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ist «las von MILLER zuerst beobachtete Hiiuten der Colpoda Cuctiifiis (des lirncMomts nmcronatus uud
des nbrio Anguilluhi). IJei Anguil/u/a fluvintiUs sali ieli es niu 24. Juli 1830 ebenfalls selbst.
Die geograpliische Verbreitung der Familie erstreckt sich über ganz Europa, das nordwestliclie Asien,
und ist im südwestlichen Asien Arabiens erkannt. Kolpodeii leben auch in lichtlosen Tiefen der Bergwerke.
Uebersicht der 5 Gattungen der Familie der Busenthierehen:
/ I 1 am Rücken fclilend Colpoda
(„ut a„sstUJ|,barer kar.cr Zunge . . . p\„nper„ j ParamCCium
••^"S''"'''® • \ ) .i.it Rüssel nnd Seliwanz An i p h i l c p t U S
( ^""S"' j mit Seliwanz ohne Rüssel Urolcptus
?Iit einem .ingenimnkte Ophryoglcua
I I U N D E R T Z W A N Z I G S T E G A T T U N G : BUSENTHIERCHEN.
Colpoda. Kolpode.
CHARACTER: Animal e Colpodeorum faniilia, occllo dcstitutum, lingua brevi, ventre ciliato, dorso imdo.
CARACTÈRE: Animal (le la famille des Kol/todés, sans oeil, pourvu (Fune petite langue, le ventre
garni de cils, le dos nu.
Die Gattung der Busenthierehen ist in der gleichnamigen Familie durch Mangel an Augen, Besitz
einer kleineu Zunge, bewimperte Banchfliiche und nackten Rücken bezeichnet.
ML'LLER gründete die Gattung 1773 mit 5 Arten uud definirte sie als einfache rturclisichtige flache
mikroskopische Wiirmcheu mit busenartig ausgebuchtetem Rande. Jetzt sind 101 Artnamen vorhandeu, von
denen nur 3 hier angewendet werden konnten. JOBLOT'S Zeichninigen der Colpoda CucuUus samuit der
eigenen Ansicht des Thierchens lagen offenbar MCLLEB' S Idee bei der Gattung hauptsäcidich zum Grunde. Die
erste, obwohl unkliu-e, Kenntniss der Formen hatte wahrscheinlich schon LEELWEMIOEK im L'fefferanfguss.
K I S G 1693 und ein Anouyuuis in England von 1703 gaben uidîlarc Abbildungen; erst JOBLOT theilte
1718 nnverkennbare Zeichnungen davon mit. Sie bevölkern häufig die vegetabilischen Aufgüsse in erstaunenswerther
Menge, sind aber im Freien nie häufig, obschon sie in allen Gewässern einzeln sehr verbreitet
erscheinen. IltLL verzeichnete dergleichen 1751 als Paramecium secundum und tertiurn, und copirte
die Zeicinuingen von 1703. ELLIS verband wohl solche Formen 1769 unter dem Namen Volvox Torqnilln
mit Chilodon. Nach MLLLER' S Begründung der Gattung Kolpoda 1773 liaben SPALLANZANI, SCHRANK,
GLEICHEN, GÖZE, HEURMANN, ABILDGAARD und SWANING neue Beobachtungen darüber mitgetheilt. MC'LLER
verzeichnete 1780 noch 3 neue Arten seiner Gattung und mit HERRMANM 1784 noch eine 4te, aber 1786
im Ganzen 14. PALLAS und LINNÉ nainncn keine dieser Formen in ihre Systeme auf. GMELIN verzeichnete
1788 in LINNES Systema Natur, ed. XIIl. MÜLLERS b Xrtca Kolpoda von 1773. Boso wiederholte 1801
in BIFFON S Naturgesch. (ed. iu duodec.) MCLLEB'S Arten von 1786. SCHRANK verzeichuete 1803 7 Arten
aus eigener Beobaclitinig, worunter eine neue war. LAMARCK, OKEN und die späteren Systematiker haben
M I L L E R S Arten wiederholt. BORT DE ST. VINCENT änderte 1824 viel, indem er 22 Arten seiner Gattung
Kolpoda beschrieb, aber nur 4 von MÜLLER darunter aufnahm, wovon nur 1 Art hier beibehalten werden
konnte; dagegen hat er die wahre Ilauptform iils Amiba nnd Bursaria doppelt verzeichnet. Vibrionen
von MÜLLER und Figuren von JOBLOT haben seine Artenzahl hergegeben. Gleichzeitig (1823) 1825 hat LOSANA
in Tin-in 64 Arten mit neuen Namen besclirieben und säunntlich, aber in rohen Umrissen und völlig
unkenntlich, abgebildet. Seit 1830 ist versucht worden, die innere Organisation als Character der Gattung,
und Colpoda CucuUus als Normalform festzustellen. .— Die Organisation ist sehr mannigfach, aber vollständig
nur bei einer Art, ermittelt. Wimpern auf der Bauchfläche vor und hinter dem Munde dienen als
nicht zahlreiche Bewegungsorgane, daher ist die Bewegung oline Lebhaftigkeit, — Die Ernidiruugsorgane
sind ein, durcli Mund und After bezeichneter, Darm mit vielen polygastrischen Blasen, welchc bei 1 Art
Farbe aufnahmen. Beide Mündungen des Darmes sind neben einander auf der ausgeschweiften Bauchfläche.
