
Fam. Geometridae.
(Hampson, Ind. Moths III. p. 138.) ^
Die Geometriden stellen eine wohlcharakterisirte abgeschlossene Familie von schlank gebauten
Nachtfaltern dar, welche vielfach am Tage oder in der Dämmerung fliegen. Sie sind wie
folgt zu definiren:
„Zunge vorhanden, selten fehlend. B e in e und Tarsen schlank, v er länge rt, n ack t oder leicht mit
Haaren bekleidet. A u f den Vorderflügeln b ildet Rippe 1 a und 1 b e in e Gabel, 1 c fehlt; Ad er 5 kommt v on
d er Mitte der Discocellularen, oder v on etwas über ihr, 7 en tsp rin gt v o n 8, 9. A u f den Hinterflügeln ist
e in e Haftborste gewöhnlich vorhanden, nur in w en ig en Gattungen fehlen d ; Rippe l a ist sehr kurz, in ein ig en
Formen deutlich fehlend; Rip pe l b läuft zum Analwinkel; l c fehlt; 8 hat ein en g u t en twicke lten Prae-
costalsporn.“
D ie Raupen sind besonde rs charakterisirt durch das Feh len d er drei ersten Abdominalfusspaare,
wodurch s ie g e zw u n g en sind beim Vorwärtsbewegen den Hinterleib d es Körpers dem T horax nahe zu
b r in g en : Spannraupen.
Hampson theilt die im indischen Gebiet vorkommenden Spanner, denen sich die des
Bismarck-Archipels unmittelbar angliedern lassen, in sechs Subfamilien ein. Ich folge seiner Eintheilung
aus Zweckmässigkeitsgründen, wenn auch auf diese Weise z. B. unter den Boarmiden
recht differente Formen vereinigt werden.
A. Auf den Hinterflügeln Rippe 5 verkümmert und ohne Vorsprung des
Aussenrandes am Ende der Falte, welche die Ader repräsentirt . . Boarmiinae.
B. Ader 5 der Hinterflügel völlig entwickelt.
a) Ader 5 der Hinterflügel näher au 6 als an 4 . . . . .. . Geometrinae.
b) Ader 5 der Hinterflügel entspringt von oder unterhalb der Mitte
der Discocellularen.
a1) Ader 8 der Hinterflügel mit 7 durch eine schiefe Querader
nahe der Basis v e rb u n d en ......................................................Orthostixinae.
b1) Ader 8 der Hinterflügel mit 7 an der Basis anastomosirend,
dann rasch abzweigend.......................................................Acidaliinae.
c1) Ader 8 der Hinterflügel frei, sich 7 an der Mitte der
Zelle n ä h e r n d ............................................. Oenochrominae.
d1) Ader 8 der Hinterflügel mit 7 anastomosirend bis über die
Zellmitte oder mit ihr durch Querast verbunden über der
Zellmitte............................................................Larentiinae.
Von diesen sechs Subfamilien scheinen nur die Orthostixinae im Bismarck-Archipel zu
fehlen; die ändern sind sämmtlich vertreten.
Subfam. Boarmiinae.
Die Boarmiinae haben nach Hampson, I. M. III. p. 139:
„Hinterflügel mit verkümmerter Rippe 5, oh ne Vorsprung am Aussen ran de am Ende d er Falte,
w e lch e d ie Rippe vertritt, Rip pe 6 u nd 4 beträchtlich g enähert, Rippe 8 frei, nahe b e i 7 bis zu unge fähr
d er Zellmitte laufend, sehr selten mit ihr anastomosirend.
A u f d er Unte rseite der Vorderflügel findet sich e in e Grube ein er h y a lin en Membran an der
B a sis v o n Rippe 1, die v ielleich t als Tympanum dient, b e i vie len Arten b e i den c f c f ; we lche r Character
kaum b e i anderen Schmetterlingen wieder gefun d en wird. E ine an de re sehr charakteristische Structur ist
die E rwe iterung der Hinterschienen beim <0 mit einer Falte, we lche einen lang en Haarbüschel enthält
(Riech organ).“
Von den zahlreichen Gattungen, welche Hampson aus der indischen Region aufführt, sind
nur wenige im Bismarck-Archipel vertreten.
Gattung Nadagara Walker.
