
Die Nachtfalter des Bismarck-Archipels.
Fam. I. Saturniidae.
Diese Familie, welche in der palaearctischen, nearetischen, neotropischen, afrikanischen,
orientalischen und australischen Region vertreten ist, enthält die grössten Nachtschmetterlinge des
indoaustralischen Gebietes. Sie haben grosse breite, den kurzen Hinterleib überragende Flügel,
welche mit bunten Augenflecken auf. der Querader versehen sind. Ader 1 b der Vorderflügel ist
an der Basis gegabelt, 1 c fehlt. Die Hinterflügel haben keine Haftborste und nur eine Innenrandsader.
Die Zunge fehlt, die Palpen sind klein, die Fühler bei beiden Geschlechtern doppeltgekämmt,
beim J die Kammzähne lang. Die Beine sind kurz, haarig, ohne Sporen. Die Raupen sind
lßfüssig, unbehaart, aber mit dornigen Höckern oder Warzen besetzt; sie verspinnen sich in
einem Cocon.
Die im Bismarck-Archipel bis. jetzt beobachteten Saturniiden können, wie die der indoaustralischen
Fauna überhaupt, in zwei Gruppen zerlegt werden.
A. H in t e r f l iig e l in e in e n S c hw a n z v e r l ä n g e r t:
Hierher die einzige Gattung Coscinocera Butler mit der Art hercules Miskin.
B. H in t e r fl ü g e l o h n e V e r lä n g e r u n g am A n a lw in k e l.
Hierher die Gattung Antheraea Butler mit den Arten godeffroyi Butler und dahli
Weymer.
A. H in t e r f l ü g e l in e in e n S c hw a n z v e r l ä n g e r t .
Gattung Coscinocera Butler.
Diese Gattung ist in Färbung und Zeichnung mit der bekannten Gattung Attacus L. verwandt,
aber von ihr durch den Besitz eines langen Schwanzes am Hinterflügel, ähnlich wie bei
Actias Leach unterschieden. Die einzige hierher gehörige Art, welche als Attacus hercules (Cap
York) von Miskin zuerst beschrieben wurde, ist in drei geographischen, von Rothschild unterschiedenen
Formen in Neu-Mecklenburg, Neu-Guinea und North-Queensland gefunden worden.
1. Coscinocera hercules Miskin, Proc. Ent. Soc. London 1875, p. XXVI;
Trans. Ent. Soc. Lond. 1876, p. 7.
C. omphale Butler, Pr. Zool. Soc. 1879, p. 164. New-Ireland.-
C. hercules omphale Butler, Rothschild, Nov. Zool. V. p. 79 (1898).
B u tle r beschreibt ein von Neu-Guinea und weist auf die australische Form hin. Um
Wiederholungen der ähnlichen Beschreibungen zu vermeiden, gebe ich hier die vergleichenden
Diagnosen, welche R o th sch id über die drei geographischen Lokal-Formen aufstellt (1. c. p. 79),
in Uebersetzung wieder.
a) Coscinocera hercules omphale Butler.
F lü g e l oben mehr röthlich, als in den fo lg en d en Formen, w e isse s Band der basalen Hälfte der
F lü g e l auswärts n icht schwarz b eg renz t; postmediane w e isse L in ie zwischen den Adern nicht scharf begrenzt,
g le ich breit (2 mm), g e r a d e zwischen den Adern, ihr innerer Rand dunkler, a ls d ie Grundfarbe der F lü g e l,
ab e r n icht so schwarz, als b e i den Formen v o n Neu-Guinea u nd Queensland. D e r Augenfleck der Vorderflü
g e l is t u nr egelmässig elliptisch, nicht rundlich, und h at e in dreie ck ige s hyalines Centrum, dessen läng e r e r
Diameter (7 mm) parallel mit dem postmedianen Baud läuft, während der kür zer e Diameter die ses h yalinen
F le ck s p arallel zu den Adern bei den ändern Formen ist; der hy a lin e F leck bei omphale ist v on we iss umg
eb en , a u f we lche s ein breiter gelblicher Ring (5—7 mm) folgt, welcher v ie l mehr g e lb ist, als die Grundfarbe
d e r F lü g e l u nd einen schwarzen Rand hat. D ie Entfernu n g zwischen Augenfleck und postdiscalem Band
ist u ng e fäh r 5 mm. D e r Au g en fleck der Hinterflügel is t b einahe rundlich (13 mm), der lä n g e r e Durchmesser
des h yalinen Centrums ist wieder parallel zu dem p ostdiscalen Band; d ie Färbung' d ie selbe w ie aut den
Vorderflügeln. A u f der Unte rseite ist die L a g e des Au gen flecke s besonders bemerkenswerth, der g e lb e R in g
um das h yalin e Centrum 5 mm w e it mitten zwischen den Adern: ? unbekannt. (Neu-Irland) Neu-Mecklenb
u r g .“
b) C. hercules eurystheus Rothschild.
