
Festuca glauca Schrad«
24. Isthmosoma hieronymi Hedicke n. sp.
(von Schlechtendal in ritt. 1890.)
(Tai. XLVIII, Kg. 30, 31.)
C e e id ium . Längliche, spindelförmige, bis 10 mm lange und 5 mm dicke, harte, in der Reife
gelbliche Halmschwellung über dem zweiten oder dritten Knoten, die Wandung etwa 1,5 mm dick.
H i e r o n y m u s 1) (1890) gibt folgende Beschreibung der Anatomie der Galle: „Der anatomische
Bau derselben zeigt im Verhältnis zu dem des normalen Halmes vermehrte und sehr erweiterte Zellenelemente
des Grundgewebes mit verhältnismäßig dünnen Zellwänden, die dem normalen Halm eigentümliche
Hypodermschicht fehlt in der Galle, die Elemente des Phloems sind vermehrt, während in
dem Xylemteil der Gefäßbündej nur englumige Gefäße vorhanden sind. "Die Epidermis der Galle
ist an der reifen Galle glatt. Die Larven leben einzeln in den Gallen und verpuppen sich in denselben
während des Winters, um sich vermutlich im Frühjahr zum vollkommenen Insekt zu entwickeln.“
Mitunter wird die Galle fast kugelig, alsdann scheinen mehrere Larvenkammem nebeneinander zu
liegen (vergl. Fig. 30)..
Erzeuger.
I B Schwarz, Prothorakalflecke verloschen gelbbraun, Kniee und Tibien distal gelbbraun,
Tarsen etwas dunkler, Flügelgeäder dunkelbraun, Marginalnerv heller.
Augen fast halbkuglig vorgecpiollen, Kopf dreimal so breit wie lang. Kopf und Thorax
fein gerunzelt, zerstreut weißlich behaart, Propodeum durch eine kielartige Längsrunzel in der
Mitte geteilt. Petiolus des Männchens kürzer als. die, Hinterhüften, am Grunde breit, gegen das
Propodeum stark knotig erweitert und schuppig aufgezogen. Abdomen beim 0 - langeiförmig mit
fast parallelen Rändern, beim $ doppelt so lang wie breit, kurz eiförmig. . Fühler des G nur von a/ 3
Thoraxlänge, Schaft stark lappig erweitert, wenig mehr als doppelt Äf lang wie dick, Wendeglied
kurz bimförmig, Ringglieder äußerst kurz, Geißelglied stark flügelig erweitert, kurz gestielt, 1. Glied
3mal so lang wie dick, die folgenden an Länge und Dicke abnehmend, doppelt so lang wie dick,
Apiculus fein griflelförmig. Fühler des ? halb "so lang wie der Thorax, Schaft walzenförmig, die
mittleren Geißelglieder nicht länger als dick, die drei letzten zur Keule verwachsen.
Länge: <J 3 mm, $ 2,8—3,1 mm.
Typen im Zoolog. Staats-Museum, Berlin.
Die Gallen wurden bisher nur in Schlesien an verschiedenen Stellen und in Brandenburg
gefunden.
Festuca ovina L.
25. Isthmosoma ruschkai Hedicke n. sp.
(Taf. XLVIII, Fig. 19, 20.)
Ceeidium. Schlauchförmige, unregelmäßige, meist gelbgrüne Anschwellung des Halmes
über dem ersten oder zweiten Knoten, die oft aus der Scheide bogenförmig heraustritt.
E r z e u g e r .
. Schwarz, die in der Regel sehr kleinen Prothorakalflecke, Tegulae, Flügelgeäder, Kniee,
Vordertibien, distale Enden der 4 hinteren Tibien, - Tarsen und Spitze djgLegeapparats gelbbraun.
*) a. a. O p. 143.
Kopf fein, Thorax viel gröber runzlig punktiert, fast matt, kurz und dicht weißlich behaart.
Fühlerschaft distal verengt, Wendeglied fast kugelig, dünner als die folgenden Geißelglieder, die
untereinander fast gleich lang sind, die drei leisten zur Keule verschmolzen, Behaarung kurz, anliegend.
Pronotum mit fast rechtwinkligen Vorderecken, Hinterrand schwach'bogig ausgerandet; das stärker
gerunzelte Metanotum mit flacher Mittellängsfurche. Petiolus kurz, gerunzelt; Abdomen so lang
wie Kopf und Thorax zusammen, glatt, glänzend, lang eiförmig, mit fast parallelen Seitenrändem,
dorsal schwach, deprimiert, am Ende sehr fein nadelrissig punktiert und behaart.
Länge: mm;
ij. Färbung und Skulptur wie beim Weibchen, nur ist die helle Färbung der Beine nicht so
weit ausgedehnt als bei diesem. Fühler fast so lang wie der Thorax, Geißelglieder., etwas knotig
erweitert, bis auf die beiden letzten, die fast zylindrisch siplt, breiter als hoch, die ganze Geißel mit
in undeutlichen Wirteln stehenden Haaren .besetzt, die nicht ganz so: lang sind wie die Glieder,
auf denen sie sitzeu. Petiolus kaum länger als die Hinterhüften, wenig länger als dick; Abdomen
fast so lang wie der Thorax, im übrigen wie beim Weilchen.
Länge: 1,8—1,8 mm.
Typen im Zoolog. Staats-Museum, Berlin.
Von Sc hl e c ht e nd a l (1890) gibt als Erzeuger dieser Galle Isthmosoma depressum (Wallcer)
an, das aber nach der vorliegenden Type Walkers: von der oben beschriebenen Art völlig verschieden
ist.. Die Gallen siü!: aus Schlesien, Brandenburg, Sachsen, Lothringen und Böhmen bekannt
geworden, werden aber’ wahrscheinlich weit verbreitet sein.1)
26. Isthmosoma hieronymi Hedicke.
(von Schlechtendal in litt. 1890.)' "
(Taf. XLVIII, Fig. 32.)
Ceeidium und Erzeuger siehe Nr. 24.
Die Galle wurde von H e l l w i g in der Umgehung von Grünberg, Schlesien, gefunden,
neuerdings auch aus Brandenburg (J a a p) und Böhmen (Ba u d y§) gemeldet.
Festuca rubra L.
27. Isthmosoma sp.
C AC i d i u m. Länglich spindelförmige schwäche Halmanschwellung.
Erzeuger unbekannt, vielleicht Isthmosoma ruschkai Hed. oder giraudi Hed.
In Schlesien an mehreren Orten aufgefunden.
Festuca sciuroides Rth.
28. Isthmosoma hieronymi Hedicke.
(von Schlechtendal in litt. 1890.)
Ceeidium und Erzeuger siehe Nr. 24.
Von H e l l w i g bei Grünberg, Schlesien, gefunden.
i) Während der Drucklegung dieser Arbeit erhielt Vei-r. v o nHe rrn Dr. F. R u s c h k a , Weyer, neben zahlreichen anderen
Isthmosomen zwei Exemplare dieser Spezies aus Ungarn, 1 <J vom Leithagebirge (Vimpacs) und 1 9 aus Kismaros. Die Art
sei dem bekannten Chalcididenforscher zu Ehren benannt.