
2. Antheraea godeffroyi Butler.
Syntherata godeffroyi Butler, Annals and Magazine Nat. Hist. ser. 5. vol. X. p. 227:
New-Britain.
„ ff . Gelblich; Vorderflügel am Costalrande u nd dem sübapicalen Theil mit bräunlichen Schuppen
bed eck t, die ihm ein schmutz ige s Au sseh en g eb en ; der Grund des Vorderrandes lilagrau; lila g r aue (aus röth-
lich-chocoladefarbenen und w e issen Schuppen geb ilde te) Streifen, w ie fo lg t: ein tiefgezahn ter Zickzackstreifen
v on u nter dem ersten Medianast zum Innenrand, ein k urzer u nr eg e lm ä ssig g e z ah n t au sgeb uchte te r Streifen
v on der Costa ü be r das äu sse re Drittel der Zelle, und zw e i parallele g ew e llte Streifen, we lche ein Band von
le ich t hellerer F ä rb u ng einschliessen, als d ie Grundfärbung ü be r dem D iscu s; ein kle ine r Au gen fleck mit
schwärzlichgerandetem hyalinem w e issen Centrum und einer we issen Iris rund um g eb en v on einer lilagrauen
L in ie am Ende der Zelle; Costalparthie am A p ex breit lilagrau, dur chzogen v on einem schwärzlichen F le c k ;
e in e submarginale Re ihe v on schuppigen schwar zen F lecken: Hinterflügel mit einem k le inen dreie ckigen
schwärzlichen F leck mit bleich fleischfarbenem Rande am Zellende und unmittelbar g e fo lg t von ein er g e krümmten
Reihe v on u ng e fäh r neu n g ro ssen ungleichen „diamond shaped“ Flecken, w e lch e in L ilagrau überg
eh en ; e in ge z ahn te r au sgeb uchte te r fleischfarbener Streifen, schwärzlich g e fle ck t zwischen den Adern, g eh t
parallel zum Au ssenrande über den Discu s; e in e submarginale Re ih e v o n blassen grau en Flecken. Fühler
röthlich. Halskragen lilagrau, ein w en ig mehr chocoladefarben als d ie F le cke a u f den F lüg e ln und mit
we issem Hinterrand. F lü g e l u nten g efle ck t und geb än d e r t mit chocoladefarben; d ie am meisten hervorste
chenden Z eichnungen sind zw e i centrale Bänder, ein grö sse r apicaler F leck a u f den Vorderflügeln; ein
subapicaler Fleck und e in e d iscale Reihe v on Flecken a u f den Hinterflügeln, e in e submarginale Reihe v on
F le ck en und k le ine A u g en ; der Grund der Costa is t fleischfarbig verwaschen, der L eib mit ein er Reihe
braune r F le ck e a u f jed e r Seite. 147 mm. Neu-Britannien; v e rw an d t mit S. (Antheraea) d is ju n c ta Walker.“
In der Ribbe’schen Ausbeute befindet sieb ein (ff) Exemplar von Neu-Pommern (Kini-
gunang), welches mit dieser Beschreibung recht wohl übereinstimmt und nur einige unwesentliche
Abweichungen zeigt, so z. B. in dem Fehlen des dreieckigen schwärzlichen Flecks am Zellende der
Hinterflügel. Durch Herrn S ch n e id e r in Wald empfing ich zwei f f f f , darunter ein durch Zucht
erhaltenes Exemplar, sowie das dazu gehörige rothbraune Puppengespinnst, welches sich nicht von
dem sonstiger Antheraea-Arten unterscheidet.
Ein dieser Art sehr ähnliches befindet sich in der Dahl’schen Sammlung, und ein gleiches
Exemplar lag mir durch die Güte des Herrn von Grabczewski vor. Dieses $ , welches ich
dem erfahrenen Kenner der Saturniiden, Herrn G. Weymer in Elberfeld, vorgelegt hatte, wurde
durch ihn ausführlich beschrieben als
3. Antheraea dahli Weymer (Ent. Nachr. 1898 n. 14, p. 119).
»Von S yn th e r a ta g o d e ffro y i Butl. durch die o ra n g eg e lb e nicht o ck er g elb e Grundfarbe der Oberseite
, durch das röthlich fleischfarbene Mittelfeld, das b e i g o d e ffro y i n icht v on der Grundfarbe abweicht,
durch den n i c h t helleren Streifen der Grundfarbe zwischen den zw ei Zackenstreifen hinte r den Au°-en-
flecken und durch d ie Ein fa ssu ng dieser Au g en fle ck e a u f b eiden F lüg e ln ver schieden. Bei g o d e ffro y i soll
der inn er e R in g d es A u g e s a u f den Vorderflügeln schwärzlich, der äu sse re v eilgrau sein, b e i d a h li ist
ersterer graubraun, letz te rer dunkelbraun. A u f den Hinterflügeln steht bei g o d e ffro y i statt des A u g e s
e in d reie ck ig e r schwärzlicher Fleck mit fleischfarbener E in fa ssu ng ; bei d a h li ist- e s ein vollkommenes
A u g e mit eiförmigem braunen Kerne, der v o n einem we issen u nd e i n em b r a u n e n R i n g um g eb en ist.
