
Gattung Earias Hübner.
Bei die ser nach H a m p s o n , I. M. II. p. 132 über Europa, Afrika, Mauritius, Japan, China, India,
Ceylon, Siam, J a v a , Australia v erbreiteten Gattung sind die Palpen aufwärts gekrümmt, das zw e ite Glied
den Scheitel erreichend, das dritte v o rg e stre ck t und in L ä n g e variirend. D ie Fühler sind beim c f fein b ewimpert.
A u f den Vorderflügeln kommt Ader 3, 4, 5 v on n ahe der Zellecke, 6 vom obern Winkel, 7, 8, 9
sind g estie lt. A u f den Hinterflügeln sind Ader 3 und 4 g estie lt, 5 fehlt, 6 u nd 7 kommen vom obern Winkel,
8 v on der Zellmitte. D ie Raupen sind sparsam mit Haaren bek le ide t, die Analklappen sind kurz, s ie leben
in zusammengerollten Blättern.
105. Earias flavida Felder, Sitzungsber. Wiener Akad. Wissensch. Math. Nat. Classe, Band 63,
Abth. 3 p. 34 (1861): Amboina; A. Pagensteeher, N. V. f. Nat. 1848, p. 33 n. 274:
Amboina.
Flügel seidenartig glänzend, die vordem oben gelblich, die Hinterflügel weiss; unten alle
weisslichgelb. Körper gelb.
Ein Exemplar von 32 mm ip der Dahl’schen Sammlung von Ralum stimmt mit einem mir
aus Amboina vorliegenden Stücke.
106. Earias fdbia Cramer, P. E. IV. T. 126 pl. 355 H; Hampson, Ind. Moths. II. pi 133 n.
1509: Punjab, Caleutta, Ganjan, S. India, Ceylon, Java.
Äphusia speiplena Wik., Cat. XII. p. 1770.
Earias hugeli Rogenhofer, Verh. zool. bot. Ges. Wien 1870, p. 872.
Micro punctata Walker, Cat. 33 p. 799.
32 mm. Die Vorderflügel in einer dreieckigen, mit dem Grunde spitz zulaufenden Mittel-
parthie saftgrün; Vorderrand und Innenrand breit weisslieh, schwach grünlich gestreift. Hinter-
flligel seidenartig weisslich glänzend, Aussenrand schmal dunkler gefärbt; Fransen weiss. Kopf,
Thorax, Sehulterdecken griinlichweiss; Hinterleib ebenso, etwas verdunkelt. Unterseite der Vorderflügel
griinlickweiss, seidenartig schimmernd. Hinterflügel weiss. Beine grünlichweiss.
In der Ribbe’schen Sammlung mehrere Exemplare von Neu-Pommern (Kinigunang) und
von Neu-Lauenburg (Mioko).
107. Earias spec. In der Dahl’schen Sammlung befindet sich ein Exemplar einer weiteren
Earias-Art von Ralum Licht 7./VIII. 96, das aber leider sehr schlecht consCrvirt ist. Dasselbe
ist 17 mm gross, mit gelblichgrauen Vorderflügeln, weisslichen Hinterflügeln, die nach dem Aussen-
rande hin gelblichgrün sind.
Snbfam. Nolinae.
Zu dieser Unterfamilie gehören kleine Nachtfalter, welche sich durch eigentümlich erhöhte
Schuppen auf den Vorderflügeln auszeichnen. Sie leben zumeist auf Bäumen, auf deren Flechten
ihre Raupen leben, welche sparsam mit Haaren bekleidet und mit acht Fusspaaren versehen sind.
H am p so n , Ind. Moths. II. trennt von ihnen die sehr nahe verwandte Subfamilie der
Sarrhotripinae, welche er zu den Noctuiden stellt. Indess gibt er selbst zu (1. c. p. 137), dass
einige der von ihm zu den letzteren gerechneten Formen kaum in structureller Beziehung von den
Nolinae zu trennen seien. Auch die Sarrhotripinae sind nämlich durch erhabene Schlippenauflagerungen
in der Zelle oder durch erhabene Linien auf den Flügeln ausgezeichnet. Die später
zu erörternden Gattungen Cletthara und Sarrhotripa würden ebensowohl hier neben der jetzt zu
erörternden Gattung Nola stehen können.
Gattung Nola Leach. .
Diese Gattung ist sehr weit verbreitet. Sie hat (S. Hampson, Ind. Moths. II. p. 139):
Vorgestr eck te dick beschuppte Palpen von massiger Läng e . D ie Fühler haben Wimperpinsel beim <f.
