
Beine braun, die Hintertarsen verdunkelt, manchmal auch die Hüften, Trochantern und Schenkel ±
geschwärzt. Flügel klar, Geäder braun, Costa und Stigma <$ hellbraun, $ blaßgelb. 4—5,5 mm lang.
Larve: Überwintert: durchscheinend blaurötlich, mit dunkelbraunem Kopfe und weißen
Augen in schwarzem Felde. Bis 4 Raupen in einer Galle. Die Raupen verpuppen sich im April in
der Galle und die Wespe kommt nach lltägiger Puppenruhe aus (J ö r g e n s e n : Zeitschr. f. wiss.
Ins. Biol. 1906 II, p. 347—351).
Galle: holzig, knollig, an den Zweigen, sehr ähnlich denen von Euura amerinae L., aber
vielleicht mehr glatt, weniger gefurcht und mehr rund ( J ö r g e n s e n a. a. 0.).
Die Wespe, von der J ö r g e n s e n aus den Gallen von Salix cuspidata 6 $ $ zog, konnte
von K o n o w nicht mit völliger Sicherheit als Varietät von Pont, collactanea festgestellt werden,
sondern gehört vielleicht einer neuen Art an; die obige Beschreibung der Larve ist daher nur mit
Vorbehalt auf P. collactanea zu beziehen. Diese Wespe unterscheidet sich von der letzteren durch
folgendes:. das ganze Untergesicht, die Unterseite der Fühler und die Oberseite von deren Endhälfte
rotbraun. Fühler mehr zusammengedrückt. Flügelmal dunkler braun.
Nach T h o m s o n (Hym. Scand. I, p. 162) lebt übrigens die Larve in blasenförmigen Gallen
auf Salix Jielix, doch ist Pontania halicina Br., welche er als Synonym zu Nematus crassipes auf führt,
nach K o n o w identisch mit Pontania vesicator, wodurch sich die Angabe über die Galle von
selbst erklärt.
An Salix cuspidata Schultz und S alix repens L. Letzterer Wirt nach der Angabe von F ö r s t e r 1),
nach welchem die Wespe von W i n n e r t z aus holzigen Gallen von S. repens gezogen und an ihn
gesandt wurde. Diese Gallen sind seitdem nicht wieder aufgefunden worden.2)
Geogr. Verbr.: Schweden, Dänemark, Deutschland.
8. P o n t a n i a v i m i n a l i s L .
Syst. nat. Ed. 10a. iff||§l p. 554 n. 10.
Taf. XX X V III, Fig. 7.
Syn. Tenthredo salicis Christ.
Nematus intercus Latr.
N. gallarum Hart.
N. cinereae Retz.
Kopf kaum punktiert; Stirnfeld seitlich durch deutliche, nicht sehr scharfe Kiele begrenzt;
der untere Stirnwulst gut entwickelt, durch die von der Supraantennalgrube nach oben ziehende
Furche nicht ganz bis zum Grunde durchschnitten. Fühler komprimiert, zur Spitze verdünnt, beim $
wenig, beim <$ viel länger als Kopf und Thorax zusammen, drittes und viertes Glied gleich lang.
Rückenschildchen 3- oder 4 eckig flach, nicht oder wenig punktiert. Sporne der Hinterschienen
gerade. Sägescheide zum Ende verschmälert und lang zugespitzt, wenigstens halb so lang wie
der Bauch. 4,5—5,5 mm lang. Textfigur 6 b.
Färbung sehr wechselnd: schwarz mit ± gelb, bei der häufigsten Form ist der ganze
Bauch $, die Mitte desselben S gelb. (Vgl. Enslin, Tenthred. S. 355, 356.)
