Gänge,
deren Gangmasse fast n u r aus einem ähnlichen Feldspath besteht, wie
der ist, welcher sich in dem Gemenge von Albit, Quarz und Glimmer,
Welches die körnige Grundmasse des Granits bildet, ansgeschieden
hat. Der Feldspath der Gänge ist körnig, enthält n u r eine sehr geringe
Menge von Quarz und Glimmer, aber keinen Albit, eben so
wenig wie die körnige Grundmasse, Feldspath e n th ä lt, was man,
ungeachtet Feldspath und Albit von gleicher weisser Farbe sind, doch
deutlich erkennen kann. Vgl. darüber auch diese Reise Th. I S. 600.