
Die Mißbildung beschränkt sich zuweilen nur auf je einen oder zwei von den zahlreichen Seitensprossen
der Pflanzen.
Fr. Thomas 26: 300 n. 19.
F u n d o r t e : Alpen der Schweiz: zwischen Gornergrat und Gornergletscher im Wallis. —
Tirol: zwischen Sulden und der Schönleitenhütte.
13. G e n t i a n a u t r i c u l o s a L .
(505.) Acr. Blüten deformiert.
|Eriophyes Kerneri (Nal.))
Die grünen Fruchtblätter überragen die Blumenkrone beträchtlich (6—7 mm) und umschließen
neue Blütenanlagen. Der Kelch und die Krone sind normal, die Staubgefäße sind grünlich, die Fruchtblätter
verlaubt; die zwei äußersten sind die größten und am Grunde verwachsen, im oberen Drittel
frei und laubähnlich.
Fr. Thomas 14: 707; 22: 45—46 n. 53. — Dalla Torre 10: 129.
F u n d o r t : Tirol: oberhalb Innichen beim hohen Trog.
14. G e n t i a n a . v e r n a L.
(506.) Acr. Blütenfüllung und Deformation.
(Eriophyes Kerneri (Nal.).,)
Dalla Torre 10:124. — Peyritsch 5.
F u n d o r t e : Tirol: Absam, Brennerbad . . .
Erythraea c ent aur ium L.
(507.) Acr. Vergrünung der Blüten.
? (Eriophyide.)
Dittrich 1913, 125 n. 1574.
F u n d o r t : Schlesien: Preiswitz bei Gleiwitz.
Apocynaceae.
Vinca he rbac ea Waldst. et Kit.
(508.) Acr. Blätterrollungen an den Triebspitzen unter Verkürzung der Internodien.
Die Gallmilbe ist nicht untersucht.
Unter Verkürzung der Internodien rollen sich die Blätter an dem Ende des Stengels in verschiedener
Anzahl nach oben gegen den Mittelnerv ein; sie sind etwas lichter gefärbt als die normalen,
uneben, rauh, häufig gebogen und gedreht.
F. Löw 28: 7.
F u n d o r t : Niederösterreich: bei Wien auf dem Bisamberg.
Convolvulaceae.
Convolvulus arvens i s L.
(509.) PI. Blätter hülsenförmig gefaltet, schwielig aufgedunsen mit kurzen hyalinen Haaren
besetzt. Internodien verkürzt. Taf. XXII, Fig. 1. 2.
Eriophyes convolvuli Nalepa 242. 103.
Längs des Mittelnerv und der Seitennerven sind die Blätter nach oben unter schraubenförmiger
Drehung hülsenförmig gefaltet. An den Zweigenden unter Verkürzung der Internodien. Der gefaltete
Teil ist durch den Mittelnerv gekielt, schwielig aufgedunsen, mehr oder weniger bauchig, purpurrot
und außen wie innen mit kurzen hyalinen Härchen besetzt, welche dem Cecidium einen weißlichen
Schimmer verleihen. Solche Haare bilden auch ohne Anschwellung des Blattes weißliche Flecken
(Löw). Nach Nalepa haben die infizierten Pflanzen ein chlorotisohes Aussehen.
F. Löw 11: 623 n. 71. — Hieronymus 1: 68 n. 79, (nach Dittrich 1911), — Dittrich 1911: 55. n. 919. —
Schlechtendal 51:125. x)
F u n d o r t e : Sonnige, steinige Berglehnen; Rheinland: bei Kreuznach (Nahe); bei Caub
a. Rh.; Thüringen: bei Erfurt: auf den Gipshügeln der Schwellenburg; Niederösterreich: bei Bruck
a. d. Leitha: in der Nähe des Kaisersteinbruchs auf dem Zeilerberge; bei Mödling: an der goldenen
Stiege, auf der Römerwand und an sonnigen Böschungen der Weinberge in der Nähe von Maria-
Enzersdorf; Schlesien: Carlowitz, bei Breslau; Dyhernfurth; Grünberg.
(510.) PI. Blätter längs des Mittelnerv nach
oben gefaltet, meist sichelförmig ein- oder aufgekrümmt,
ohne abnorme Behaarung. Textf. 19.
Phyllocoptes convolvuli Nalepa 266. 40.
Faltung der Blätter längs des Mittelnerv,
selten der Seitennerven, nach oben, wenig verdickt
und meist sichelförmig nach oben eingekrümmt,
ohne Verkürzung derlnternodien an den
Triebspitzen und ohne abnorme Behaarung. Die gefalteten Stellen der Blätter sind grünlichgelb, mit
rauh gerunzelter Außenseite. Zuweilen sind alle Blätter und Stengel der Pflanze verbildet, besonders
wenn sich aus gemeinsamer Wurzel ungezählte Stengel schöpf artig entwickeln.
Schlechtendal 40: 89 n. 969; 51:125—128.1) — Kieffer 5: 412 n. 4.
F u n d o r t e : Lothringen: auf sonnigen, unbebauten, steinigen Stellen der Höhe von Rozeri-
eulles bei Metz (Sept.) — Prov. Sachsen: grasige sonnige Stellen an den Trothaer-Felsen in Halle. —
(An letzterem Standorte waren die Pflanzen sehr üppig entwickelt im Vergleich zu denen von
Lothringen.)
Boraginaceae.
Anchusa of f i cinal i s L.
(511.) Acr. Vergrünung der Blüten.
Anthocoptes aspidophorus Nalepa 270. 6.
An Stelle der normalen Blütenwickel sind dicht mit kleinen Blättchen besetzte Achsen vorhanden
. . . Die Blättchen haben nach Gestalt und Färbung das Aussehen von Hochblättern, sie sind
verkehrt eiförmig oder lanzettförmig, sitzend, graugrün bis grünlichviolett, etwas stärkerbehaart
als die normalen Blätter und nicht verdickt.
F. Löw 38: 6; 39: 451. — Hieronymus 1: 60 n. 35.
F u n d o r t e : Schlesien: Schloßberg bei Grünberg; Niederösterreich: auf dem Gösing bei
Stixenstein, Gmunden am Traunsee, Thernberg.
‘) Seite 126 (a. a. O.) is t das Cit. (Hieronymus 1 n. 79) irrig gedeutet; vergl. Dittrich 1911: S. 55 n. 919.