Larve: 12—13 mm lang. Weißlichgrün oder weißlichgelb; auf dem Rücken, wo der Darmkanal
durchschimmert, entschiedener gelb. Kopf ebenso gefärbt, ins Grüne oder Bräunliche ziehend mit
i) F ö r s t e r : Neue Blattwespen. Verhdl. Naturf. Ver. Preuß. Rheinl. 1859. XI, p. 299/300.
| j Vgl. hierzu: J a a p , a. a. O., p. 12.
glänzend schwarzen Augenflecken, braunen Kiefern und einem dunkleren, grauen Flecken an der
Spitze des Kopfschildes. Das letzte Segment ist gerundet, punktiert und trägt 2 nahe beieinander
stehende kleine Fortsätze. Afterfüße des letzten Paares nur an der Spitze getrennt. Nach der letzten
Häutung ist der ganze Körper perlgrau gefärbt. Die Larven bohren erst vor dem Verlassen der Galle
ein Loch in dieselbe, fallen auf den Boden und spinnen dort zwischen niedergefallenem Laub einen
Kokon. Die im August reif werdenden Gallen liefern noch im ersten Jahre die Wespen, die Larven
der später auswachsenden Gallen überwintern.1) ( B r i s c h k e und Z a d d a c h III, p. 191.)
Abweichend davon schildert J ö r g e n s e n (a. a. O.) die Larve: Weiß, vor der Verwandlung
rötlichblau mit dunklerem Kopfe, schwarzen Augen und braunen Mundteilen. Quer über die Stirn
verläuft ein schwarzer, gebogener Streif, der aber nicht die Augen erreicht.
Galle 7—12 mm im Durchmesser, kugelig, einkammerig, dickwandig, glatt oder i warzig, gelb,
grün oder rötlich, nur an einem Punkte mit der Unterseite des Blattes verbunden; der Anheftungsstelle
entspricht oben eine gelbrötliche, runde Erhöhung. Taf. XLIII, Fig. 41, 43. Sie sind außerordentlich
zählebig, können im Laboratorium bis zum nächsten Sommer frisch und grün bleiben
und auf feuchten Sand gelegt kräftige, endogene, durchaus normale Wurzeln treiben, während
Sproßvegetationspunkte nicht beobachtet wurden ( K ü s t e r a. a. O. p. 309). Die etwa 1—1 % mm
dicke Wand der reifen Galle besteht aus der spaltöfEnungslosen, der normalen sehr unähnlichen,
dickwandigen Epidermis, in der Lentizellen von ansehnlicher Größe auftreten (K ü s t e r a. a. O. p.
241), ein bis zwei Collenchymzellschichten, welche beide oft roten Zellsaft enthalten und einem
gleichartigen, die Hauptmasse der Wand ausmachenden Grundgewebe, das der Larve als
Nährgewebe dient und dessen Zellen dünnwandig und ± reich an Stärkegehalt sind. In diesem
Gewebe verlaufen die zarten Gefäßbündel wesentlich parallel zur Oberfläche (H i e r o n y m u s
a. a. 0 . p. 204).2)
Auf fast allen Weidenarten.
Schmarotzer. Ichn. Omorgus mvlticinctus (Grav.) Thoms.
Pimpla alternans Grav.
Pimpla roborator F.
Ephialtes continuus Ratzb.
Nemioblastus palaemon (Schiödte) Thoms.
Mesoleius Segmentator Holmg.
Polysphincta areolaris Ratzb. *'•
Brac. Ichneutes brevis (Ratzb.) Wesm.
Ichneutes brevis (Marsh.) Wesm.
Bracon discoideus (Marsh.) Wesm.
Bracon gallarum Ratzb.
Bracon laevigatissimus D. T.
Bracon scutellaris (Ratzb.) Wesm.
Chalc. Euloplius nemati Blanch.
Etdophus tischbeini Ratzb.
Seladerma salicis (Nees) Ratzb. 3
1) Nach K o n o w: Pontanien aus Lipara lucens-Gallen. 111. Zeitschr. f. Ent. V, p. 90 sind Wespen, d ie vermutlich hierher
gehören, aus solchen Gallen gezogen worden.
2) M a g n u s , W.: a. a. O. p. 88—99 (für Sa lix purpurea L.).
• Zoologie;». Heft 61.