
als tychoplanktische s E lemen t a u ftre te n k a n n u n d sich d an k den E ig en h e iten ih r e r E r n
ährungsweise in demselben einige Zeit h a lte n kann.
Die T empe ra tu rg ren z e , die hei d e r 0 . atra im B a ik a l angetroffen wurde, w a r 3,60
b is 19°.
Ophryoglena oblonga Ga jewska ja (Abb. 45).
E in e neue Ophryoglena-A rt aus dem Baikalsee, k u rz von m ir in ein e r vorläufigen
Mitte ilu n g im J a h r e 1927 beschrieben.
Großes In fu so r, 280—350 (x lan g u n d bis 70 [/. b re it. D e r K ö rp e r is t biegsam, elastisch,
jedoch n ic h t k o n tra k til. D e r K ö rp e r is t langgezogen, schmal, die Vorder- u n d H in te ren d en
v e rschm ä le rn u n d ru n d e n sich allmäh lich ab. D e r K ö rp e r is t d o rso v en tra l ab g ep la tte t,
seine S eitenlinien sind schwach gebogen; dies, wie au ch die ausgezogene F o rm verleihen
dem In fu so r ein w u rm a rtig e s Aussehen. Das In fu so r is t n ich t durch sich tig , in ten siv d u n k
e lg rau p igm en tie rt. Das P la sm a en th ä lt eine g roße Anzahl k le in e r F e tttro p fe n ; d ah e r ist
das S tu d ium des In fu so rs seh r erschwert. D e r Leib is t g leichmäßig m it se h r feinen, k u r zen,
n ah e b e ieinander sitzenden W im p e rn bedeckt. Die W im p e rre ih en v e rlau fe n in meridio-
n a le r R ichtung. Die Mundöffnung h a t k e inen bedeutenden Um fan g u n d lieg t im vord e ren
K ö rp e rv ie rte l a u f d e r lin k en Seite. Die U n te rsu ch u n g d e r S tru k tu r des M u n d a p p a ra te s ist
bei lebenden wie au ch bei fixie rten E x em p la ren wegen des g e rin g en Umfangs wie auch
wegen d e r sta rk en P igm en tie ru n g des K ö rp e rs m it g roßen Schwierigkeiten ve rbunden.
Augenscheinlich is t diese S tru k tu r fü r die G a ttu n g Ophryoglena typisch. Das sogenannte
„Uhrgläschen“ , ein s ta rk lichtbrechendes Gebilde, dessen Be stimmung u n b ek an n t ist, und
d as sich bei allen b ish e r beschriebenen freilebenden Ophryoglenen am M u n d a p p a ra t befindet,
is t bei u n se re r A r t n ich t gefunden worden. Ebenso w u rd e d e r Pigmentfleck, der
sich bei e inigen Ophryoglena-A rten in d e r V o rd e rh ä lfte des K ö rp e rs befindet, v e rm iß t; es
is t n a tü rlic h möglich, daß die s ta rk e P igm en tie ru n g des K ö rp e rs diesen Fleck m a sk ie rt,
wenn er ta tsä ch lic h v o rh an d en ist. E in e p u lsierende Vakuole befindet sich in d e r v o rd e re n
H ä lfte des Körp e rs, a u f d e r re ch ten Seite. Das P la sm a e n th ä lt zahlreiche, ziemlich große
Trichozysten, die regelmäßig v e rte ilt sind u n d senk re ch t zu r Körperobe rfläche stehen.
D e r Makronukleus, d e r von v e rlä n g e rte r ellip tisch e r F o rm ist, lieg t in d e r h in te re n K ö rp
e rh ä lfte gewöhnlich etwas sc h räg zu r Längsachse des Körp e rs. Die Bewegungen des I n fusors
weisen eine mäßige Geschwindigkeit au f. E s mu ß d a ra u f hingewiesen werden, daß
die vorliegende freilebende A r t sich am meisten den zwei von L. L. R o s s o l i m o beschriebenen
p a ra s itä re n Ophryoglena-Arten n ä h e rt, die dieser F o rsch e r gleichfalls dem B a ik a lsee
entnommen h a t, u n d zwar den 0 . pyriformis u n d 0 . intestinalis, die im D a rm d e r im
B a ika lsee Vorgefundenen T u rb e lla rien schmarotzen. Dieser F o rs ch e r b emerkt, d aß beide
A rte n g a r kein e S p u r aufweisen von d e r Red u k tio n oder S pezialisierung, die den P a ra s ite n
eigen sind: ih r M u n d a p p a ra t is t vollkommen entwickelt, das P la sm a is t p igm en tie rt u n d
e n th ä lt Einschlüsse; selbst die Trichozysten, die doch gewiß fü r einen D armschmarotzer
a ls u n n ü tz e Organellen erscheinen, sin d h ie r e rh a lten . E s is t möglich, daß h ie r zwischen
0 . oblonga u n d den zwei beschriebenen Schmarotzerformen ein d ire k te r Z usammenhang
besteht.
