
Brady-Norman mit ihrer L . inopinata var. compressa diese Form gemeint; was sie unter dem Namen
abbilden, ist das 3 von relicta. Brady, Crosskey und R o b e rtso n bilden sie unter dem Namen
inopinata ab.
Vorkommen: Ich besitze die Art aus dem Dümmer bei Osnabrück (Lienenklaus), dem
Grunewaldsee bei Berlin und dem Flusse Till in Northumberland (Norman); in den schweizer Seen
scheint sie nicht vorzukommen, wenigstens erwähnt sie Kaufmann nicht.
L im n ie y th e re re lic ta L illjeb o rg .
Taf. 20 Fig. 2—7.
Cythere relicta L illje b o rg 1862 p. 391 Taf. 3 Fig. 1—17.
Limnieythere relicta und inopinata var. compressa Br^üy und Norman 1889 p. 170 Taf. 17Fig. 8 9 18 19.
Limnieythere relicta K au fm an n 1896 p. 360 Taf. 14 Fig. 53—64.
L in k e Schale des £: Die Höhe ist ziemlich genau gleich der halben Länge. Die grösste
Höhe liegt etwa auf V3 der Schalenlänge in der Augengegend und an der Grenze zwischen Dorsal-
und Vorderrand, der Dorsalrand bildet einen sehr flachen Bogen, der sich nahe dem hinteren Körperende
auf etwa 7/s der Länge in deutlicher Ecke gegen den breit gerundeten Hinterrand absetzt. Nach
vorn ist der Dorsalrand nicht so scharf gegen den Vorderrand abgesetzt, bildet mit ihm eine stark abgerundete
Ecke; der Vorderrand breit gerundet, der Ventralrand tief eingebuchtet, gegen Vorder- und
Hinterrand nicht abgesetzt. Die rechte Schale der linken ähnlich. Bei beiden Schalen ist die verschmolzene
Zone breiter wie bei L. inopinata, erreicht am Vorderrand etwa 1U der Gesammtlänge,
wie dort markirt sich die Verwachsungslinie wenig scharf. Die Porencanäle sind nach der Basis hin
deutlich erweitert. Die flächenständigen Porencanäle stehen zerstreut, sind auffällig. Die Schale ist
glatt (die zelligen Elemente, unter der Schale können einen Netzstructur vortäuschen). Reste einer der
bei inopinata beobachteten Skulptur finden sich an der Unterseite der bauchigen Erweiterung, wo sie
sich in Folge der starken Krümmung der Schale der Beobachtung entziehen. Am Vorderende entdeckt
man eine polygonale Felderung, die Grenzen der Felder werden gebildet durch in Reihen angeordnete
Punkte; ähnliche Gebilde scheinen sich über die ganze Schalenoberfläche zu erstrecken, doch sind sie
übrigens sehr undeutlich (die Punkte sind nur in Glycerin leicht nachweisbar). Zwischen den grösseren
Punkten kann man noch eine feinere Punktirung wahrnehmen. Nahe dem Dorsalrand finden sich
Furchen und Gruben in ähnlicher Lage wie bei inopinata, doch weniger tief.
Die Schale des 3 ist viel gestreckter, die Höhe beträgt etwa 2/5 der Länge, der Dorsalrand
verläuft horizontal.
Von oben gesehen ist die Schale des $ stark bauchig erweitert; die Breite ist annähernd
gleich der halben Länge, die grösste Breite liegt wenig hinter der Mitte. Die Seiten bilden Bogen,
welche nahe dem vorderen Ende stark eingedrückt sind, so dass das Vorderende stark schnabelförmig
zugespitzt erscheint. Das Hinterende ist deutlich zugespitzt, wenigstens im Bereich der linken, die rechte
umfassenden und weit überragenden Schale.
Schale des 3 weniger stark bauchig erweitert, die seitlichen Bogen nahe dem Hinterende
schwächer als am Vorderende aber immerhin deutlich eingedrückt.
Grösse: $ und 3 0,75 mm.
Gliedmaassen: 1. Antenne viel schwächer als bei inopinata, die Borsten gerade, viel weniger
stark als bei inopinata. Die Borsten am Hinterrand der Beine klein, schwer nachweisbar.
