
Vor dem Löthrohr verhält sich der Chrysoberyll
des Ural grösstentheils wie der der übrigen Fundör-
ter, doch giebt er mit Borax ein schwach smaragdgrün»
gefärbtes Glas, daher er wahrscheinlich, wie der Smaragd,
seine Färbung dem Chrom verdankt.
Die Drillingskrystalle des Chrysoberylls sind theils
einzeln, theils unregelmässig zusammengruppirl in dem
Glimmerschiefer eingewachsen. Die königliche Sammlung
in Berlin besitzt mehrere schöne Krystalle dieser
Art, welche sie der Güte des Herrn Vice-Präsidenten
v o n P e r o w s k i verdankt. Ausser dem Smaragd
und Phenakit ist auch in dem Glimmerschiefer mit
dem Chrysoberyll noch Rutil und Flussspath, ersterer
zuweilen inKrystallen von beträchtlicher Grösse1) eingewachsen
vorgekommen.
*) Nach e in e r brieflichen Mittheilung von H e rrn v o n H e l -
m e r s e n findet sich ein an einem Ende au sk ry sfa llisirte r Kutilkry-
stall dieses F u n d o rts , der 2§ Zoll lang und ^ Zoll breit is t, in der
Sammlung des H e rrn v o n P e r o w s k i in Petersburg.
l i e b e r d e n P y r r h i t .
Unter den Mineralien, die in Alabaschka Vorkommen,
und Th. I S . 416 beschrieben sind, ist noch ein
neues zu erwähnen, das ich in einer früheren Beschreibung
desselben *) nach seiner gelben Farbe P y r r h i t
(von nvQQog, röthlichgelb) zu nennen vorgeschlagen habe.
Ich lernte dasselbe aus einer prachtvollen Stufe kennen,
die Herr Vicepräsident v o n P e r o w s k i in Petersburg
mir im Sommer 1839 durch Hrn. Ober-Bergmeister
Kämme r e r zur Ansicht zu kommen zu lassen
die Güte hatte. Die Stufe besteht vorzugsweise aus
mehreren schönen Feldspathkrystallen, die einige Zoll
gross und ockergelb sind; sie enthält aber ausserdepi
in sechsseitigen Tafeln krystallisirten, röthlichweissen,
stark perimutterglänzenden Lithionglimmer, kleine ta-
ielartige, weisse, stark durchscheinende Krystalle von
Albit, die kugelig zusammengehäuft sind2), grössere
Krystalle von nelkenbraunem Bergkrystall, und einzelne
weisse Topaskrystalle.
*) P o g g e u d o r f f s Annalen Bd. XXXXVIII S. 662.
2) Der Alblt ist von der Th. I S. 447 beschriebenen V arietät.
Der schöne au f der Stufe vorkommende Lithionglimmer veranlasste
mich, zu u n te rsu ch en , ob au f den von mir mitgebrachten Stücken
mit jenem Albit sich nicht ebenfalls Lithionglimmer fände. Sie en thalten
n u r sehr wenigen Glimmer, und diesen schon von etwas gelblicher
F a rb e , derselbe erwies sich aber in der Untersuchung a lle rdings
als Lithionglimmer, Man hat also u n te r den bei Alabaschka
vorkommenden Mineralien neben dem zweiaxigen Glimmer nun auch
den Lithionglimmer aufzuführen.