0 . oblonga is t im Ba ika lsee sehr v e rb re ite t u n d leb t ausschließlich in d e r U fernähe,
h au p tsä ch lich u n te r Algen: Ulothrix, Tetraspora, Gomphonema, se ltener u n te r Drapar-
naldia. U n te r diesen Bedingungen e rn ä h r t sich 0 . oblonga von Algen u n d dabei fa s t au sschließlich
von d e r ep ip h y ten Diatomee Ceratoneis. Indessen fü rc h te t dieses In fu so r auch
n ich t Orte s ta rk e r P u trifik a tio n u n d wird oft in Bedingungen vorgefunden, welche an dere
Mitglieder d e r Uferinfu so rien g em e in sch a ft wie z. B. Holophrya perlucida, Aspidisca lyn-
ceus u. a. vermeiden. Gleich Blepharisma coeruleum u n d e inigen P e ritric h e n , h ä lt sich
0 . oblonga in kleinen se ichten Uferbuchten, wie au ch in d e r Zone der R a n d lin ie des W a sse
rs ungeschützter U fe r au f, wenn das Wasser bei lan g a n h a lte n d e r stille r u n d h e iß e r W itte
ru n g s ta rk d u rchw ä rm t wird , s ta g n ie rt und ein Teil d e r Tie r- u n d Pflanzenwelt a llm äh lich
a b s tirb t u n d sich zersetzt. In diesem F a lle e rn ä h r t sich 0 . oblonga von den B a k te rien
un d den in Z erfall begriffenen Pflanzenre sten. N ich t se lten w ird dies In fu so r in den mazer
ie rte n K reb sk ad a v e rn vorgefunden, deren Gewebereste u n d F e tt ihm a ls N a h ru n g dienen.
W ird auch in Algenfladen gefunden, die vom U fe r in die offene See weggetrieben sind
u n d bei s tille r W itte ru n g um h e r sch wimmen.
Die T empera tu rg ren z en , bei denen 0 . oblonga im Ba ika lsee angetroffen wurde, sind
3— 22°; somit e rsche int dieses In fu so r als eu ry th e rm e Fo rm. E s ersch e in t gleich Blepharisma
coeruleum als ty p isch e r V e rtre te r d e r Gruppe e u ry a sta tis ch e r Organismen, die an
die Uferzone des Baikalsees gebunden sind.
Ophryoglena pelagica sp. nov. (Abb. 46, 47).
Großes In fu so r, 225— 270 lan g u n d bis 1.20 ^ b re it. D e r K ö rp e r is t biegsam, jedoch
n ic h t k o n tra k til, am v o rd e ren E nd e zugespitzt, am h in te re n ab g erundet, oder ein wenig
v e rschm ä le rt. Das v o rd e re Kö rp e ren d e is t na ch lin k s umgebogen. D e r K ö rp e r is t nich t
abgeflacht f die dorsale Seite ersch e in t jedoch meh r ausgebogen, besonders im zentra
le n Teil, als die v en tra le . Die Mundöffnung lieg t im v o rd e re n V ie rte l des K ö rp e rendes,
an d e r v en tra len Seite, ab e r schon beinahe a n d e r Grenze zwischen d e r v en tra len
u n d d orsalen Seite. Sie is t deutlich b emerkbar als halbmondförmige E in b u c h tu n g a n der
re ch ten Seite des Körp e rs. D e r M u n d a p p a ra t is t sehr g u t entwickelt. Die S tru k tu r des
Mundes u n d des Schlundes is t im allgemeinen die fü r die G a ttu n g Ophryoglena typische.
Das sogenannte „Uhrg lä sch en “ is t lin k s ü b e r dem Mund gelegen. Die W im p e rn bedecken
den K ö rp e r in seh r dichten Me ridionalreihen, die sich vom h in te re n E nd e zum vord e ren
ziehen. Au f d e r v e n tra le n Seite stoßen sie a n den H in te rra n d des Mu n d ap p a ra te s, die Seiten
s tre ifen umbiegen den Mund u n d stoßen am V o rd e rte il des K ö rp e rs in einem Winkel
zusammen. D e r W im p e rm an te l is t ä u ß e rs t ch a rak te ristisch fü r diese A rt. Die Wim p e rn
sind ziemlich lan g , dün n u n d seh r dich t gestellt. Sie schlagen n ich t einzeln, wie dies gewöhnlich
den freilebenden Ho lotrichen eigen ist, sonde rn in Gruppen, wobei diese letzteren
n a tü rlic h beim Schlagen die F o rm d reieckiger Bünde l annehmen. E in e d e ra rtig e b ündelförmige
A n o rd n u n g d e r W im p e rn beim Schlagen w ird v ie l h äufiger bei p a ra s itä re n In fu
so rien angetroffen, die lange u n d dichte W im p e rn a u f weisen, u n d diese E ig e n a rt des
W im p e ra p p a ra ts, d e r sich dazu eine d unkle K ö rp e rfä rb u n g zugesellt, v e rle ih t 0 . pelagica
a u f den e rsten Blick eine ziemlich große Ä h n lich k e it m it p a ra s itä re n Formen. Außerdem
schlagen die W im p e rn n ic h t gleichzeitig, ih re Bewegung gleicht Wellen, die vom v ordere
n zum h in te ren E nd e des K ö rp e rs v e rlau fen . Die Bewegungen von 0 . pelagica sind von
ä u ß e rs t m äß ig e r Geschwindigkeit. Das E k to p la sm a besteht aus ein e r dicken homogenen
Schicht, die sehr du rch sich tig is t u n d g u t vom E n d opla sma abgegrenzt werden k an n . Die
dickste Schicht des E k toplasmas lieg t a u f dem zugespitzten vord e ren Körperende. Das
E k to p la sm a is t fe inkörnig, hellgelb g e fä rb t u n d e n th ä lt eine seh r große Anzahl kleiner
un d g ro ß e r F e tttro p fe n ; deshalb ersch e in t d e r z en tra le Teil des K ö rp e rs im Vergleich zu
den sehr durch sich tig en R ä n d e rn u n d besonders zu den vord e ren E n d en dunkel und wenig
du rchsichtig. T richozysten fehlen. Desgleichen der Pigmentfleck im v o rd e re n K ö rp e rte il.