P e n is mit etwa halbkreisförmigem Aufsatz am Ende, am Innenrand mit kleinem Haken,
etwas höher mit warzenartigem Fortsatz.
Vorkommen: Ich habe die Art in wenigen Exemplaren im Monat April in einem flachen
Wiesentümpel, der früh im Jahre aus trocknet, gefunden. Ferner gefunden in Schweden und in der Schweiz.
M e ta cy p ris B rad y und Robertson.
Schale mässig fest, mit Gruben bedeckt, sehr breit. Am vorderen Körperende fallen Innenrand
und Verwachsungslinie zusammen, entfernen sich nicht weit vom Schalenrand; am Ventral- und
Hinterrand ist es mir nicht gelungen, mir eine klare Vorstellung vom Verlauf der genannten Linien zu
bilden wegen der starken Krümmung der Schale, doch scheint der Verlauf ein ähnlicher zu sein. Am
Vorderrand nur sehr wenige randständige Porencanäle, dieselben sind schlank, unverzweigt. Saum (am
Vorderrand) ganzrandig, breit, stark verkalkt, fast ganz auf den Schalenrand gerückt, den er weit
überragt, so dass er den eigentlichen Schalenrand bildet. Schlossrand mit starkem, zahnartigem Fortsatz
der rechten Schale-am vorderen und hinteren Ende des Schlossrandes. Auge deutlich. 1. Antenne
schlank, 6gliedrig, alle Borsten schlank, nicht klauenartig umgestaltet. 2. Antenne: Innenast 3gliedrig,
(2 und 3 verschmolzen), das letzte Glied mit 3 klauenartigen Borsten, Spinndrüse und Spinnborste wohl
entwickelt. Mandibel mit ziemlich schlankem Kaufortsatz, der 4 oder 5 schlanke, zwei- oder mehrspitzige
Zähne trägt. Der Taster sehr schwach und kurz, undeutlich 3 gliedrig, die beiden letzten
Glieder vollständig verschmolzen, resp. das letzte fast vollständig geschwunden; die Athemplatte trägt
3 lange, gefiederte Borsten. Maxille mit schwachem, ungegliedertem Taster, der an seinem Ende nur
zwei Borsten trägt; dieselben sind lang und gefiedert; die Kaufortsätze lang und schwach, mit wenigen
schwachen Borsten besetzt, Athemplatte ohne mundwärts gerichteten oder aberranten Strahl.
Die 3 Beine gestreckt, von gewöhnlicher Form, bei allen dreien trägt das erste Glied am
Vorderrand zwei, am Hinterrand eine Borste, ausserdem beim ersten Bein 2, bei den beiden anderen
je eine Knieborste.
F ü r ca beim $ deutlich, mit 3 Borsten. Bemerkenswerth erscheint für die Gattung die schwache
Entwicklung der Hilfsorgane der Fresswerkzeuge, des Mandibulartasters und der Maxille. Die einzige
bisher bekannt gewordene Art ist:
M e ta cy p ris c o rd a ta B rady und Robertson.
Taf. 21 Fig. Ä^9v - '
Metacypris cordata Brady und Robe rtso n 1870 p. 20 Taf. 6 Fig. 1—-9.
- 1872 p. 51 Taf. 2 Fig. 9, 10.
— Brady und Norman 1889 p. 123 Taf. 13 Fig. 10—17, Taf. 14 Fig. 3—12.
L in k e Schale des $: Höhe grösser als die halbe Länge, etwa 1 :1,7. Der Dorsalrand verläuft
im mittleren Vs der Schalenlänge annähernd geradlinig und horizontal, geht mit stumpfer, gerundeter
Ecke in das breit gerundete Vorderende über. Nach hinten ist die Grenze gegen den Hinterrand
etwas deutlicher, doch ist auch hier die Ecke stark abgerundet. Hinter der Ecke erscheint im Profil
eine ziemlich umfangreiche Vorwölbung, welche den Schalenrand weit überragt, der Fortsatz zur Aufnahme
des Zahnes der rechten Schale. Der Hinterrand fallt bis zu etwa */2 der Höhe im flachen
Bogen mässig steil ab, das mässig breit gerundete Hinterende geht ohne Grenze in den Ventralrand