
Von Neu-Pommern (Kinigunang) liegen in der R i b b e’schen Sammlung verschiedene Exemplare
dieser niedlichen Art vor, von welcher Z elle r die nachfolgende Beschreibung gibt:
„Kleiner als p a vo n a c e lla CI., besonders au sg e z e ich n e t durch die v ie r grossen, den g a n z en Hinterrand
d er Vorderflügel einnehmenden, tiefschwarzen Flecke . Körper graubraun. Taster die Kopflänge überragend,
horizontal, etwas dick mit schwarzem Endg’lied. Fühler dünn, b räunlichweiss g'eringelt. Brust und Bauch
weisslich.“ D ie Beine (bei dem Zeller’schen Exemplar abgebrochen) sind schwarz und we iss g e r ing e lt, die
Mittelschienen mit starken Sporen. „Vorderflügel l 3/^7 lang, w ie bei p a vo n a c e lla gesta ltet, graubraun, mit sehr
zahlreichen, zu Querlinien g eo rdn eten Schüppchen, wodurch die Fläche wie bei hellen Nebelbinden durchz
o g en erscheint. Der Hinterrand wird von v ie r tiefschwarzen F lecken eingenommen, we lche einwärts abgerundet,
nur durch g elb liche Adern g etren n t u nd basalwärts mit. g elb lichen B o g en lin ien e in g e fa sst sind
(hiervon ist bei den mir v o rlieg end en Exemplaren nur w en ig zu bemerken); v on ihn en ist der u nterste der
g rösste, die zw ei in der F lüg e lspitz e sind d ie kleinsten und b e id e zusammen kaum so g ro ss w ie der dritte;
j ed e r enthält 1 oder 2 g länz en de lilafarbene Schuppen n ahe am Hinterrand. Fransen g'rau, v on ein er dunkleren
L in ie dur chzogen. Hinterflügel ohne d ie Bestäu b un g der Vorderflügel, daher dunkler, in der Mitte mit
einem u nr eg elmä ssig en we isslichen Fleck und v o r dem Hinterrand mit ein er etwas w in klig en weisslichen,
den Vorderrand nicht erreichenden Querlinie. Zwischen ihr u nd der Mitte des Hinterrandes ist e in e aus lilaglänz
enden Schuppen g eb ild e te Linie. Unte rseite der Vorderflügel braungrau, mit sehr fe in en aus schwarzen
Atomen bestehenden Querwellen durchzogen, v o r den w ie oben beschaffenen Marginalflecken hellgrau.
Hinterflügel auch mit schwarzen Atomen, ü br ig ens dunkler g e z e ich n e t w ie oben und g e g e n d ie Wurzel noch
mit einem weisslich en Wisch.“
Z e lle r erwähnt einen sehr hervortretenden dunklen, heller eingefassten nierenförmigen
Fleck in der Mitte der Vorderflügel nicht. Auf seiner Abbildung ist das Thierchen nicht ganz
treffend wiedergegeben. In der Dahl’scken Sammlung sind mehrere Exemplare, von Ralum Waldthal
26. Mai 1896 und von Ralum 27. Mai 1896. Hierbei bemerkt Professor Dahl: „Breitet
sitzend die Flügel pfauenartig aus.“ Z elle r, Beiträge zur Kenntniss der nordamerikanischen
Nachtfalter (Verh. zool. bot. Ges. Wien 1895) Bd. XXV. p. 320 gibt bei Choreutis pretiosana
Dup. schon an: „zu beobachten bleibt, ob pretiosana beim Sitzen auf Blumen die Flügel so sonderbar
verbogen trägt, wie bjerleandrella.“ Er scheint damit dieselbe Beobachtung zu meinen, die
Prof. Dahl bei der verwandten BrentJiia quadriflorella gemacht hat.
Gattung Simaethis Leach.
(Leach, Edinburgh. Enc. IX. p. 135; Snellen, Tijd. v. Ent. Bd. XVIII. p. 70.)
Diese Gattung wird von von Heinemann (Schmett. Deutschi, und der.Schweiz. 2 Abtli.
