
A sc id ia te ñ e r a Herdman .
1881. A s c id ia teñ era, H e r dm a n : Prel. ß ep . p. 466.
1882. A s c id ia teñ era, H e r d m a n : Tunic. I Challenger, p. 215. Taf. 3 3, F ig . 1—6.
Diese Art wurde von Herrn Dr. Ohlin in zahlreichen Stücken, von mir dagegen überhaupt
nicht gefunden. Da es eine grosse Form ist, die nicht leicht übersehen werden kann, so beruht
diese Verschiedenheit der Sammelergebnisse wohl darauf, dass diese Ascidie in dem von mir eingehender
untersuchten Gebiet, an der Südküste Feuerlands und im süd-feuerländischen Archipel, nicht
vorkommt. Die Fundorte dieser Art, sowohl die Dr. Ohlin’s, sowie derjenige der Challenger-Expedition,
liegen hauptsächlich im mittleren und westlichen Theil der Magalhaens-Strasse und in dem
sich daran anschliessenden südlichen Theil des Smyth-Channel (Ultima Esperanza). Die Challenger-
Expedition dredgte ausserdem zwei Stücke im südlichen Atlantischen Ocean, gegenüber Buenos Ayres.
Die Organisation dieser Art bedarf in mancher Hinsicht noch einer Erörterung:
Die spitzen, dornförmigen Erhabenheiten des Ce l l u l o s ema n t e l s in der Umgebung der
Körperöffnungen sind meist sehr deutlich ausgebildet. Bei einigen kleinen Stücken beschränken
sich diese Bildungen nicht auf die Umgebung der Körperöffnungen, sondern finden sich, wenngleich
etwas kleiner und spärlicher, auch an den übrigen Partien des freien Cellulosemantels. Die Lappen
der K ö r p e r ö f f n u n g c n sind, wie auch bei dem HERDMAN’schen Original-Material, meist scharf
ausgeprägt und erhaben. In keinem Falle aber fand ich an der Ingestionsöffnung ausgesprochen 8
Lappen, wie es für die Ascidiiden die Regel ist. Die meisten Stücke besitzen 7 deutliche Lappen
an der Ingestionsöffnung; bei einigen wenigen schiebt sich ein meist wenig deutlich ausgeprägter
achter Lappen zwischén zwei normal grosse ein, ohne jedoch mit seiner Spitze den kleinen Kreis
der übrigen 7 Lappen-Spitzen zu erreichen. Bei einem einzigen Exemplar wies die Ingestions-
Öffnung nur 6 Lappen auf, und zwar ohne die geringste Andeutung eines verkümmerten Lappens.
In diesem Falle glich also die Ingestionsöffnung vollkommen der Egestionsöflfnung, die, wie es für
die Ascidiiden normal ist, regelmässig 6 gleichförmige Lappen hat. Wenngleich die Gestaltung
der Ingestionsöffnung bei dieser Art einer geringen Variabilität unterworfen ist, so scheint doch in
dem deutlichen Vorherrschen der 7-Zahl der Lappen ein Art-Charakter zu liegen. Herdman macht
keine Angabe über die Zahl der Lappen an den Körperöffnungen, und auch aus der Abbildung
(Tunic. I Challenger, t. 3, f. 7) lässt sich nicht genau ersehen, wie viel Lappen die Ingestionsöffnung
umstehen; es mögen ihrer 7 sein. Bei der geringen Anzahl der Stücke, die dem englischen Forscher
Vorlagen (3, von denen nur eines gut erhalten war), konnte er auch kaum zu der Erkenntniss
von der systematischen Werthigkeit dieses Charakters kommender musste wohl, falls sein Untersuchungsobjekt
thatsächlich 7 Lappen an der Ingestionsöffnung auf wies, diese Bildung für abnorm
halten.
Die Zahl der T e n t a k e l n betrug bei einem Stück, das beträchtlich grösser war als das
grösste HERDMAN'sche Stück, 5 0 , also etwas mehr, als H e r d m a n bei jenem fand (4 0 ). Der Dor sal -
t uberkel entspricht meist genau der Abbildung vom Originalstück. Selten sind die beiden Hörner
der Flimmergrube ein sehr geringes mehr eingebogen, häufig noch mehr auseinandergestreckt. Die
Gestalt der Do r s a l f a l t e variirt in sehr geringem Maasse. Häufig treten die den Rippen entsprechenden
Zähne etwas stärker vor. Die Zahl der zwischen zwei Hauptzähnen stehenden Nebenzähne wächst
häufig bis 4 an, während sich bei anderen Thieren manchmal in längeren Strecken der Dorsalfalte
überhaupt keine Nebenzähne finden. Auch die Papi l len an den Längsgefässen des Kiemensackes
sin d n ic h t imme r so r e g e lm ä s s ig a n g e o rd n e t, w ie e s d e r HERDMAN’sch en A b b ild u n g en tsp r ich t.
