
tik u n te r Ufera lg en bei 12,3°. In allen F ä llen w a r es reichlich v e rtre ten . Als N ah ru n g
d ienten ste ts kleine Diatomeen, die sich in g roßen Mengen u n te r Ulothrix ansiedeln.
N. gutturata ersch e in t v e rm u tlich a ls eine Ufe rfo rm, die a n u n g e trü b te , m it Algen
bewachsene Ufer gebunden ist.
Nassula vesiculosa sp. nov. (Abb. 34).
Kö rp e rlä n g e bis 140 p-, B re ite bis 90 [/.. Der K ö rp e r is t ein wenig in d o rso -v en tra le r
R ich tu n g ab g ep la tte t. Die K ö rp e rfo rm is t länglich-elliptisch, das H in te ren d e gleichmäßig
v e rschm ä le rt, bei einigen E x em p la ren zugespitzt. Das v o rd e re Kö rp e ren d e is t abgeru n d e t
u n d a n d e r re ch ten Seite abgeschrägt. An d e r Stelle, wo dieses sc hräge E nd e m it d e r re ch ten
S e itenlinie zusammentrifft, kommt k la r ein Winkel zum Vorschein. A u f d e r linken
Seite, im v o rd e re n K ö rp e rte il w ird eine kleine E in b u c h tu n g wahrgenommen. Der v o r dere
R a n d der E in b u ch tu n g b ild e t ebenfalls m it dem v o rd e re n lin k en K ö rp e rra n d einen
Winkel. Von diesem v o rd e re n lin k en Winkel v e r lä u ft sch räg län g s d e r v en tra len Seite in
d e r R ich tu n g des Mundes eine ad o ra le Wim p e rre ih e . Die W im p e rn d e r ad o ra len Reihe
sin d schwach entwickelt, n ich t lang, d ü n n u n d ziemlich weit von e in an d e r abstehend. Die
W im p e rre ih en am ü b rig en K ö rp e r v e rlau fe n m eridiona l, vom H in te ren d e zum vorderen.
A u f d e r re ch ten Seite der v e n tra le n Oberfläche umfassen die W im p e rre ih en die Mundöffnung
b o g en a rtig und bilden a u f der L in ie d e r ad o ra len W im p e rre ih e m it den W im p e rre
ih en d e r lin k en Seite einen Winkel. Die W im p e rn des K ö rp e rs sin d dün n u n d kurz . Die
Mundöffnung lieg t im vord e ren K ö rp e rv ie rte l, n ä h e r zum v o rd e re n K örperw inke l. Der
S c h lu n d a p p a ra t is t g u t entwickelt. D e r Schlund zieht sich vom Mund rü c kw ä rts u n d nach
lin k s; in d e r R ich tu n g der dorsalen Seite wird e r ein wenig abgelenkt. E r s te llt eine ziemlich
schmale, bis 45 p- lange R öhre d a r, die aus zwei Kegeln au fg eb au t ist, die sich m it
ih ren Grünflächen b e rü h ren : dem v orderen, k u rz en und b re iten , u n d dem h in te ren , langen,
d e r am p ro x ima len E nd e s ta rk v e re n g e rt u n d ein wenig nach lin k s gebogen ersche int. Die
Zahl d e r Stäbchen des Schlundes b e trä g t 14. Sie biegen sich schraubenförmig. Der
S c h lu n d a p p a ra t weist keine P la sm a rin g e au f; der P la sm ak rag en am Munde is t seh r
schmal, dü n n u n d m it Mühe e rk en n b a r. Das E k to p la sm a is t homogen und b irg t eine große
Menge ä u ß e rs t k le in e r F e tttrö p fch en in sich. Das E n d opla sma is t grob v ak u o lisie rt. Die
Waben haben eine regelmäßige sp h ä risch e Fo rm, ih r Umfang ste ig t bis 10—12 [/.; Tricho-
zysten fehlen. E in e p u lsierende Vakuole w urde n ich t gefunden. Der Makronukleus ist
lang, bogenförmig gekrümmt. Der K ö rp e r d urchsichtig, seh r elastisch, die F ä rb u n g g ra u lich,
d e r Pigmentfleck im V o rd e rte il fehlt. Die Bewegungen sind regelmäßig, von m ä ß ig
e r Geschwindigkeit. In den Nahrun g sv ak u o len wurden ausschließlich Diatomeen v o rgefunden.
Nassula vesiculosa w urde von uns a ls U fe rin fu so r in d e r B u c h t I rin d a am 15. V II.
1928 bei 12,40°, u n d am 17. V II. am entgegengesetzten U fe r in d e r B u c h t Mush in a i bei
10,80° angetroffen. In beiden F ä llen fan d en w ir dieses In fu so r in seh r ansehnlicher Menge
u n te r Algen Gomphonema, Ulothrix u n d Draparnaldia; die Nahru n g sv ak u o len en thielten
ausschließlich Köpfchen von Gomphonema u n d Zellen k le in e r Diatomeen, die sich in
b e trä ch tlich e r Menge u n te r Gomphonema-F äd en u n d anderen Ufe ra lg en ansiedeln. N. vesiculosa
w urde auß e rd em am 15. V II. u n d 16. V I I. 1928 gefunden und zwar u n te r Ulothrix-
fäden, die sich losgerissen h a tte n und an der Wasseroberfläche d e r B u ch t I r in d a um h e rtrieben;
Ob erflä chentempera tur 3,90°.
Fam. Chlamydodont ida e Claus.
Chilodon cucullus O.F.M.
