
Gattung Angonyx Boisduval.
Bei dieser Gattung spitzen sich die Fühler allmählich in einen langen Haken zu, die
Palpen sind an der Spitze breit, die Vorderflügel in der Mitte des Aussenrandes auswärts gekrümmt;
die Hinterflügel haben einen abgerundeten Vorderwinkel.
15. (12) Angonyx testacea Walker.
Perigonia testacea Walker Cat. VIII. p. 102.
Angonyx test. Moore, Lep. Ceyl. II. pl. 89 f. 1; Hampson, Ind. Moths. I. p. 101 f. 58: Silhet,
Nilgiris, Ceylon.
Angonyx emilia Boisduval, Hét. I. p. 318. pl. 8 f. 1 ff (1875): Ternate; Pagensteeher,
Jahrb. Nass. Ver. f. Nat. 1888, p. 25 n. 211: Amboina.
Panacra ella Butler, Pr. Zool. Soc. Lond. 1875, p. 246; Trans. Zool. Soc. Lond. IX.
p. 550 pl. 92 f. 7 $ (1877).
I n der R i b b e ’sch en Sammlung befindet sich ein Exemplar v on Neu-Pommern (Kinigunang) dieses
v o n Indien, Ceylon, den Molukken bekannten 58 mm g ro ssen Schwärmers. De rselbe ze ich ne t sich au s durch
g rü n en Kopf, Brust u n d Hinte rleib; die F lü g e l sind g leich fa lls g rü n und haben ein g ra u e s Mittelband der
Vorderflügel, über we lche d ie selben schwärzlich gefä rb t sind, e in e g ew e llte submarginale L in ie u nd schwarze
Fransen. D ie Hinte rflügel sind röthlichbraun, am Grunde dunkler, am Aussenrand braun. D ie Unterseite
is t röthlichgelblich, der Aussenrand grünlich.
Subfam. Sphinginae.
Die Sphinginen zeichnen sich dadurch aus, dass die vorderen Segmente ihrer Raupen nur
wenig kleiner sind als die hintern, der Kopf derselben in der Ruhe abwärts geneigt gehalten wird
und das Horn, wenn vorhanden, lang und gekrümmt ist. Die Puppen haben eine äussere Scheide
für den Rüssel, welcher beim Schmetterling sehr lang ist.
Von den vier im indoaustralischen Gebiet beobachteten Gattungen (Protoparce, Pseudosphinx,
Apocalypsis und Nephele) sind bisher nur die beiden ersten im Bismarck-Archipel nachgewiesen.
Gattung Protoparce Burmeister.
Diese überaus weit verbreitete Gattung ist cbärakterisirt durch die viereckige Beschuppung
der Palpen an der Spitze, wie dadurch, dass Ader 6 und 7 der Hinterflügel von der oberen Zellecke
entspringen und die obere Discocellulare sich zum Ursprung der Ader 5 nach auswärts krümmt.
16. (13) Protoparce convolvuli Linné.
Sphinx convolvuli Linné, Syst. Nat. I. p. 490 (1758).
Protoparce convolvuli Hampson, Ind. Moths. I. p. 103 f. 60: Europa, Afrika, Asia, Borneo,
Java, Celebes, Lombok, Ternate; G. Semper, Phil. Schmett. p. 404, Taf. II. f. 5,
6, 7 (Raupe, Puppe); Leech, Tr. Ent. Soc. 1898, p. 286.
Sphinx convolvuli L. Pagenstecher, Jahrb. Nass. V. f. Nat. 1888, p. 20 n. 194: Amboina;
Snellen, T. v. E. Bd. 22 p. 64: Celebes.
Protoparce orientalis Butler, Tr. Zool. Soc. IX. p. 609; Moore, Lep. Ceyl. II. pl. 75 f. 1,
l a (Raupe, Puppe); Forsayeth, Tr. Ent. Soc. 1884, p. 391 (Raupe).
Diese Art, unser gewöhnlicher Windenschwärmer, ist in der Dahl’schen Ausbeute von
Ralum, zum Licht 7./VIII. 96 und 3./II. 97, aus der Puppe gezogen 15./II. 97 $ ; in der R ib b e sehen
Sammlung von Neu-Pommern (Kinigunang).
D ie Exemplare sind, bedeutend k le ine r w ie u nse re europäischen. De r Kopf, Brust u nd e in Streifen
ü be r dem Hinterleib sind grau, der letz te re mit seitlichen rothen und schwarzen Querbinden a u f jedem S e g ment,
unten g rau . D ie Vorderflügel sind grau mit schwarzen Streifen, stark g ezahn te r postmedialer Linie
u n d u nr eg e lm ä ssig en schwarzen Streifen am Ap ex . D ie Hinterflügel sind g ra u mit dunklen Binden.
80—120 mm.