Attacus hercules Oberthür (nec Miskin) Etud. d’Entom. XIX. p. 34. T. 1. f. 1. cT (1894
Ansus, Jobi Island).
<J. Aeusser es Band der Vorderflügel v ie l weniger weiss, w ie b e i hercules hercules, bestehend
in etwas verdu n ke lten we issen Möndchen, welche a u f den Vorderflügeln we it g etren n t von einander
und einwärts braunschwarz gerand et sind. B asale s Band auswärts mit einem braunschwarzen Rande.
De r vordere, halbmondförmige T he il die ses Bandes steht in einem Abstande von 13 mm von dem schwarzen
Rande des Augenflecks. D ie Au gen flecke sowohl der Vorder- als Hinterflügel sind sehr klein, stark drei-
e ck i° \ das der Vorderflügel erreicht das postdiseale Band, sein gelb er R in g ist w enig e r g länz en d als bei
omphcde, in der typ isch en Form von D o r ey 2 mm an der Ba sis breit, b e i Exemplaren v on Neu-Guinea 4 mm,
Augenfleck der Hinterflügel mit dem lan g en Durchmesser des hyalin en Centrums in einem Winkel von un ge
fähr 45° zum p ostdiscalen Band; hyaliner F leck klein, Diameter 2 u nd 4 mm. Aug'enflecke auf der Unterse
ite mit hyalin em Centrum w ie oben, aber der g e lb e Ring von beinahe demselben röthlichen Braun w ie d ie
in n e r e L in ie der postdiscalen Bänd er u nd schmaler als oben. Da s typische Exemplar ist viel dunkler oben,
als omphale, während die Exemplare von Deutsch Neu-Guinea omphale in der Färbung der Grundflecke
sich nähern.
2 . Verschieden v o n hercules herdules dadurch, dass die A u g en flecke k leiner sind, d ie g rau en und
rothbraunen Schuppen ausserhalb des postdiscalen Bandes mehr ausgedehnt, und dass in dem cellularen
The il der we issen L in ie des basalen Bandes der Vorderflügel 8 oder 9 mm Abstand ist v om schwarzen Ring
des Augenflecks; ln die sen Charakteren stimmen drei v on W aigeu , Mifor u nd Fergusson Irland überein,
während s ie unter sich v er sch ieden sind in der Breite der we issen L in ie des postdiscalen Bandes, in der
L a g e der hyalin en F le ck e und der Grundfärbung der Unterseite. D ie hyalin en F le cke sind b e i dem W a ig eu $
so gro ss w ie b e i einem Queensland-Exemplar. Neu-Guinea (Dorey, Constantinhafen), Waigeu, Mifor.“
c) Coscinocera hercules hercules Miskin, Proc. Ent. Soc. London p. 26 (1875). Cap Yoik.
Oberthür, Et. d’Ent. XIX pl. 1. J .
W ie eu rysth eu s, aber die A u g en flecke v ie l grösser, das hyaline Centrum breiter, das der Vorder-
flüo-el 7 7 2mm b is 12 mm, w e isse L in ie des cellularen gekrümmten Theils des basalen Bandes der Vorderflü
g e l 10 mm entfernt v on dem schwarzen R in g des Augenflecks, lehmgelber aussermarginaler The il der
Vorderflügel breiter; w e isse L in ie des p ostdiscalen Band es mehr ausgedrückt. Körper oben blasser.
2. Vorderer T h e il des basalen Bandes der Vorderflügel oben nur 4 oder 5 mm entfernt vom schwarzen
R in g d es Augenflecks, während bei eu ry sth eu s die Entfernung 8 - 9 mm beträgt; Aussen ran dsgegen d der
Vorderflügel oben a u f g rö sse re Ausdehn u ng hin ohne g ra u e u nd rothbraune Schuppen. Körper blasser. D ie
Grundfärbung der F lü g e l we chselt v on Wallnussbraun zur Siennafärbung; die basalen und äusseren marginalen
T he ile lichter. Vaterland: Nord-Queensland: Cairns u nd Cooktown.“
B. H in t e r f lü g e l o h n e V e r lä n g e r u n g am A n a lw in k e l.
Gattung Antheraea Hübner.
Die Vorderflttgel sind an der Basis eingezogen, gegen den abgerundeten Apex hin ausge-
buehtet, der Aussenrand ist stark ausgeschnitten. Die Hinterflügel sind abgerundet. Die Zellen
beider Flügel geschlossen. Die Gattung wird in Afrika, Japan, China, den Philippinen, Indien,
.Ceylon, Burma, den Andamanen und Java nach Hampson I. M. I. p. 18 angetroffen.