D ie Mittelschienen haben ein Sporenpaar, die Hinterschienen zw ei Paare. A u f den Vorderflügeln kommt
Ader 5 von dem Zellwinkel, 6 vom obern W ink el; 7 und 8 sind gestie lt, 9 und 10 fehlen. A u f den Hinterflügeln
entspringt Ader 3 vor der Zellecke, 5 fehlt, 6 und 7 sind g e stie lt, 8 kommt von der Mitte der Zelle.
108. Nola nigrifascia Hampson, 111. typ. Het. VIII. p. 48, pl. 139 f. 15. Hampson, Ind.
Moths. II. p. 141: Nilgerii, Ceylon.
„26 mm. Weiss mit braunen Schuppen, drei Schuppenerhebungen in der Zelle, n ahe der Basis, in
der Mitte und am Ende; ein gekrümmtes, etwas g efle ck te s, schmales schwarzes postmediales Band; die braune
B estäu b un g etwas k räftiger g e r ad e an dem Bande; ein submarginales g ew e llte s Band hinter ihm bildend;
e in ig e schwarze k le ine Streifen läng s der Costa. Hinterflügel weiss, mit braun bestäubt, we lche s g e g en den
Apex am stärksten ist; e in e braune L in ie an den Fransen. Unterseite: Vorderflügel bräunlich mit weissen
Fransen. Hintevflügel weiss, g e g e u den Apex bräunlich.“
Ein Exemplar in der R ib b e ’schen Sammlung (Neu-Pommern) ziehe ich hierher.
.. -109. Nola puniila Snellen, Tijd. voor Ent. Bd. 18 p. 68, pl. 6 f. 4: Celebes.
In der D a h l’schen Sammlung befindet sich ein Exemplar, welches in. Ralum 17./VIII. 96
am Licht gefangen wurde.
Snellen beschreibt diese Art (1. e*) wie folgt:
„Palpen zweimal so la n g als der Kopf. Endglied deutlich, w ie der K opf gefärbt. Vorderflügel
lich t braungrau beim <f, aschgrau beim $ , mit deutlicher Spitze. Grundfarbe gleichmässig, die Schuppenfle
ck e kle in und wenig in die Au g en fallend. In der Flüge lwur ze l am Vorderrand ein dunkler Streifen.
Mittelfeld am Vorderrand verdüstert u nd g e g e n den Innenrand mit einer Spur der Mittellinie. Zweite Querlin
ie a u f den Adern gezahnt, a u f der Spitz e der Zähne mit schwarzen Fleckchen. Nach unten dive rgirt sie
ein w en ig mit der ersten Querlinie und das Mittelfeld ist so nicht an dem Innenrand am schmälsten, sondern
a u f A der 2. Wellenlinie aus schwarzbraunen Schuppen zusammengesetzt, wuvzelwärts ohne dunklere Bestäub
un g . Fransenlinie licht. Neben der Wurzel der braungrauen Fransen e in e L in ie von schwarzen Schuppen.
D ie Fransenlinie der Hinterflügel ist in der Mitte licht, wurzelwärts fein dunkel ab g esetzt. A u f der Unters
e ite sind d ie Vorderflügel u n g e zeichn et grau, die Hinterflügel w ie oben. B e in e we issgrau, stark dunkel
g efle ck t. Celebes.“ Snellen.
Eine weitere, nur 10mm grosse Nola-kxi findet sich in der D a h l’schen Sammlung (Ralum
Licht 4./IX. 96), aber leider in einem verflogenen Exemplare. 110. Sie ist ebenfalls weissgrau
mit dunklem Schuppen am Grunde, einer antemedialen bräunlichen Querliuie und undeutlichen
postmedialen, schmalen bräunlichen Linien.
Hier würden verschiedene, in der R i b b e’schen, wie in der D a h l sehen Sammlung vorhandene
Sarfhothripa-Arten eine entsprechende Stellung finden. Ich werde sie unter den Noctuiden
bei der Subfamilie der Sarrhothripinae erörtern, wo sie neben einigen verwandten Noctuiden
ebenfalls eine entsprechende Stellung finden.
Fam. 17. Agaristidae.
Ueber diese über Afrika, Indien, Australien und Amerika weit verbreitete interessante Familie,
welche sich durch Raupen mit Haarbüscheln und nackte Puppen auszeichnet, haben wir in
der Neuzeit durch die vortrefflichen, auf das grosse Material der von Rothsehild’sehen Sammlungen
in Tring gestützten genauen Untersuchungen Jo rd a n ’s in den Novitates Zoologicae III.
p. 24 ff. einen bessern Einblick gewonnen, als dies bisher selbst durch die Arbeiten von A u r i -
v i l l iu s , K a r sc h und H am p so n gegeben war. J o rd a n rechnet, indem auch er zugiebt,
dass unsere Kenntnisse in manchen Beziehungen noch lückenhaft sind, mit A u r iv illiu s zu den
Zoologica. Heft 29. 9