Der Mund hat eine warzenartig hervOrschiebhare Zunge oder Gauinenflächc. — Als Sexualorgane sind selir
feine netzartig verbundene weissliche Eierselmüre und deren Auswerfen durch die Afteröffnung bei Einer
Art direct beobachtet. Bei 2 Arten ist eine helle contractile runde Blase, und bei der dritten Art sind deren
2, auch ist eine grosse ninde oder ovale Drüse im mittleren Körperraume bei 2 Arten von mir erkannt.
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Tafel XXXIX. Fig. V.
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ttueer- und Langstheilung ist von mehreren Beobachtern angegeben. Die starke Anfüllung des Körpers mit
Eiermasse und Magenzellen hat bisher nicht erlaubt, noch andere Details zu erkennen, aber ein Häuten
wurde von MÜLLER bei C. CucuUus beobachtet uud von mir bestätigt.
Die geographische Verbreitung der Gattung ist in Holland, England, Frankreich, Dänemark, Prcnssen.
Baiern, Elsass, Piémont, Rnssland, Sibirien, Italien nnd Nordafrika beobachtet. C CucuUus und Cucullio
leben auch iu lichtlosen Tiefen der Bergwerke des Altai.
4 9 8 . Colpoda CucuUus, kappenartiges Busentliierclien.
C. corpore tnrgido leviiis compresso, reniformi, antica parle saepe teniiiiirc.
Kolpode Capuce, h corps gonflé, Ugcremmt comprimé, en forme de rognon, muvent aminci an
bout antérieiir.
7 - 8 of M M a i» »» 0»!., Ko. K.KS, Plnlo>. Tvan„c, . Vol XVIL 1M3. 861 Fj; .
AMml, sinri of m, Kmtmln Eg;,, BAKE», tlio Miorosc. maiU .asy, 174'!. eJ. V. p 70.
P,„m,ci„m s«.»,ta., 11,11, Nataral Mstor, of Animais, 1751. Figu,- copTt .»n 1703.
T<.r,«.VI», ELI ,S? PMlo.opl,. Transact. LIX. p. 149. Fig. 2. 1/69.
K«/,W» Cl.™;;»«, MÜ11S», Verm. list Fig. XVl. M. 1776. d i l M
. . . ,„. . a . xx. F .
„ „ . , .. . . .. . 1, „ , . 3..
Ko;,»,!« //ipp.n-tp,», , et MÜ11.ER, Nat„rtorscllct, XX. p. 169. Taf. III. Fig. 57. c. 60. «84.
M,,.,;.. e,,«,.,., LAMA.CK, Hist. nat. des an. sa„, verl. I. p. «0. 1815.
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CoI,.O,I,. C«c..;i«s, GRAVEKHOKST, Nova Acta Nat. Cur. XVI. p. 865. <832.
A n f e n t l i a l t : In Delft? nn,l Haarle.n-, Lei London!, in Modena, in «t r a s s l w g ? , Tnrin!, in Co,,™^^
fenslein!, in München, bei L i n z ? nnd Landsl.ut!, 1,ei Berlin !, Quedlinburg? nnd Breslan?, in I'etersbn.g! nnd Uralsk., .m Berg
„ c r k e von Smcinogorsk! nnd in Tobolsk! Sibiriens, aneli in Tor am Sinai Arabiens! beobachtet.
