
C y p ris re tic u la ta Zad dach, (yavra).
Taf. 16 Fig. 3, 4, 13.
? Cypris reticulata Zaddach 1844 p. 34.
Nicht Cypris affinis F is c h e r 1854 p. 32. Taf. 10 Fig. 9—11.
Cypris affinis L illje b o rg 1853 p. 116 Taf. 11 Fig. 8—14.
i tesselata B ra d y 1866 p. 366 Taf. 23 Fig. 39—45.
reticulata B rad y und Norman 1889 p. 76 Taf. 8 Fig. 1, 2, Taf. 12 Fig. 5—7
(in der Figurenerklärung immer als affinis aufgeführt!)
- Y av ra 1891 p. 99.
Eine wenig charakteristische Form, bei der man vor jedes Synonym ein ? machen möchte.
Leider giebt auch Yavra wenig anatomische Einzelheiten, doch konnte ich Material von ihm vergleichen,
bin danach wenigstens sicher, mit ihm in der Bestimmung übereinzustimmen. Die Namen reticulata und
tesselata beziehen sich auf Larvenformen verschiedener Arten, bei denen eine netzartige Skulptur häufig.
L in k e Schale des ?: Höhe etwas grösser als die halbe Länge (17:32); der höchste Punkt
liegt ziemlich genau in der Mitte; der Dorsalrand bildet einen stumpfen Winkel mit deutlicher, wenig
abgerundeter Ecke; der hintere Schenkel fällt etwas steiler ab als der vordere. Der vordere Schenkel
verläuft anfangs gerade, geht ohne Andeutung einer Grenze in den breit gerundeten Yorderrand über
der hintere verläuft ziemlich gerade bis zu etwa 5/e der Schalenlänge, bildet dort einen deutlichen,
stumpfen Winkel mit wenig gerundeter Ecke mit dem Hinterrand; der Hinterrand fallt in seiner oberen
Hälfte fast geradlinig und mässig steil ab, bildet in seiner unteren Hälfte einen Bogen, der ohne Andeutung
einer Grenze in den Yentralrand übergeht. Der Yentralrand ist in der Mundgegend stark
vorgewölbt. Am ganzen freien Schalenrand ist eine schmale verschmolzene Zone sichtbar, welche von
zahlreichen unverzweigten Porencanälen durchsetzt wird (die Verhältnisse sind wegen der Trübung der
Schale schwer zu erkennen). Der Saum ist auf den Schalenrand gerückt, begleitet den freien Schalenrand
als sehr schmaler Streifen. Am vorderen Körperende findet sich etwa halbwegs zwischen Schalenrand
und Innenrand eine Leiste; dieselbe verläuft von der Mundgegend an auf der Verwachsungslinie.
Die re c h te Schale ist der linken ähnlich, die verschmolzene Zone schmaler. Der Saum entspringt
in der Nachbarschaft des Schalenrandes, überragt denselben nicht, die Leiste zwischen Schalenrand
und Innenrand fehlt. Beide Schalen sind ziemlich dünn mit wenig auffälligen Porencanälen bedeckt-
die Behaarung ist kurz und dünn, am Schalenrand mässig dicht.
F ä rb u n g : Die Schale ist schmutzig dunkelgrün pigmentirt, so dass das Thier bei Lupen-
vergrösserung fast schwarz erscheint. Die dunkle Färbung ist unterbrochen in einem breiten vom Auge
schräg nach vorn und unten verlaufenden Streifen, abgeblasst ist sie meist am ventralen Rand und am
Hinterende, ferner über den Eierstöcken, die als hellerer Streifen besonders deutlich am lebenden Thier
hervortreten, ähnlich, doch weniger deutlich, über den Leberschläuchen. Bisweilen ist die Gegend der
Eierstöcke und Leberschläuche in keiner Weise ausgezeichnet, ist sie es, so pflegen die Ovarien von
sehr dunklen Streifen begleitet zu sein. Das Pigment fehlt an den Schliessmuskelansätzen vollständig,
bisweilen auch an einzelnen Flecken über denselben.
An einem anderen Fundort war die Zeichnung die gleiche, die Pigmentirung aber weniger
dunkel, so dass die Thiere bei schwacher Vergrösserung eher graugrün aussahen.