Die Gattung ist über Japan, Khasis, Nilgiris, Ceylon, Andamans, Borneo nach Hampson,
I. ,M. III. 193 verbreitet und zeigt die nachfolgenden Charaetere:
„Palpen am zweiten Gliede haarig, über den Stirnfortsatz reichend, drittes Glied vorgestreckt,
Fühler des c f einfach. Hinterschienen nicht erweitert. Vorderflügel v o rg e zo g en und sp itz am Apex, Rippe 3
entspringt von der Zellecke, 7, 8, 9 sind g eteilt, vor dem Winkel en tsp r in g en d ; 10 au s 11. A u f den Hinterflü
g eln kommt Rippe 3 von der Z ellecke; d ie Fransen b eide r F lüg e l sind le ich t g ew e llt.“
246. Nadagara vigaia Walker, Cat. 24, p. 1093; Hampson, 111. Het. VIII, pl. 156 f. 15;
Hampson, I. M. III. p. 194, flg. 107 c f : Nilgiris, Ceylon.
„40 mm. Grau, blassbraun und dunkelbraun bestäubt, K op f gelblich braun. Vorderflügel mit unbestimmter
gekrümmter antimedialer L in ie , zuwe ilen mit dunklen Flecken a u f derselben, ein dunkler Fleck
am Zellende, e in e sch iefe dun kle L in ie v on d er Costa v o r dem Ap ex zur Mitte des Innenrandes, mit v e r waschenem
Braun am Innenrande und we iss am äusseren. Hinterflügel mit ein er medialen Linie und Spuren
ein e r gekrümmten submarginalen Lin ie, Fransen beider F lü g e l braun.“
Von Ralum (Licht c f 7. Aug. 1897, 2 2. Nov. 1896) in der D a h l’schen Sammlung.
Auf den Hinterflügeln zwischen der medialen braunen, nach aussen weiss eingefassten Querlinie und
dem Aussenrande noch eine weitere, mit der vorigen parallele und gleich gefärbte Querlinie.
Eine solche ist auf der Abbildung bei Hampson, 111. typ. Het. nur angedeutet. Das bei
Hampson, Ind. Moths als c f abgebildete Stück dürfte wohl eher ein 2 darstellen, da das c f
einen verlängerten Hinterleib mit deutlichem Haarbüschel hat.
In der R ib b e ’schen Sammlung ein 2 von Neu-Pommern (Kinigunang).-
Gattung Macaria Curtis.
Diese Gattung hat nach Hampson’s Aufstellung (Ind. Moths III, 201) die nachfolgenden
Charaetere:
„Palpen haarig, sch ie f v o rg e stre ck t und über den kurzen Stirnfortsatz reichend. Fühler des c f
gewimpert, selten g ezähn t. Vorderflügel des c f mit einer Grube; Rippe 3 v on der Zellecke, 7, 8, 9 g e stie lt
v om obern Winkel, 10 fehlend, 11 frei. Hinterflügel am Aussenrande b is Rippe 4 stark g ew in k e lt u nd leicht
b e i Rippe 6 ; Rippe 3 v on der Zellecke.“
247. Macaria emersaria Walker, Cat. 23, p. 925 ; Hampson, I. M. III. p. 207; Moore, Lep.
Ceyl. III. p. 466; Hampson, 111. typ. Het. IX. p. 142, pl. 174, flg. 18 (Semio-
thisa emersaria).
In R ib b e ’s Sammlung von Neu-Pommern (Kinigunang)^';,:).
„Grau, blass- und dunkelbraun bestäubt. Hinterleib mit dunklen Flecken a u f dem Rücken. Vorderflü
g e l mit subbasalem dunklem Fleck, unbestimmte sch iefe antemediale, mediale und postmediale Lin ien vor
der Costa g ew in k e lt und v on rötlichen F lecken ausgehend oder kurzen Binden an der Costa; ein dunkler
F leck am Zellende, die postmediale L in ie mit einem costalen röthlichen Fleck über ihr und einem dunklen
F le ck bei Ader 4; Aussenparthie leicht dunkler; der Rand röthlich u nter dem Ap ex. Hinterflügel mit u nb estimmter
antemedialer L in ie; ein dunkler Fleck am Zellende; dunkle g ew e llte postmediale Linien, e in e g rau e
und röthliche Bestäu b un g über ihr, e in e marginale dunkle Lin ie, beide F lü g e l a u f den Adern des Aussen-
th eils blasser. Unte rseite mit breitem röthlichem, postmedialem Band mit gew elltem Aussenrande. c f 32,
2 40 mm. India, Ceylon, Burma.“ Hampson.