Diese Tblerehen gehören zn den gemeinsten in allen Aufgüssen .on Pnan.enstolTen und damit stin„„t ancl, sehr wohl ihre iilier-
. n s „rosse „eo^raohische Verbreitung überein. Es mögen also die Fonnen dieser Art in allen Braunen und Bachen mehr oder «en ger
ir^ vor^-uden se,n, stündlich'eingeschöpft und „a,getrunken werden. Dessenungeachtet linden sie sich ke,„es«egs -
allen Inrnsionen. Bis znin Jahre 1831 fand ich sie nheraus hänfig in denselben in Berlin, seit em ist es mir "" «
zahlreich za erhalten. Es mag an meiner Lokalveränderung liegen. LEEU«..HOEK sah sie wolil.iin PfelTer-, KI^G . , Ha e U ^
^OB^OT fand sie in Korni i l iren!, Fenchel-, Kornlilnmeu-, Sennesbliitter-, Nelken-Inru^on nnd im Auster^asser. L « ^ ^
Paramecmm compresmm.. Er nennt sie Dut e l s ä eke , Silliernieren, Gold-Kurbissc, grosse Fiscl el u nnd kleine
Î T s U r V l - s h inlich sah er zuerst Läugcn-SelbsttheUung. Hi.. copirte 1751 nur die früheren Be^aclitui^en des a„oÎ
e i Engländers vou 1703. Ei.is in London nannte es wahrseheinlicli mit a,i!oäon O^cullulu.: -- ^ ^ J ;
a htete vielleicht zuerst c,ueere Selbsttheilung. Mii.LEn fand es in Copenhagen in alten '' ' «
sen mit den inneren Ku^reln bei Vohoa: Globator, die er für Juuge hielt, und sprach 1786 (gegen GUZE die von den S|.aleren
: : lls AuXm;; beimt.te, Meinung aus, dass Lein guter Beobachter ein wirMches Yerschling., von Çi In . o n . ^^^
hen hahe. Das Platzen beim Verdunsten des Wassers hielt er ffir Auswerfen der Brut, und er glaubte ein Hauten beob 1 zu haben
s man zuweilen 2 optische Bilder (umbram uniu., p. 81.) sieht, wnsste er selbst. SrA.L.«ZA« kann - ' ^
und Kolpoda mit seinen eierlegeuden S c h n a b e l t h i e r c n gemeint haben. SciinA»K sah es in Anfgussen von B . udsta^i 1er PI an
n 1 7 7 ^ n Linz, nnd iu stinkenden Heu-Aufgüssen 1803 in Landshut, seheint aber
wechselt zu haben. GÖZE sah in Quedlinburg 1776 dergleichen Formen von
MÜLLER nicht anerkaimte.
HERBMAHN-S Figuren aus Strassburg sind iinklar. Sehr deulliche, ja die besten Aum „ --
. ER »ab GLEICHEN .alilreich von seinem Sehiosse Greife,istein als P a n d e l o q n e n t h i e r c h e n . Er fand sie in Anfgussen von Korn
Ge st: Erbsen und besonders von Hanfsamen, und hielt sie für die Alten aller Heineren Infusor eu, , ® f.
oder Auswerfen schon, nnr unklar, nnd hat die contractile Blase als hellen Fleck nebt,g angegeben An, CCAAHD F-'"' ™
Hen A l i ssen stehe ideni Wasse -, in Aufgüssen von bornholnier Kreide, säehsisdier Walkerde und i,^and,scher Lava, auch we n er
™ ^ r ^ i « » « . « heimisellte.' SwA»r.o gab oberlläehliehe Beobachtungen und ''"l'S- ^ I
l e h t e t e die Oueertheilung wieder und gab die bisherige beste Abbildung. LAMAUCK nannte sie falsehbdi K u k u k s t i iere, weil MÜLT
E R T I T LEIU E.vnOEK's Vergleiehnng .nit Knkukseiern citirt hatte. Bon. folgte LAMAUCK „nd beobachtete sie wie er sagt, in
P a is :rbsu lISI-A scheint sit in T ^ i n aneli gesehen zu haben, hat aber viele ganz
lieu. Im Jahre 1823 fand ich sie auf der Reise mit Dr. HEMPnicii in Tor am S.nai
Reise mit Herrn vo» HUMBOLIIX in Sibirien, erwaclsen denüicli in Tobolsk, als jüngere Form in o6 Sasclienen (Larhter) Teafe de.