Von ob en gesehen ist die Breite wenig grösser als die halbe Länge, die grösste Breite liegt
wenig hinter der Mitte. Die Seiten bilden flache Bogen, welche nahe dem vorderen und hinteren
Körperende etwas stärker umbiegen, so dass ein breiter gerundetes hinteres, ein schmaler gerundetes
vorderes Körperende entsteht. Die Rundung beider Enden wird unterbrochen durch ein, resp. zwei
vom Schalenrand gebildete Spitzen. Die linke Schale umfasst die rechte, überragt sie wenig.
Länge 1,1—1,2 mm.
G liedmaassen: Die Schwimmborsten der 2. Antenne erreichen die Spitzen der Klauen oder
überragen sie etwas. Die Klauen der 3. Maxillarlade gezähnt, die eine nur undeutlich.
Die Furcaläste schlank, der Yorderrand an der Spitze, der Hinterrand an der Basis deutlich
gebogen, übrigens gerade, die Klauen schlank, schwach gebogen, die längere wenig länger als die Hälfte
des Vorderrandes, die Hinterrandsborste ziemlich kurz, sie entspringt in geringer Entfernung von der
hinteren Klaue, etwa in 1/5 der Länge derselben.
Bewegung: Das Thier vermag sich trotz lebhafter Bewegung der Antennen nicht frei
schwimmend vom Boden zu erheben, gleitet dicht über den Boden hin.
Yorkommen: Ich habe die Art zweimal bei Greifswald in flachen Wiesentümpeln gefunden,
welche frühzeitig im Jahre austrocknen, und zwar im April und Mai. Yavra fand sie in Böhmen-
Brady und Norman nennen eine Reihe von englischen Fundorten, ferner Schweden, Russland, doch
erscheinen diese Fundorte wegen der Unsicherheit der Bestimmung ungewiss.
Cypris o rn a ta 0. F. Müller.
Taf. 14 Fig. 5, 7, 15.
Cypris ornata 0. F. Müller 1785 p. 51 Taf. 3 Fig. 4—6.
— Zaddach 1844 p. 33.
- L illje b o rg 1853 p. 110 Taf. 10 Fig. 19—22, Taf. 12 Fig. 4.
B rady und Norman 1889 p. 79 Taf. 8 Fig. 8, 9.
Nicht Monoculus ornatus J u r in e und Cypris ornata Fischer.
L in k e Schale des ?: Höhe zur Länge =§¡¡1:1,8; die grösste Höhe hegt etwa auf ®/8 der
Schalenlänge. Der Dorsalrand bildet hier eine abgerundete Ecke, von der aus der Schalenrand in sehr
flachem Bogen, fast geradlinig, deutüch nach hinten abfällt; nahe dem hinteren Ende, auf etwa 9/*> der
Länge und etwa 2/s der Höhe, grenzt sich der Dorsalrand in einer stumpfwinkligen Ecke gegen den
Hinterrand ab. Nach vorn schliesst sich an den höchsten Punkt der breit gerundete Yorderrand. Der
Yentralrand ist fast gerade, in der Mundgegend undeutlich ausgebuchtet, in der Mitte undeutlich eingebuchtet.
Der Hinterrand ist breit gerundet, gegen den Yentralrand nicht abgesetzt.
Die rech te S chale ist der finken ähnlich. Die Yerwachsungslinie entfernt sich vorn ziemlich
weit vom Schalenrand, die verschmolzene Zone ist von zahlreichen schlanken, unverzweigten Poiencanälen
durchsetzt. Der Saum entspringt links dicht neben dem Schalenrand, überragt denselben am Yorderrand
und in der hinteren Hälfte des Yentralrandes; rechts entfernt sich am Yorderrand der Ursprung
des Saumes weit vom Schalenrand, nähert sich der Yerwachsungslinie, kann mit ihr zusammenfallen,
er überragt den Schalenrand nur unbedeutend am hinteren Ende.
Die Schale ist mässig dicht mit kleinen, aber deutlichen borstentragenden Wärzchen bedeckt,
die Behaarung ist ziemlich kurz und dünn und nicht besonders kräftig. Die Oberfläche zeigt eine
ziemlich dichte polygonale Felderung, welche einer Facettenbildung mit Abgrenzung der Felder durch
flache Kanten zu entsprechen scheint. Man wird diese Felderung leicht und sehr deutlich sehen, wenn
man lebende Thiere so auf den Objectträger legt, dass sie nur zum Theil im Wasser liegen; die nicht
benetzten Theile der Schalen, welche das Licht reflectiren, zeigen die Felderung sehr deutlich. Viel