
Unterfamilie Incurvariinae.
Die Maxillarpalpen mehrgliederig, eingeschlagen, die Zunge schwach, gerollt. Vorder- und
Hinterflügel oval. Auf den Vorderflügeln die Äste von Ader II getrennt, II5 in den Vorderrand oder
II3 und II4 lang gestielt und II6 in den Saum, die Wurzelschlinge groß. Die basalen Teile von III
wenigstens auf den Hinterflügeln deutlich.
34. Gattung Incurvaria Hw.
Fühler kürzer wie die Vorderflügel, beim Manne oft mit Kammzähnen, der Kopf ganz (Incurvaria
Hw.).oder nur hinten abstehend behaart und vorn glatt, (Lampronia Steph.). Die Palpen
geneigt oder schwach aufsteigend. . Die Vorderflügel an der Spitze
gerundet, Ader II3 und II4 getrennt, II5 in den Vorderrand; die
xAuhangszelle groß, Ader V den Saum nicht erreichend. Die Hinterflügel
eiförmig, so breit oder wenig breiter wie die Vorderflügel,
kurz gefranst (Fig. 70).
63. I n c u r v a r i a t e n u i c o r n i s Stt. Taf. VI (XXX), Fig. 49.
Flügelspannung I6V2—19 mm. Die Vorderflügel zeichnungslos,
dunkelgraubraun, mit gelblichem Schimmer. Die Hinterflügel
so breit wie die Vorderflügel, hinten gleichmäßig gebogen,
Geäder vln^inwvnr a Hw ziemlich scharfer Spitze, hell bräunlichgrau, mit haarartigen
Schuppen. Der Kopf lehmgelb behaart, vorn glatt. Die Raupe
ist weißlich, mit schwarzem Kopf und kleinem braunem Nackenschild, sie lebt im Winter in Anschwellungen
unter einem Seitenästchen an Betula. Galle: Taf. VIII, Fig. 59. Entwickelung
im Mai, Juni. — Stt. J. B. 41. — Stgr. Cat. 4658. — II. Teil, S. 566.
F am ilie Heliozelidae.
Der Kopf abgesetzt gewölbt, glattschuppig, die Fühler kurz, Palpen kurz, geneigt. Die Vorderflügel
ziemlich breit, von der Mitte an zugespitzt, die Hinterflügel breit lanzettlicli, mit langen Fransen.
Die Discoidalzelle der Vorderflügel ziemlich kurz, höchstens bis V3 reichend, Ast IIl5 5 ungeteilt, in den
Vorderrand, mit Ast IIA gestielt; 1 oder 2 Saumäste können fehlen, a ohne Wurzelschlinge. Auf den
Hinterflügeln System III an II angeschlossen, zwischen III und IV . offen.
35. Gattung Heliozela HS.
Kleine, ziemlich plumpe Tierchen, mit glänzender
Beschuppung. Auf den Vorderflügeln reicht
der Diskus bis 2 3; Ast IIt fehlt, III3 und IV zusammenfallend,
auf den Hinterflügeln II u. IIIi-f 2
einfach, in die Spitze, III3 frei in den Saum, V
und a sehr schwach (Fig. 71).
64. He l i oz e l a s t annel l a F. R. Taf. VI (XXX),
Fig. 48.
Flügelspannung 61 2—7 mm. Die Vorderflügel
glänzend bronzegrau in bräunlich ziehend, mit einem größeren dreieckigen, weißlichen Fleckchen auf
der Mitte des Innenrandes, und einem kleineren oft undeutlichen zwischen diesem und der Wurzel;
die Fransen nach außen etwas heller. Die Hinterflügel sind braungrau, mit schwachem Kupferschimmer.
Kopf und Thorax wie die Vorderflügel, der Hinterleib dunkelgrau, unten silberweiß. —
Die fußlose Raupe ist weißlichgelb, mit hellbraunem Kopf und 2 kleinen, schwarzen Fleckchen
am Nackenschild; miniert jung, Ende Juni, im Blattstiel von Eichen, der dadurch anschwillt, später
im Blatt längs der Mittelrippe. Galle: Taf. IX, Fig. 67 a. Zur Verpuppung schneidet sie ein
rundliches Blattstückchen aus, mit dem sie zu Boden fällt. — Entwickelung im April, Mai. — F. R.
248. rot. Stgr. Cat. 3624. — 0 . Hof m., Stett. e. Z. B. XXII 1871, 44. — II. Teil, S. 567.
65. H e l i o z e l a h a m m o n i e l l ä Sorh. Taf. VI (XXX), Fig. 50
Flügelspannung 6—7\ '2 mm. Die Vorderflügel mit etwas steilerem Saume, dunkelgrau, leicht
bronzegrün glänzend, am Innenrande ein kleines, weißes, oft undeutliches Fleckchen nahe der Wurzel
und ein größeres hinter der Mitte. Die Hinterflügel dunkelgrau mit schwachem Kupferschimmer;
die Fransen an der Wurzel hellgelb beschuppt. Der Thorax etwas kupferig schimmernd, der Bauch
weißlich. — Die Raupe lebt im Herbst minierend an Birken, zuerst in einem etwas verdickten Ästchen,
bohrt von da durch den Blattstiel in das Blatt, aus dem sie sich dann ein ovales Gehäuse zur Verpuppung
ausschneidet und zu Boden fällt. •— Entwickelung im Mai, Juni|II|- Sorh. Ent. N. 1885. 338. —
Stgr. Cat. 3627. g £ II. Teil, S. 566.
Familie Nepticulidae.
Der Kopf abstehend behaart, die Fühler V 2— 3 4 so lang wie der Vorderrand, das Wurzelglied
stark verbreitert (Fig. 72), unten konkav (Augendeckel),
ohne Nebenaugen; die Palpen sehr kurz
hängend, Maxillarpalpen mehrgliederig, eingeschlagen.
Die Hinterschienen abstehend bedornt. Das Flügelgeäder
stark modifiziert, die Discoidalzelle offen, die
¡‘¡cu/a Z. Hopf und Basalgliei
Adern oft frei verlaufend. Die Raupen minieren,
die Verpuppung erfolgt in einem Cocon, meist außerhalb, bei wenigen Arten in der Wohnung.
36. Gattung Nepticula Z.
Der Kopf rauh behaart, hinten schopfig (Nackenschöpfe). Vorderflügel ziemlich kurz, zugespitzt,
durch die Befransüng nach außen verbreitert und abgerundet, rauh oder glattschuppig; die
Hinterflügel schmaler, mit ziemlich geradem Vorderrande. Die
Vorderflügel mit rudimentärem Diskus, ohne Wurzelschlinge,
Ast IV kurz mit III verschmolzen, V und « lang, bis zum
Saume ziehend oder Ast IV lang am Ende mit III verbunden,
V kurz, schwach, a hinter der Flügel mitte in IV einmündend;
auf den Hinterflügeln III und IV ungeteilt (Fig. 73).
66 .N e p t i c u l a t u r b i d e l l a Z. Taf. VI (XXX), Fig. 51.
Flügelspannung 6\ /2—7 XA mm. Die Vorderflügel grob