Bd. II. Heft 1) wie folgt charakterisirt:
„Palpen au fg eb o g en , die beiden ersten Glieder u nten meist abstehend beschuppt, oft so, dass die
Schuppen in der Mitte und am Ende ein en kle inen vortretenden Zahn bilden, das Endglied w en ig kürzer
und schmäler als das Mittelglied, an der S pitz e g e stu tz t oder schwach au sgerandet. D ie Vorderflügel breit,
ihr Innenrand w en ig k ürzer als der Vorderrand, der Saum ste il, g eschw un g en , so dass er in der Mitte rundlich,
wenn auch oft sehr schwach vortritt, die Spitze etwas v o rg e zo g en , kurz zu gerundet. D ie Zeichnung
besteht aus zw ei dunklen, me ist lich t a n g e leg ten oder aus zwei lichten, dunkel gesäumten Querlinien v o r und
hinter der Mitte, die hintern, oft auch die v o rd em stark g e z a ck t und au s einem dunklen Schattenstr eif vor
dem Saum. D ie Fransen haben an der W urzel die B eschuppung der Flüge lfläch e von einer deutlichen dunklen
T h e ilu ng slin ie begrenzt, dahinter sind s ie am Innenwinkel, in der Mitte d es Saumes und an. der F lüg e lspitz e
dunkel, dazwischen am Ende mehr oder wenig er breit licht. D ie Hinterflügel gleichfalls in der Breite v erschieden,
dunkel graubraun, bisweilen mit weisslicher oder rostgelbe r Zeichnung, die F ransen an der Wurzel
mit dunkler Linie. D ie Fühler schmal weiss u nd schwarz g e r ing e lt, die B eine dunkel bestäubt, d ie Hintersch
ien en mit den lan g en obern Spor en v o r der Mitte, d ie F ü sse h ell und dunkel g efle ck t.“
Die mir aus dem Bismarck-Archipel vorliegenden.Arten sind sämmtlich bräunlich ockergelb
mit dunklen Binden, einzelne auch mit metallischen Schuppen.
433. Simaethis basalis Felder und Rogenhofer, Reise Nov." Lep. T. 138 f. 19: Amboina;
A. Pagenstecher, Jahrb. N. V. f. Nat. 1888, p. 120 n. 692: Amboina, Jahrb. N. V.
f. Nat. 1886, p. 77 n. 174: Aru.
Diese Art ist in der Dahl’schen Sammlung von Ralum (Waldthal 24. Mai 1896) und in
der Ribbe’schen von Neu-Pommern (Kinigunang) vorhanden.
15 mm. Vorderflügel am Grunde schwarzbraun, durch anfangs hellgelbe, dann rothbraune, leicht
schwar z g ew ellte, dann wied er rothbraune ebenfalls g ew e llte Querbinden v on der dunklen Aussenhälfte ab-
g e the ilt. D ie s e 'is t gelbbraun, stark schwarz bestäubt n eben der zweiten Querbinde, ebenso w ie am Hinterw
in k e l u nd n ahe dem Apex. Hinte rflü g el am Vorderrand schwarz, in der Mitte und am Hinterwinkel g e lb lich,
durch ein en schwarzen Strahl durchzogen. Fransenlinie schwarz, Fransen gelblich. Brust schwarz,
Hinterleib bräunlich. Beine schwarz, we iss ger ing e lt. Fühler ger inge lt.
434. Simaethis taprobanes Zeller, Horae Soc. Ent. Ross. 1877 p. 176, pl. II f. 65:
Ceylon; Meyrick, Pr. Linn. Soc. N. S. Wales 1886, p- 256: Ceylon, Neu-Guinea;
