
Phelsuma cepediana, sonde rn auch einen bedeutend plump e ren H ab itu s u n d eine re la tiv
k ü rz e re Schnauze h a t; auch Phelsuma madagascariensis abbotti von A ld ab ra zeichnet sieh
v o r ih re r a u f Madagaska r lebenden S tammform d u rch einen k ü rz e ren Vorderkopf ans.
D e r kleine Lygodactylus insularis von dem winzigen E ilan d J u a n de Nova in d e r S tra ß e
von Moqambique f ä llt gegenüber dem madagassischen Lygodactylus madagascariensis
d u rch einen deutlich gedru n g en g ebauten K ö rp e r u n d stämmigere Gliedmaßen auf. Sphae-
rodactylus padficus von d e r Coeos-Insel im S tillen Ozean is t nichti n u r g rö ß e r, sonde rn zugleich
au ch p lum p e r g ebaut als d e r k o n tin en ta le Sphaerodactylus lineolatus, von dem er ab zuleiten
ist; au ch Sphaerodactylus gibbus von E x um a Cays (Bahamas) is t eine seh r au ffä llig
ro b u st g ebaute Echse. f i - U n te r den Ig u an id en zeichnet sich Ctenosaura bakeri von der
kleinen Inse l U tilla an d e r N ordküste von Hon d u ra s d urch bedeutendere Größe v o r der
v e rw an d ten festländischen Ctenosaura palearis au s u n d h a t einen viel p lum p e ren Kopf
u n d R um p f sowie einen k ü rz e ren Schwanz ( B a i l e y , 1928, S. 39). Auch Uta palmeri, eine
in su la re Riesenform aus d e r Uta stansburiana-Grnppe, zeigt eine v ie l dickere schwerfällig
e re K ö rp e rfo rm als die ü b rig en Angehörigen dieses Formenkreises. Besonders bemerken
sw e rt is t vielleicht Xantusia riversiana aus dem gleichen Faunengebiete: wie au s u n serem
Bilde (Fig. 2) ersich tlich ist, zeichnet sich auch diese re in in su la re Speeies au s der
F am ilie d e r X a n tu s iid e n v o r ih re r nächsten, a u f dem K o n tin en t lebenden Verwandten.
Xantusia henshawi (Fig. 1), wiederum n ic h t n u r d u rch bedeutendere Größe aus, sondern
auch d u rch einen au ffa llen d plumpen H ab itu s, d e r namen tlich d urch eine re c h t erhebliche
Sehwanzve rkürzung bedingt wird.
U n te r den Glattechsen oder Scineiden g ib t es ebenfalls eine ganze Reihe von In se lformen
m it plumpem H ab itu s: so d e r schon erw äh n te Macroscincus coctei von den K a p v
erden, d an n Riopa bocourti von Neu-Kaledonien, Riopa mentovaria v o n H a lm ah e ra ,
Hemiergis peronii von d e r Kangaroo-Insel (hier nach K i n g h o r n , 1924h, S. 178 offenb
a r in k ü rz e r g ebauten u n d dickeren Stücken vorkommend a ls a u f dem Festlande ), Able-
pharus boutonii ater von Groß Oomoro usw. — E n d lich seien noch d re i Be ispiele fü r die
gleiche V a riationstendenz aus an d e ren Reptilien o rd n u n g en ganz k u rz g en an n t: die große
schwarze Inselschlange Au stra lien s, Notechis scutatus niqer, die nach K i n g h o r n (1929,
S. 148) „ fa irly bulk y in g ir th “ ist; die re in in su la re Klap p e rsch lan g e Crotalus exsul von
de r k a lifo rn isch en Cerros-Insel, die u n te r ih ren V e rwandten den g rö ß ten Ko p f h a t; und
das kubanische Krokodil, Crocodylus rhombifer, das eine ganz au g en fä llig gedru n g en geb
au te u n d sehr hreitsehwänz ige Speeies ist.
Aus allen diesen Beispielen erhellt, daß am Zustandekommen der schweren, robust
gebauten K ö rp e rfo rm n ich t n u r die Ve rd ick u n g des Rumpfes sowie die V e rk ü rz u n g des
Kopfes u n d der E x trem itä te n be te ilig t sind, sonde rn auch die V e rän d e ru n g der
S c h w a n z f o r m : denn die meisten v o rh in g en an n ten In se lrep tilie n fa llen d u rch ih ren
re c h t k u rz en u n d v e rd ick ten Schwanz au f. Da n u n bei Schlangen die Schwanzlänge im
allgemeinen d ire k t p ro p o rtio n a l d e r Anzahl d e r Subcaudalsehilder ist, sei zunächst diese
S chwanzve rkürzung bei Inselschlangen durch einen Vergleich d e r d u rch sch n ittlich en Sub-
eaudalia-Zahlen in su la re r u n d k o n tin en ta le r Crotalus-Arten ve ran sch au lich t. Aus folgenden
Durch sch n ittsw e rten (zusammengestellt n a ch Angaben K l a u b e r s , 1930, S. 25) geh t
die V e rm in d e ru n g d e r Su b c au d a lia bei in su la re n O o fa fa s-P o p u la tio n e n m it a lle r Deutlichk
e it hervor.
