
dass die Cyclocypris' laevis 0. F. Müller identisch mit Yavras gleichnamiger Art ist, so behalte ich doch
den Namen bei, da Vavra unter diesem Namen eine Art gut characterisirt hat. Alle Synonyme finden
sich aufgezählt bei Vavra 1891 p. 68.
1 Grösse wenigstens 0,8 mm. C. globosa.
höchstens 0,55 mm. 2.
2 Furcaläste des $ nahe der Basis mit Spitzen, Borste des Hinderrandes deutlich. C. pygmaea.
---------- ohne Spitzen, Borste des Hinderrandes fehlend, resp. sehr schwer aufzufinden. C. laevis.
C y e lo ey p ris g lo b o s a Sars.
(Taf. 9 Fig. 11—13, Taf. 10 Fig. 23—27.)
Cypns globosa G. 0. Sars 1864 p. 27.
Cyclocypris globosa B rady und Normann 1889 p. 71. Taf. 11 Fig. 10—18, Taf. 14 Fig. 1, 2.
----------------------- Yavra 1891 p. 71.
Cron eb e rg 1895 p. 293.
L in k e Schale des $: die Höhe ist gleich 2/3 der Länge, der höchste Punkt liegt in der
Mitte oder wenig hinter derselben. Der Dorsalrand bildet einen flachen Bogen, der ohne Andeutung
einer Grenze in den sehr breit gerundeten Hinterrand und in den weniger breiten, eher etwas zugespitzten
Yorderrand übergeht. Der Yentralrand gerade, er geht ohne Grenze in den Vorder- und
Hinterrand über.
Die Verwachsungslinie ist nur am Yorderrand deutlich zu erkennen, sie verläuft hier in geringer
Entfernung vom Schalenrand, demselben parallel, ist von einzelnen schlanken, unverzweigten Porencanälen
durchbohrt; der Saum ist derb, überragt den Schalenrand am Yorderrand deutlich.
Die re c h te Schale unterscheidet sich von £er linken in folgenden Punkten: der Dorsalrand
grenzt sich meist gegen den Hinterrand in einer deutlichen, stumpf gerundeten Ecke ab, welche etwa
auf der Schalenlänge liegt, (bisweilen auch links angedeutet), der Yentralrand ist mehr oder weniger
deutlich convex; die Verwachsungslinie entfernt sich vorn etwas weiter vom Schalenrand, sie entfernt
sich in der vorderen und hinteren Hälfte des Yentralrandes in einem flachen Bogen vom Yentralrand,
dem sie sich in der Mitte nähert. Der Saum überragt auch an der hinteren Ecke den Schalenrand.
Beide Schalen sind ziemlich dicht mit auffälligen Porencanälen bedeckt, aus denen ziemlich lange, steife
Borsten entspringen.
Die S chale ist gleichmässig braun gefärbt, bedingt wird diese Färbung mehr durch die Ablagerung
von Pigmentkörnchen als durch die Farbe des Chitins, welches blass braun ist (diese Angabe
nach älterem Spiritusmaterial).
Yon oben gesehen Breite zur Höhe etwa 2:3, die grösste Breite liegt wenig hinter der Mitte,
die Seiten bilden stark gewölbte Bogen, das hintere Körperende etwas stumpfer als das vordere. Die
rechte Schale umfasst vom und hinten die linke, überragt sie aber nur wenig. 3 dem 2 ähnlich.
Länge des 2 und 6 0>82—0,89. mm.
L in k e s G re ifo rg an des 3 mit plumpem, kurzem, nach der Mitte hin verdicktem Finger;
derselbe ist an der Basis so breit wie das Ende des Stammes.
R e ch te s G re ifo rg an mit schlankem, stark gebogenem Finger; derselbe entspringt mit einer
Basis, welche etwa halb so breit wie der nach dem Ende hin etwas verbreiterte Stamm, er verschmälert
sich dann plötzlich.
F u rc a lä s te schlank, der Yorderrand schwach gebogen, die Endklauen kurz, (weniger als
*/2 des Vorderrandes), der Hinterrand in seiner distalen Hälfte sehr fein beborstet, die Borste des Hinterrandes
deutlich, sie entspringt etwa auf 2/g der Länge des Hinterrandes.