A. Pagenstecher, Jahrb. N. V. f. Nat. 1886, p. 78 n. 175: Aru; 1888, p. 120 n.
693: Amboina. '
In der Ribbe’schen Sammlung von Neu-Pommern (Kinigunang]^.-
Zelle r gibt folgende Beschreibung dieser Art:
„Körper gelbbraun, doch g a n z mit Rostbraun übe rzogen. Taster wenig läng e r als der Kopf, horizon
ta l, g l alt, gelblich, braun gefleckt. Fühler fein, schwarz und we iss ger ing e lt. Bauch hell rostfarbig, mit
schwar zer , v ollständ iger Mittelstrieme. Beine stark; rostgelb, an den Schenkeln blass. Vorderschienen und
Vorderfüsse schwarzfleckig. Mittelschienen in der Mitte und am Ende durch Borsten verstärkt, vor der Mitte
mit einem schmalen, vor der Spitze mit einem breiten schwarzen Ring, Mittelfüsse an der Wurzel rostgelb,
d ann schwarz mit einem reinweissen Ringe. An den Hinterbeinen sind die starken Schienen b orstig mit
zw e i b r e item schwarzen Ringen, als die Mittelschienen; das erste Fu ssglied ist schwarz, am Wurzeldrittel
rostgelb, das fo lg en d e Glied schwarz, mit schmaler gelb er Wurzel, das dritte reinweiss, die zw ei folgen d en
schwarz! Vorderflügel etwas über 3'" lang, länglich, nach hinten stark erweitert, mit scharfer Spitze. D ie
lehmg elb e Grundfarbe ist reichlich mit rostfarbenen Nebelflecken bestreut. Von der Mitte ist e in e gerade,
rostfarbene, mit einem w e isslich en Costalfleclc an fan g en de Binde, welche a u f beiden Seiten von der Grundfarbe
w ie mit dunkelbraunen Lin ien g esäumt wird. Hinter der Mitte ist e in e schwarze, mehrfach, besonders
oberwärts g eb o g en e und w in klig e, hier und da v erdickte Querlinie; sie wird hinten „breiter als basalwärtg
rostfarbig* ein g efa sst u nd hat basalwärts einen we issen Gostalpunkt als Anfang; der Einfassung. Fransen
g e lb lich weiss, an der Flüge lspitz e als ein Fleckchen schwarz, an der Mitte des Hinterrands u nd am Innenwinkel
breit schwärzlich. Hinterflügel verhältnissmässig klein, d reie ck ig, am Analwinkel rechtwinklig, an der
S p itz e spitzwin klig rostgelb, an der Wurzel breit rostbraun bestäubt, am Vorderrand schmal schwarzbraun,
u n d in ein ig e r Entfernung vor d er schwarzen Hinterrandslinie mit einem b reiten schwarzbraunen Querstreifen,
d e r sich g e g e n die g le ich fa rbig e Flüge lspitz e erweitert. Fransen kurz, bräunlichgrau mit gelblicher W urzellin
ie . Unte rseite der Vorderflügel lehmgelbbraun, am Innenrande b is v o r dem Innenwinkel breit rostgelb,
der Vorderrand hinter der Mitte mit einem we issen Punkt. Hinterflüg*el rostg*elb mit schwarzem Queraderfleck
und einze lnen schwarzen Stäubchen, der Querstreifen der Oberseite ist dünner und reicht vom Vorder-
rand, wo er erweite rt ist, bis in den Innenwinke l.“
In der Sammlung R ib b e von Neu-Pommern (Kinigunang).
435. Simaethis lutescens Felder und Rogenkofer, Reise Nov. Lep. T. 138 f. 16: Amboina;
A. Pagensteelier, Jahrb. N. V. f. Nat. 1888, p. 121 n. 694: Amboina.
Von Neu-Pommern (Kinigunang) in der Ribbe’schen Sammlung.
Vorderflügcl braungelb mit schwarzer Querlinie a u f Vs. we lche breit metallischgrünblau nach aussen
« in g e fa s s t ist. Aussentheil gelb lichb rau n ; mit schwarzen Flecken und metallischgrünen F lecken oberhalb der
Zelle. Eine nach dem Apex hin vom Costalrande spitz zulaufende, dann zum Aussenrand ab biegend e und
a n fa n g s diesem parallel, dann nach einem Haken zum Innenrande laufende, metallisch grünblaue Binde.
Hinterflügel hellbraun, im Grunde mit drei schwarzen Strahlen nach dem Aussenrande. F iansenlin ie schwarz,
Fransen gelb. Hinterleib gelbbraun mit dunklen Ringen.