
(680.) Acr. Endtriebe verkürzt, die sehr dicht stehenden Blätter derselben mit linealischen
Zipfeln, deren Ränder nach unten umgerollt sind. Blätter braun punktiert, dann ganz braun und dicht
wollig behaart. Durch die dichte und starke Behaarung sehr auffällig. (Juni).
Geisenheyner 1:195 n. 5.
F u n d o r t : bei Kreuznach an mehreren Stellen.
(681.) Acr. Verkürzung der Internodien an der Triebspitze.
(Eriophyes artemisiac Can. var. subtilis Nalepa.)
„Geile Triebe mit Blättern, deren fast lineare Lappen meist nach unten umgebogene Ränder
zeigen.
Die Milben scheinen nur in den Triebspitzen und Axillarknospen zu leben und verlieren sich
von den ausgebildeten Blättern“ (Hieronymus).
Hieronymus. I: 62 n. 44.
F u n d o r t e : Schlesien: bei Breslau; Thüringen bei Weimar.
Es scheint dies dasselbe Cecidium zu sein wie ein von C. Massalongo (3:113 n. 67) beschriebenes
von Avesa bei Verona. Die verbildeten Blätter sind hier grünlichgelb und bilden einen dichten Busch
an der Triebspitze, welcher wohl auch, etwas auswachsend, sich als Blütenstand erweist (Juli 1890),
auch einige tiefer stehende Blätter zeigen an einigen Zipfeln niedergebogene Ränder. Allen aber fehlt
die von Geisenheyner betonte w o l l i g e B e h a a r u n g . Gleichfalls sei hier hingewiesen auf das
Auftreten von Pflanzen mit gekrausten Blättern, auf denen freilebende Gallmilben gefunden sind,
ohne überzeugt zu sein, daß die Verbildung durch solche veranlaßt sei, da neben ihnen Tetranychus,
Fr aßspur eil und unbestimmbare pilzliche Einwirkungen zu bemerken waren (Schlechtendal Sept.
im Rheinschotter bei Rheinbrohl).
6. Senecio J acobaea L.
(682.) Acr. Verbildung von End- und Axillartrieben.
Eriophyes lioproctus (Nalepa) 251. 134.
Die End- und Achseltriebe bestehen aus kurzen, gekräuselten und gedrängt stehenden, abnorm
weißbehaarten und schwach entfärbten Blättern. Die Blätter, in deren Achsel solche Triebe stehen,
sind bald normal, bald am Rande zurückgerollt und abnorm behaart, oder auch ihre ganze Fläche
gekräuselt und schwach abnorm behaart.
Kieffer 22: 76 n. 547.
F u n d o r t : Lothringen zwischen Diedenhofen und Gentringen.
7. Homogyne a lp in a Cass.
(683.) PI. Blattpocken.
Die Milbe ist nicht untersucht.
Auf der Oberseite der Blätter weniger als an der Unterseite aufgetrieben, sind die Pocken anfangs
hellgrün, später violett bis schwarz. Wenn mehrere Pocken dicht beisammen stehen, so erscheint
die Oberseite runzelig, die Unterseite zerstochen genarbt.
Fr. Thomas 14: 707. II I; 22: 36 n. 37 u. 43. — Hieronymus 1: 75 n. 133. — Dalla Torre: 10:133.
F u n d o r t e : Verbreitet in den Alpen: Österreich-Tirol, Ungarn (hohe Tatra), Schweiz.
8. Pulicaria dys ent e r i ca Gaertner.
(684.) Acr. Triebspitzendeformation mit Vergrünung.
Milben sind nicht untersucht.
Sowohl die end- als seitenständigen Triebe, welche im normalen Zustande die Blütenköpfchen
tragen, sind ein wenig verkürzt, etwas vefct&krt, viel dichter behaart als bei normaler Entwickelung
mit wenigen kleinen Blättern besetzt und an Stelle * s Blütenköpfchens mit einem kleinen Blätter-
schöpfchen gekrönt, sehr viel kleiner als ein nore
males Blütenköpfchen und augenscheinlich aus
der Vergrünung eines solchen hervorgegangen.
Die abnorme Behaarung, welche die Achsen wie
die Blätter der mißbildeten Triebe überzieht,
ist wollig-zottig und weiß, sie nimmt gegen die
Triebspitzen allmählich an Länge und Dichte
zu (Löw.)
F . Löw 45: 24—30.
F u n d o r t : Oberösterreich: Ischel: am
Fuße des Kräuterbergs bei Jainzen im Walde,
Mitte August.
9. Carlina vul gar i s L.
Textfig. 32.
(685.) Acr. Blütenvergrünung und Zweigsucht.
Milbe nicht untersucht.
Die 14 cm hohe Pflanze hat annähernd die
Form einer Pyramide angenommen. Die unteren
Zweige sind die längsten; nach der Spitze zu
werden sie immer kürzer. Jeder Zweig ist wieder
vielfach geteilt, doch sind hier im Gegensätze zur
Hauptaxe die oberen Seitentriebe am längsten.
Der Haupttrieb, zuweilen auch noch die größeren
Seitentriebe, tragen an der Spitze noch ein deutliches
Körbchen, das sich aber durch seine langgestreckte
Form von den normalen Körbchen
unterscheidet und wesentlich kleiner ist und meist Textfig. 32, Vergrünung der Blüten. Carlina vulgaris.
Rübsaamen fee. * Coll. Rübsaamen.
mit sehr kleinen Laubblättern besetzt.
nur aus einigen wenigen Scheibenblüten besteht.
Die kleineren Seitentriebe sind bis zur Spitze nur
Milben wurden nur ganz vereinzelt aufgefunden, so daß es immerhin fraglich isfo ob die Miß-
bildung als Eriophyidocecidium anzusehen ist.
•Andererseits ist das spärlieje Auftreten ¿er Milben auch noch kein Grund zu der
daß es sieb bier nur um eine teratol^gische Bildung bandle. DiJ^GallÄwurde nur einmal an einem
felsigen Bergbange in Damscheid bei Oberwesel a. Rh. gefunden.
Rübsaamen i. literis.
10. Carduus acanthoide s L.
, 1(686.) Acr. Vergrünung der Blütenköpfchen.
Die Milbe ist nicht untersucht.