Der P én is breit, mit drei Fortsätzen, von denen einer (der innere?) kurz und breit, an seinem
Ursprung etwa so breit wie das Ende des Stammes, so dass er eine Fortsetzung des Stammes zu bilden
scheint, er endet mit flachem Bogen, bildet nahe dem Innenrand eine deutliche Ecke, ein zweiter, viel
kleinerer (der äussere) liegt nahe dem Aussenrand, er überragt den zuerst genannten Fortsatz nicht oder
nur unbedeutend, sein Aussenrand bildet eine deutlich convexe Linie. Der dritte Fortsatz liegt fast
ganz auf dem Stamm; er ist etwa halbkreisförmig gebogen; ob er, wie es Yavra zeichnet, das Vas
deferens aufniramt, kann ich nicht entscheiden.
Die Art scheint weit verbreitet zu sein, überall aber nur selten vorzukommen. Brady und
Norman (1889 p. 71) erwähnen 7 Fundorte aus England. Yavra (1891 p. 73), Croneberg (1895 p. 293)
und mir ist die Art nur einmal begegnet, mir bei Ilmenau in einem 'Wiesentümpel des thüringer
Waldes.
Cy e lo ey p ris la ev is 0. F. Müller-Yavra.
Taf. 10 Fig. 14—22.
Cyclocypris laevis Yavra 1891 p. 68.
— serena Croneberg 1895 p. 293 Fig. 8.
Vermuthlieh hat diese weit verbreitete und sehr häufige Art allen Autoren Vorgelegen, welche
sich mit nordeuropäischen Ostracoden beschäftigt haben, ist von ihnen mit sehr verschiedenen Namen
belegt worden. Yergl. die Synonymie bei Yavra 1. e. und Brady-Norman. Verschiedene Autoren
(Brady 1866, Fischer 1854 und andere) unterscheiden zwei Arten, Brady z. B. ovum und serena,
welche vermuthlieh den hier beschriebenen laevis und pygmaea entsprechen, doch vermag ich aus
den Beschreibungen und Abbildungen keine Sicherheit zu gewinnen, manche Angaben bei Brady widersprechen
direkt der fraglichen Identificirung. Mit Sicherheit vermag ich nur Yavras Beschreibung auf
die Art zu beziehen, ferner dürfte Cronebergs C. serena Koch hierher gehören, obwohl der genannte
Autor die Identität seiner Art mit Yav ra s C. laevis bestreitet.
L in k e Schale des 2* Höhe zur Länge annähernd 3:4, der höchste Punkt liegt ziemlich
genau in der Mitte. Der Dorsalrand bildet einen stumpfen Winkel mit breit gerundeter Spitze, dessen
vorderer Schenkel deutlich steiler abfallt als der hintere. Der Dorsalrand geht ohne Andeutung einer
Grenze in den breit gerundeten Vorder- und Hinterrand über, das Hinterende, wenig breiter als das
vordere. Der Yentralrand gerade oder schwach convex, er geht ohne Andeutung einer Grenze in den
Vorder- und Hinterrand über. Der Saum überragt den Schalenrand am vorderen Ende und in der
hinteren Hälfte des Yentralrandes, resp. an der hinteren unteren Ecke. Die verschmolzene Zone massig
breit, meist ist sie am ganzen freien Schalenrand deutlich zu erkennen. In der vorderen und hinteren
Hälfte des Ventralrandes entfernt sie sich weiter vom Schalenrand, bildet dort eine Einbuchtung,. in der
Mitte nähert sie sich ihm.
Die re ch te Schale der linken ähnlich, der Winkel, den der Dorsalrand bildet, mit etwas
schärferer Ecke; der Saum überragt nirgends den Schalenrand, (bisweilen am Vorderrand sehr unbedeutend),
die verschmolzene Zone ist schmäler als links, ist meist nur am Yorderrand deutlich zu sehen.
Beide Schalen sind mässig dicht mit auffälligen Porencanälen bedeckt, welche mässig lange, steife
Borsten tragen.
F ä rb u n g : Die Thiere sind gewöhnlich dunkelkastanienbraun. Die Färbung beruht auf der
Zoologica. Heft 80. "" ” 6