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Crotalus iortugensis (insular) 23.9 18.5
atrox (kontinental) 25.3 20.1
lucasensis (insular) 22.7 18.7
„ (kontinental) 25.3 19.9
„ exsul (insular) 22.1 19.5
„ ruber „ 23.5 18.8
» „ (kontinental) 25.4 20;0
Die gleiche E rs ch e in u n g w ird auch bei manchen Schlangen au s an d e ren Gebieten beobachtet:
so zeichnet sieh na ch M. S m i t h (1926, S. 79) die a u f den Mentawei-Inseln (Sibe-
ru t, Sipora) vorkommende brevicauda-Rasse von Boiga nigriceps d ad u rch aus, d aß sie
weit weniger Subcaudal-Schilder (114—124) — also auch einen kürz e ren Schwanz — h a t
als die a u f den Großen Sunda-Inseln u n d d e r Ma layisehen Ha lbinsel lebenden Stücke (134
bis 154).
Auch bei Inselechsen sind kurz e Schwänze weit v e rb re ite t; sie zeigen oft im ersten
D ritte l noch eine besondere Verdickung, die die Schwanzwurzel ü b e rtrifft. K ä m m e r e r ,
(1926, S. 99) n en n t diese Schwanzve rdickung „eine höchst ch a rak te ristisch e V a ria tio n ...,
die E soweit meine E rfa h ru n g e n reichen — n u r a u f In se ln u n d E ilan d e n auftritt?*:. Wenn
au ch der letzte Teil dieses Satzes n ich t ganz z u t r i f f tE denn au ch bei kon tin en ta len Eide chsen
k e n n t m an seh r dicksehwänzige Formen: Sphenomorphus monotropis u n d fasciola-
tus, Heloderma suspectum z. B. f l , so is t man doch b e rechtigt, die Sehwanzverdickung
zu einem re c h t ch a rak te ristisch e n In se lm e rkm a l zu rechnen. U n te r den m ed ite rran en
Inseleehsen haben nahezu a lle Rassen d e r P ity u sen - u n d Balearen-Eidechsen, wie z. B.
Lacerta lilfordi kameriana (Fig. 3), ungewöhnlich s ta rk verd ick te Schwänze, fe rn e r die
Filfola-Echsen (namentlich Lacerta ftlfolensis filfolensis und L. filfolensis laurentii-müUeri),
die dalma tin isch en Scoglien-Echsen (wie Lacerta melisellensis melisellensis, L. meliseilen-
sis galvagnü, L. sicula cazzae) usw. Auch die maderensische Lacerta dugesii, die ja von
iberischen Mauereidechsen abzuleiten ist, h a t einen dicken Schwanz; selbst die n u r ganz
wenig modifizierte Lacerta muralis columbretensis von den spanischen Columbretes weist
einen dickeren Schwanz a u f als ih re k o n tin en ta le S tam m ra sse (liolepis). Von Scineiden
seien Sphenomorphus richardsonii von den westaustra liseh en Abrolhos, Sphenomorphus
pardalis von den In se ln der T orre s-S traß e u n d Neuguinea, Sphenomorphus fasciatus von
den P h ilip p in e n erw äh n t, die das gleiche Merkmal zeigen; au s dem Form en k re ise des
Ablepharus boutonii f ä llt namen tlich die caudatus-Form von d e r In se l J u a n de Nova in
der S tra ß e von Mocambique d u rch einen ungewöhnlich dicken und plumpen Schwanz a u f
(vgl. Fig. 4); au ch das einzige te rre s tris c h e R e p til d e r Be rmudas-Inse ln, Eumeces longi-
rostris, zeichnet sich d u rch einen au ffa llen d dicken Schwanz a u s ^ S Schließlich sind
Schwanz Verkürzungen u n d -Verdickungen auch von einigen Inselsäugern, so von Mäusen
aus den Gattu n g en Apodemus u n d Evotomys d e r In n e re n Hebriden, beschrieben worden.
Ab e r n ic h t alle Inselechsen oder -Schlangen neigen zum ro b u ste ren K ö rp e rb a u oder
zu r V e rk ü rz u n g des Schwanzes. Manche in su la re Rep tilien können nämlich soga r einen
s c h l a n k e r e n H a b i t u s ausbilden als ih re festländischen Verwandten; doch t r it t diese
Tendenz anscheinend wesentlich se ltener a u f als die entgegengesetzte. So is t z. B. die Ko p fform
von Crotaphytus insularis (Angel de la Gu ardia-Insel, Golf von K alifornien) schmäler,
die Schnauze län g e r a ls heim k o n tin en ta len Crotaphytus collaris baileyi. Japalura mit-
sukurii von Botel Tobago bei Formosa h a t eine län g e re und schmälere Schnauze als die
formosanische Japalura swinhonis. Bei Eumeces longirostris von den Be rmudas is t der