Ferne r lie g t d er v o rd er e Theil des ersten Querstreifens b e i g o d e ffro y i im äusseren Drittel der Mittelzelle
der Vorderflügel, b e i d a h li aber v o r d er Mitte der Zelle. D ie brau ne Randlinie fehlt bei g o d effro yi. Von
den neu n gro ssen u ng leichen F le cken, d ie bei g o d e ffro y i a u f den Hinterflügeln unmittelbar hinter dem
Au g en fleck stehen, d eren Gestalt „diamond shaped“ g en a n n t wird, sieh t man bei d a h li nichts. D e r Halskrageu
is t b e i g o d e ffro y i v eilg rau , und se in h in t e r e r Rand ist we iss. Bei d a h li ist derselbe aber rothbraun, und
ü be r s e in e Mitte zieht ein we issgraue r Querstreifen, sodass d er hintere Rand wieder rothbraun ist. Der
Bauch hat bei g o d e ffro y i an jed e r S e ite e in e Re ihe brauner F lecke , d avon sieh t man b e i d a h li nichts. (Ich
finde d ie se F le ck e schwach entwickelt.) Auch a u f der Unterseite der F lü g e l z e ig t sich ein Unterschied, in dem
g o d e ffro y i v o r der Spitz e dieser F lü g e l u nd im D iscu s der Hinterflügel ch ocolad en farb ige F le cke hat,
Während wir bei d a h li sehr b reite Querbinden sehen, die mit Ausnahme des Innenrandes der Vorderflügel
ü be r die g a n z e Breite b eide r F lü g e l ziehen.
Von S. ja n e tta W h ite durch bedeutendere Grösse, durch die g rösse ren dreifach ein gefassten Au g en flecke,
d ie stärker g e z a ck ten Querstreifen, durch die dunke lfarbige S pitz e der Vorderflügel, durch die braune
Saumlinie und a u f der Un te rseite durch die dritte äu sse re dunklere Querbinde verschieden.
5- Neu-Pommern. Weymer.“
Weitere Untersuchungen an grösserem Material, insbesondere auch Züchtlingsversuche,
mögen entscheiden, ob hier zwei eonstant differente Arten oder nur, wid/rch glaube, die beiden
Geschlechter einer Art vorliegen.
F am . 2. Sph in g id ae .
Die Familie der Sphingiden hat eine ausgedehnte Verbreitung fast über die ganze Erde;
besonders entwickelt ist sie in den Tropen. Sie umfasst Schmetterlinge mit kräftigem Körper,
starken Flügeln und einem die Hinterflügel meist um das Doppelte überragenden Hinterleib. Die
Vorderflttgel sind noch einmal so lang als breit, der Saum sehr schräg und die HinterfUlgel klein.
Die Fühler verdicken sieh allmählich, werden gegen die Spitze dünner, haben scharfe Kanten und
beim d* unten eine Borstenreihe.
Die Palpen sind kurz, diek beschuppt. Die Zunge ist stark, hornig, meist lang. Augen
nackt. Beiji|.; stark, mit gut entwickelten Sporen und bedornten Tarsen. Auf den Vorderflügeln
ist Ader 1 am Grunde gegabelt; auf den Hinterflügeln entspringt die Costalis frei, und sind zwei
Innenrandsrippen vorhanden.- Haftborste stark entwickelt.
Die Schmetterlinge fliegen zumeist des Abends. Die Raupen sind nackt, sie haben meist
ein Horn auf dem 11. Leibesring.
Die Subfamilien und Gattungen sind sich nahe verwandt und schwierig zu trennen.
Im Bismarek-Arehipel sind von den im indoanstralisehen Gebiete vertretenen Subfamilien bis
jetzt die Acherontinae, Smerinthinae und Ambulycinae noch nicht nachgewiesen, und es kommen
daher nur die Unterfamilien der Ohaerocampinae, Sphinginae und Macroglossinae in Betracht, welche
sich hinsichtlich der Raupen und Schmetterlinge, wie folgt, charakterisiren lassen (Hampson I. 65):
a) Schmetterlinge mit wenig, vorgezogener Spitze der Vorderflügel. J <? ™it kleinen
seitliehen Ausbuchtungen am Abdomen. Raupen mit retractilen Thoraxringen, der
dritte mehr oder weniger geschwollen. Ohaerocampinae.
b) Schmetterlinge mit sehr langem Rüssel und konischem Hinterleib in beiden Geschlechtern.
Raupen mit nicht retractilen Brustringen, in der Ruhe abwärts gekrümmt.
Sphinginae.
c) Schmetterlinge mit einem Paar seitlicher Haarsehöpfe am letzten Segment bei beiden
Geschlechtern. Thorax der Raupen nach dem kleinen Kopf hin verschmälert. Horn
lang, gekrümmt. Macroglossinae.
Es wäre möglich, dass die Familie d er A cherontiinae, welche a u f den Molukken, ebenso wie die der
Ambu ly c in a e , we lche a u f Neu-Guinea vertreten ist, in unserem Gebiet au fgefun den würden; die Sm en n -
th in a e sch ein en nicht so w e it östlich zu gehen.
B e i den evsteren, den Acherontinae , ist d er Rüssel des Schmetterlings sehr kurz und dick, d ie
Raupen spitzen sich nach dem Kopfe hin zu , haben retractile T horaxringe und ein lang e s, gekrümmtes
wa r zig es Horn. D ie A nibu ly cin ae haben ein en stark v o rg e zo g en en A p ex der Vorderflügel, die d d kleine laterale
Au sbu ch tu n gen am Abdomen; ihre Raupen verschmälern sich nach dem Kopfe zu, welcher grösse r und
ru n de r ist; ihr Horn ist gerade.
Zooligica. He ft 29