Ziemlich häufig am Ufe r, u n te r faulenden u n d lebenden Tetraspora u n d Ulothrix,
bei ein e r T em p e ra tu r von 4— 19°.
Wie bekannt, v a r iie r t dieses In fu so r seh r in seinem Um fan g in A b h än g ig k e it vom
F u n d o rt. An den U fe rn des Baikalsees sind es g rö ß ten te ils kleine F ormen, n ich t g rö ß e r als
50—60 (a. Außerdem fanden w ir C. cucullus in g ro ß e r Anzahl a u f den E x trem itä te n und
Kiemen von Macrochaetopus hranizkii im März 1928. Bei Versetzung dieser pelagischen
Amphipoden in kle in e Thermos-Aqua rien v e r lä ß t C. cucullus se inen W ir t nicht, u n d im
A q u a rium wurde ke in einziges In fu so r vorgefunden. C. cucullus vom Macrochaetopus ist
g rö ß e r als die U ferexemplare; seine Länge b e trä g t im D u rch sch n itt 90 [/•; auß e rd em ist
dies In fu so r au ß e ro rd en tlich durch sich tig . Allem Anschein nach is t bei C. cucullus eine
Tendenz zum E k to p a ra s itism u s angedeutet: dieses In fu so r wurde auch a u f an d e ren P la n k tonorganismen,
z. B. a u f den Kiemen und a u f d e r H a u t des Ukelei ( Z a c h a r i a s , 1893)
verzeichnet.
G. cucullus g eh ö rt zu d en s e h r v e rb re ite ten Bewohnern v e rsch ied e n er k le in e r Wasserbecken, d ie eine gro ß e Menge
s u sp e n d ie rte r und aufgelöster o rganischer Substanzen e n th a lte n (viele a lte Autoren, von d en sp ä te ren G. E n t z , 1883;
A. K a h l , 1926; S a s s u c h i n , 1927—28; M o l a , 1928 u n d v ie le an d re ). In großen Teichen, Seen, F lü ssen w ird O. cucullus
in d e r Regel n u r im lito ra len Gebiet, u n te r Algen, im De tritus, d e r sich a u f d en Stengeln h ö h e re r Wasserpflanzen
abgesetzt hat, usw. gefu n d en ( Z a c h a r i a s , 1893; R u s s k i , 1889; A n d r e , 1912:; W e t z e l , 1928 u. a.). C. cucullus
g eh ö rt ebenfalls zum Bestand d e r Biozönose d e s feuchten Ufersandes, d e s „Psammon“ ( S a s s ü C h i n , 1927, F lu ß Oka).
Wenn w ir u n s a u f diese Weise a u f S ü ßwassér beschränken, so e rsche int C. cucullus
eh e r als eine stenotope Fo rm. W enn w ir jedoch die Ökologie dieser F o rm im Ganzen
be tra ch ten und in E rw äg u n g ziehen, d aß C. cucullus in Meeren (ebenfalls im lito ra len
Gebiet) wie auch in salzigen Binnengewässern vorkommt, so ersch e in t dieses In fu so r
n a tü rlic h a ls eine eurytope F orm. E u ry th e rm e s In fu so r.
Phascolodon vorticetla St.
Kam ausschließlich als pelagische F o rm vor. Im ganzen umfangreichen Bezirk des
n ördlichen B a ik a l, von der B u ch t D u schkatschan bis zum K ap Kotelnikowski, im Oberflächenplankton,
das seh r re ich a n gewöhnlichsten Fo rm en wa r, zu denen sich in d e r Rich tu
n g von d e r D ag a ry -B u ch t gegen Süden b aikalische P lan ktonelemente gesellten. Als
H a u p tn a h ru n g d ienten Andbaena, Clathrocystis u n d Dinobryon; J u li 1927 u n d 1928.
Die Grenzen einiger hydrologischer G ru n d fak to ren , u n te r welchen dieses In fu so r a n getroffen
wurde, sind folgende: T em p e ra tu r 14,98°; O2 10,41; pH 7,5; Oxydierb. 2,07.
F a u r é - F r e m i e t (1924) h ä lt P . vorticella fü r das einzige holoplanktische In fu so r d e r F am ilie Chlamydodontidae.
O. Z a c h a r i a s (1893) gibt dieses In fu so r ebenfalls fü r d a s P la n k to n d e r Holsteinischen Teiche an. Zugleich a b e r ist
P. vorticella auch in k lein en Wasserbecken, Gräben, Lachen usw. (v iele a lte Autoren, von d en sp ä te ren A. K a h 1, 1926)
und in Moossümpfen ve rb re ite t, u n d zwar in d e r sau e rsten Zone d erselb en , b ei pH 3,2—3,8 ( S k a d o w s k y , 1926).
Somit sehen w ir u n s vollkommen berech tig t, P . vorticella im allgemeinen als euro-
tope, noch allem Anschein nach pelagophile F o rm zu b e trachten.
Fam. Dy s t e r i id a e Schout.
Dysteria fluviatilis St.
Ziemlich häufig am U fe r in stagnie rendem Wasser, u n te r faulenden Tetraspora und
Ulothrix; bei ein e r T em p e ra tu r von 6—19°.
R o u x '(1901) fand d ie se Form ( = Trochilia palustris S t.) in d en Becken d e r Umgegend von Genf im F e b ru a r u nd
März; N o l a n d (1925) beobachtete s ie in d en Seen in d e r Nähe von Wisconsin b e i e in e r T em p e ra tu r vo n 0—15,5°.