Manchmal fe h len d ie k le in e r en in te rm ed iä r en P a p illen in g ro ssen P a r t ien d e s K iem en sa ck e s.
D ie G r ö s s e d e r mir v o r lie g e n d en S tü c k e übertrifft d ie d e s g rö ssten HERDMAN’s ch en S tü c k e s
zum T h e il b ed eu ten d . D a s g r ö s s t e d e r v on Ohlin g e sam m e lte n S tü c k e , d a s ü b r ig en s se in e r Fo rm
n a ch d e r HERDMAN’s ch en A b b ild u n g en tsp r ich t, b e s itz t e in e L ä n g e v o n 115 mm.
Fundnotizen: Ma g a l h ae n s -St r a s s e , Nord-Feu e r l and, Rio Condor , 50 Fd., Schillgrund;
A. Ohlin leg. 26. II. 96.
Ma g a lh a e n s -St r a s s e , I so l a Dawson, Pu e r t o Ha r r i s s , 15 Fd., Geröll
und Schillgrund; A. Ohlin leg. 11. III. 96.
Smy t h-Ohannel , Ul tima Esp e r an za , 7-—-10 Fd., Stein- und Algengrund;
A. Ohlin leg. 5. IV. 96.
Fam. Polyzoidae.
Im Jahre 1830 veröffentlichte L esson (Zool. in: Voyage Coquille, T. 21 p. 437) die Beschreibung
einer koloniebildenden Ascidie von den Falkland-Inseln unter dem Namen „Polyzoa raquette
de merw oder Polyzoa opuntia. In keiner der in den folgenden 68 Jahren erschienenen
Abhandlungen, auch nicht in den synoptischen Schriften Herdman’s, findet sich diese LEssoN’sche
Ascidie erwähnt. Sie war verschollen. Da die betreffende Beschreibung, die für die folgende Erörterung
von hervorragender Bedeutung ist, in einem ziemlich seltenen, wohl nur wenigen Zoologen
zugänglichen Werke enthalten ist, so bringe ich sie in Folgendem zum Abdruck:
Polyzoa opuntia, Less.
„Cet ascidien composé e st des plus remarquables par la forme du parenchyme dans lequel sont
en g a g é s les an im aux n ombreux qui n ’apparaissent que par leur extrémité antérieure, s ’élevant en mamelons
coniques e t arrondis sur la masse charnue commune à tous.
„Le p o ly z o a s e compose d e corps ovalaires assez épais, aplatis sur le s cotés, long s d e près de 5
pouc es et large s d e 2, et d ilatés à l’extrémité libre, amincis et arrondis à leurs sommets ou s ’attache un
court p éd oncule de forme cylindrique. Chaque corps iso lé n’imite pas mal une articulation d e raquette tuna.
Leur consistance est g é la tin eu se, un peu ferme, e t leur surfac e est colorée en entier en rou g e brun. L e
p éd ic e lle propre à chaque portion ovalaire-allongée s ’articule sur un péd oncule commun qui re çoit ainsi
ju sq u ’à p rès d’u n e v in g ta in e d e ce s masses foliacé s, composant par leur ensemble un faisceau épais e t serré.
„Dans le pai’enchyme d e chaque masse ovalaire et péd ic ellée son t lo g é s les animaux. Ceux-ci sont
ex c e ssiv em en t nombreux, plac és à u n e courte mais é g a le distance les un des autres, et n ’apparaissant à l’e x térieur
que sous forme d ’u n petit mamelon conique, ou s’ouvrent proche l’u n e d e l’autre la b ouche et l’anus.
Ces mamelons son t d’un ro u g e brun beaucoup plus foncés que le parenchyme qui les support.
„Chaque animal est au plus 3 lig’nes de lo ngu eu r; il e st d e fo rm e cylindrique, étroit en devant, renflé
en arrière. Les d eux ouvertures antérieures son t arrondies; l ’une tient au corps dont elle est séparés par
un col étroit, l’autre e st ou v erte sur un péd oncule court, probosciforme. L e s branchies entourent le foie et
son t disposées en rayon s horizontals. Un appendice conique s ’é lè v e à l’extrém ité et en avan t du corps. Cet
appendice e st rou g e d e cinabre, ainsi que les deux ouvertures supérieures e t les rayon s des branchies. L e
r e ste du corps e st jau n e. D e s tu b es filamenteux communique a v e c chaque animal, et s e rendent tous vers
la b ase du support de la masse commune. Cet ascidien composé parait habiter le fond de la gran d e baie de
la Soledad, au x île s Malouines, d’ou il e st je té sur les g r è v e s par les v a g u e s, dans le s turmentes si communes
dans ce s parages. Nous en rencontrâmes, en novembre 1822, un volum in eu x paquet sur la r iv e méridionale
du port Dupper rey.“