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Druck der O ehler’sch en Buchdrucker ei, Heilbronn.
Einleitung.
Sammeln, Untersuchen.
Von den in der vorliegenden Arbeit beschriebenen 60 Arten von Ostracoden sind nicht weniger
als 51 in der nächsten Umgebung von Greifswald gesammelt, und zwar in verhältnissmässig kurzer
Zeit, ein Resultat, das einigermaassen für die Brauchbarkeit der angewandten Methoden spricht. Ich
will diese Methoden, die sich eng den an anderem Ort (1894 p. 1 ff.) für die marinen Ostracoden
beschriebenen anschliessen, kurz auseinandersetzen. Dieselben lassen sich mit geringer Modification für
zahlreiche andere Formen des süssen Wassers verwerthen. Zum Sammeln der Ostracoden bediene ich
mich eines Käschers mit starkem eisernem Ring von etwa 14 cm Durchmesser, der mittelst einer
Hülse auf einen Stock aufgeschraubt werden kann. Der Sack des Käschers ist aus sogenanntem Canevas
gefertigt, ein Stoff, der sich nach meinen Erfahrungen zu diesen Zwecken am besten eignet; er soll
nicht zu kurz, etwa 30 cm lang sein, er ist nicht zugespitzt, endet vielmehr breit. Da ein gewöhnlicher
Spazierstock oft beim Abfischen des Randes eines Gewässers im Stich lasst, bediene ich mich
eines Bambusstabes von 1,70 m Länge. Vom Boot aus habe ich nur selten gefischt, es ist diese
Fischerei auch mit den gleich zu beschreibenden Manipulationen schwer zu vereinigen. Weiter führe
ich stets ein oder zwei Siebe mit mir. Dieselben bestehen aus einem mit kurzem Griff versehenen
Drahtrinc, welcher annähernd den gleichen Durchmesser hat wie der Ring des Käschers; an diesem Ring
befestige ich einen aus derbem Leinen gefertigten cylindrischen, in der Mitte ein wenig bauchförmig
erweiterten Sack von etwa 18 cm Länge, dessen unteren Abschluss ein kreisförmiges Stück Drahtnetz
mit etwa 3 mm Maschenweite bildet; eventuell bediene ich mich noch eines feineren von nur 1,8 mm
Maschen weite.
Das Sammeln erfolgt in der Weise, dass ich, wo zahlreiche Wasserpflanzen vorhanden sind,
zwischen denselben herumfahre, durch Anstossen, Schütteln etc. die Thiere von den Pflanzen zu entfernen
suche, dann mit dem Käscher auffange. Die grosse Mehrzahl der Arten lebt nicht zwischen
Pflanzen, sondern auf dem Grund der Gewässer, zwischen todtem Laub, im Schlamm etc. Die zum
Fano1 der genannten Formen meines Wissens ziemlich allgemein angewandte Methode, den Boden mit
einem Netz abzustreifen oder abzukratzen, halte ich für wenig empfehlenswerth. Um die Grundbewohner
zu erlangen, fahre ich mit dem Käscher möglichst energisch in der Entfernung von wenigen
Centimetern über den Boden hin, wirble durch den Wasserstrom alles auf, was nicht fest am Boden
haftet, bemühe mich dann, indem ich rasch mit dem Netz umkehre, die aufgewirbelten Sachen aufzufangen.
Durch wiederholtes Hin- und Herfahren wird man der kleinen Sachen, die nicht fest auf dem
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