Die europäische Form der Raupe ist etwas verschieden von der exotischen, indem sie einen
schwarzen Fleck über jedem Seitenstreifen hat. G. Semper beschreibt die auf Manila auf Winden
und Camote lebenden Art, wie folgt:
„In d er J u g en d ist s ie we isslichblaugrün mit sieb en weissen Querstreifen und n icht sehr grossen
Luftlöchern. Kopf, F ü sse u nd das sehr lange , n i c h t g e b o g e n e H o r n sind grün. Später wird die Raupe
braun mit sieb en schwarzen Querstreifen mit helleren Schattirungen, der g ro sse K opf hellbraun mit schwarzen
Zeichnungen, F ü sse und das g e b o g e n e Horn schwarz, Luftlöcher sehr g ro ss und schwarz. Unterhalb derse
lb en läuft in der g an z en L ä n g e der Rau pe ein ins fleischfarbige schimmernder Streifen, der durch die
Gliederfalten unterbrochen scheint. D ie a u sg ew a ch sen e g rü n e Raupe hat ein en zweiten schwarzen Strich
und schwarz e in g e fa sste Luftlöcher. D ie Pu ppenruhe dauert 15—19 T a g e .“
Gattung Pseudosphinx Burmeister. (Diludia Grote und Robinson.)
Diese Gattung ist von der vorigen durch den gradlinigen, schiefen (nicht gebogenen) Verlauf
der Discocellularen der Hinterflügel verschieden; die Adern 6 und 7 der Hinterflügel sind gestielt
oder kommen von der obern Zellecke. Die Palpen sind an ihrem dritten Gliede mehr zugespitzt
und weniger breit, als bei der vorigen Gattung.
17. (14) Pseudosphinx discistriga Walker.
Macrosila discistriga Walker Cat. VIII. p. 209 (1856) ; Semper, Verh. zool. bot. Ges. Wien
1867, p. 699, T. 23 f- 2 a, 2 b.
Pseudosphinx discistriga Moore, Lep. Ceyl. II. pl. 73 f. 1, 1 a, 1 b (Raupe und Puppe);
Hamspon, Ind. Moths. I. p. 105 f. 61: China, India, Ceylon |(¡¡^melanomera Butler,
macromera Butler, grandis Butler, rübescens Butler, obliqua Walker, increta Walker,
vates Butler, pinastri Walker); A. Pagenstecher, Jahrb. N. V. f. Nat. 1888, p. 20 n.
193 (Meganoton discistriga Boisd.): Amboina; Semper, Phil. Schm. Het. p. 404,
Taf. H. f. 8, 9; Leech, Tr. E. S. 1898, p. 288: Silhet, E.-India, Bomeo, Java,
N.-C. und S.-China.
Der Schwärmer ist in der DahTsehen Sammlung von Ralum 3./I. 97, bei Ribbe von Neu-
Pommern (Kinigunang) vertreten. Durch Herrn Schneider erhielt ich ein weiteres Exemplar von
Neu-Pommern. Die Exemplare variiren, insbesondere in der Entwicklung des dunklen, von Mitte
des Vorderrandes zur Mitte des Aussenrandes ziehenden dunklen Bandes.
Hampson (1:. c.) beschreibt den Falter wie folgt:
„90—140mm. Kopf, Thorax und Hinte rflügel g ra u ; dunkelbraune Binden lä n g s der Seiten der
P a lp en und des Thorax, we lche sich am Metathorax ver einigen, dun kle L in ie u nter dem S ch eitel des Hinterle
ib s u nd pa a rig e v er lo schene subdorsale L inien. Vorderflügel mit ein ig en -du n klen Streifen v on der Costa;
zw e i dun kle Streifen in den Zwischenräumen unter Ader 2 u nd 3, ein dunkler Strich v on der Costa vor
dem Ap ex , abwärts g en e ig t zu Ader 6, dann aufwärts u nd zurück g eb o g en , b ev o r er den Ap ex erreicht;
e in e Re ihe submarginaler Halbmonde; Fran sen braun und we iss. Hinterflügel braun, mit einem blassen
F le cken mit zw e i dunklen Linien ü be r ihm hin n ahe dem Analwinkel. Unterseite blasser, mit unbestimmten
Querlinien. Vier wohl charakterisirte Varietäten sind lo ca l nicht constant: rübescens, dunkelrothbraun mit vortretendem
schiefen schwarzen Streifen v on der Costa d er Vorderflügel zum unteren Zellende und sehr dunklen
H interflügeln; d is c is tr ig a = melan ome ra = m a c rom e ra = g ra n d is , g ra u mit dunkelbraun bestäubt, o bliqua,
w e issg r au mit vortretendem schwarzen Streifen a u f den Vorderflügeln wie bei rübescens, aber for tgese tzt
zum Aussenrand, dunklen Hinterflügeln mit hellem F le c k ; u nd in c re ta — v a te s , blass, leicht braun bestäubt.“
Die vorhandenen Exemplare entsprechen der obliqua- und discistriga-Forrn.
Die Raupe wird von Semper abgebildet und beschrieben (1. c. p. 405):
„Sie leb t bei Manila das g a n z e Jahr hindurch v o rw ieg en d a u f A nona o d o ra tis s im a u nd S p a th o d ea
lu zo n ic a (Dolichandrone). S ie ist g rün mit w e issen Schrägstrichen, Luftlöcher dunkelkirschroth, After dunkel-
Zoologica. H e ft 29. 3