
Faltenteil, zählt im Spreitenteil fünf mit I—V bezeichnete von der Flügelwurzel ausgehende Aderstämme,
im Faltenteile zwei mit a und ß bezeichnete.
Das Schema des Geäders (Fig. 30 u. 31) ist: Ader I (Costalader) verlauft ungeteilt unter dem
Vorderrande und gibt nahe der Basis einen kurzen Ast nach vorn ab. Ader II (Subcostale, Radius)
Schema des ursprünglichen Flügelgeäders der Schmetterlinge,
der Spreitenteil schraffiert; Queradem nicht
eingezeichnefc. Aus S p u l e r , S. XLIV, Fig. 88.
teilt sich in fünf Endäste, zuerst zweigt ein Ast (IIX) vom
Stamme gegen den Vorderrand ab, dann spaltet der Stamm in
zwei Äste, II2, 3 und II4, s, diese gabeln dann nochmals in die
Endäste II2 bis II5, die sämtlich in den Vorderrand, teilweise
auch in die Spitze und den Saum verlaufen können. Ader III
(mediana) hat drei in den Saum mündende Endäste-, nach
Trennung eines nach hinten
ziehenden Astes III3 teilt sich
der Stamm noch in die mit IIIj
und III2 bezeichneten Aste.
Ader IV (Cubitus) teilt sich nur
einmal in die Endäste IVX und
IV2, die zumeist über dem Hinterwinkel
den Saum erreichen,
ausnahmsweise kann auch IV2
in den Winkel oder den Hinter-
rand ziehen. Ader V ist einfach
und bildet, noch im Spreitenteile verlaufend, die Grenze zwischen diesem und dem Faltenteile, sie
ist meistens nur als Falte erhalten.
Im Faltenteile verläuft a einfach, während ß in die Endäste ß und ßx gabeln kann; ß verbindet
sich oft nach kurzem Verlaufe mit « und bildet so die sog. Wurzelschlinge.
Ader II und IV bilden in ihrem basalen Teile die obere resp. untere Einfassung der Mittelzelle
(Discoidalzelle). Ader III verläuft in der Mittelzelle, sie ist basal selten als Ader ausgebildet, meist nur
als feine faltenartige Linie, oder in der Zeichnung erkennbar. Die Endäste von Ader III schließen an
die Adern II und IV an, oder sind durch sekundäre Adern mit ihnen verbunden und bilden den
äußeren Abschluß der Mittelzelle. Zuweilen fehlt eine dieser Querverbindungen, so daß die Discoidalzelle
bis zum Saume offen bleibt. Durch Anschluß und Wiederentfernung einzelner Äste von II
(und III,) können am oberen Ende der Mitteizelle kleine Zellen gebildet werden (Anhangszellen).
Auf den Hinterflügeln ist die Spaltung der Ader II nur bei den mit einem Jugum versehenen
Familien vollständig, sonst verläuft sie einfach und gibt nur ganz nahe der Basis
einen kurzen Ast II, ab, der sich bald mit
Ader I verbindet. Der Basalast von Ader I
ist bei Faltern mit stark ausgebauchtem Vorderrande
kräftig entwickelt, so bei Tagfaltern,
oder es können eine größere Zahl solcher
Abzweigungen aus Ader I gegen den Vorderrand
ziehen, wie bei den Familien der Lasio- Fig. 32.
Flügelfläche von Eriocrania (v.) faslvosella Z. st C a m p i d e n .
Stacheln: die Schuppe Im Verhältnis um ein Drittel t-.* t-> i l • i i -n n - i l , i .
zu klein gezeichnet. Aus s p u i e r, s. x l i x , Fig. 113. Die B e k 1 e i d u n g der Flugei besteht
Schuppenbalg und Anfangsteil
eines Haares
vom Innenrand der Hinterflügel
von Lyc. icarus
Kott.; $ . Aus S p u l e r ,
aus in die Flügelmembran eingelenkten, meist über die ganze Flügelfläche gleichmäßig verteilten
Schuppen (Squamae), die zugleich auch die Träger der Zeichnung und Farbe sind. Die Schuppen
stehen in mehr oder weniger regelmäßigen Querreihen, sie sitzen in einem balgartig ausgestülpten
Säckchen der Flügelmembran (Fig. 32 u. 33), sind mittelst eines einfachen oder doppelten Chitinringes
festgehalten, liegen dachziegelförmig, mitunter in doppelter Lage übereinander, und treten
als. Fransen (Ciliae) am Saum über die Flügelmembran vor.
Die No rmal s c h u pp . e ist flach, zwei- bis dreimal so lang wie breit, mit fast parallelen
Seiten, der äußere Rand gewellt oder gezackt, basal stielartig verschmälert. Diese Normalschuppen
SL
W//TL
Fig. Si.
Querschnitt einer Normalschuppe
von Gail, mellonclla
L. Aus S p u l e r , S. X,
Fig. 115.
Schema der Eulenzeichnung. Auf den Vorderflügeln: RM Ringmakel; NM Nierenmakel; ZM
Zapfen-(Keil-)makel; Q 1 basale (halbe), Q 2 innere, Q 3 äußere Querlinie; M Mittelschatten.
W Wellenlinie; SD Saumdreiecke der Saumlinie SL; Pf Pfeile innen in der Wellenlinie; die Fransen
haben eine helle Basallinie, eine dunkle Teilungslinie (TL), sind gegen ihr Ende verdunkelt und
auf den Adern hell durchschnitten (A). Auf den Hinterflügeln: M Mittelmond ( = Nierenmakel der
Vorderflügel); Q3 dunkle Bogenlinie durch die Saumzellenmitten ( = äußere Querlinie der Vorderflügel);
W lichte Antemarginallinie in dem verdunkelten Saumfeld ( = Wellenlinie der Vorderflügel);
die schwarze Saumlinie trägt in den Zellen dunkle Halbmonde (SM); die Fransen sind doppelt fein
dunkel geteilt. Aus S p u l e r , S. LV, Fig. I2ß.
sind besonders auf die basale und mittlere Flügelfläche verteilt', gegen die Ränder werden die Schuppen
schmaler und länger. Die Schuppen der Unterseite der Flügel sind oft kräftiger entwickelt als die
der Oberseite, auf dem Haftfelde schief und asymmetrisch.
Die Form der Schuppen ist sehr verschieden; die Seiten werden schräg, die Schuppe nach
einem oder beiden Enden zugespitzt, lang und schmal (Haarschuppen) oder kurz und breit mit langen
Enden und Spitzen (Gabel-, Fächerschuppen) u. a.
Außer den der Bekleidung dienenden Schuppen kommen besonders im männlichen Geschlecht
noch andere Formen. vor, die über die Flügelfläche zerstreut, zumeist aber auf bestimmten
Stellen gehäuft oder einziehbar und unter Umschlägen und in Taschen verborgen sein können und als