
Grösse von 9 und 3 = 1,5 mm.
F u rc a lä ste denen von acuminata ähnlich, die Endklauen kürzer (etwa 2/s des Yorderrandes),
stärker gebogen. Fortsatz des Genitalhöckers kurz, er erreicht noch nicht die halbe Länge des eigent.
liehen Genitalhöckers (beide am Yentralrand gemessen), durch eine kleine Furche abgegrenzt, zugespizt
Das rechte Greiforgan gedrungen, der Stamm erweitert sich distalwärts stark, sein Dorsalrand
geht ohne Grenze in den des Fingers über. Der Finger ist kurz und dick, stark gebogen, nach der
Spitze hin am Yentralrand eiförmig erweitert. Das linke Greiforgan dem rechten ähnlich, der Stamm
weniger stark verdickt, der Finger etwas länger und schlanker.
P en is: Yon den drei Fortsätzen ist der äussere an der Basis schmal, stark schnabelartig zugespitzt,
der mittlere kräftig, schwach gekrümmt, nach dem Innenrand hin gebogen, den er im Profil
wenig überragt. Der innere Fortsatz ist breit, so breit wie das Stammende, er überragt den Stamm
beträchtlich, am längsten in der Verlängerung des Innenrandes, von wo er nach dem Aussenrand hin abfällt.
Vorkommen: Mein Material stammt von Johannisthal bei Berlin, wo W. Hartwig die Art
im November in einem Wiesengraben fand, ferner gefunden in England und Norwegen.
C a n d o n a b a la to n ie a Daday.
Taf. 7 Fig. 18, 20, 21, 28, 24, Taf. 8 Fig. 1—3
Candona balatoniea Daday p. 175.
Hechte Schale des ?: Die Höhe ist deutlich grösser als die halbe Länge, etwa gleich 7/is, die
grösste Höhe hegt wenig hinter der Mitte. Der Dorsalrand bildet einen sehr flachen Bogen, der naeh
vorn stärker abfällt als nach hinten. Derselbe geht fast ohne Andeutung einer Grenze in den Vorder-
Rand über, auf 1U der Länge findet sich eine undeutliche Ecke, davor eine flache Einbuchtung. Nach
hinten grenzt sich der Dorsalrand auf etwa 2/s der Schalenlänge in stark abgerundeter aber immerhin
deutlicher Ecke gegen den Hinterrand ab. Der Hinterrand fällt im sehr flachen Bogen fast geradlinig
unter einem Winkel von etwa 45° ab; erst nahe dem Ventralrand biegt er ziemlich plötzlich in denselben
um, so dass die Schale nach hinten stark zugespitzt ist. Yorderrand mässig breit gerundet,
Yentralrand unter den Schliesmuskelansätzen flach aber deutlich eingebuchtet, im hinteren Vs fast gerade,
gegen Vorder- und Hinterrand nicht scharf abgesetzt. Die linke Schale ist der rechten ähnlich, der
Dorsalrand stärker gewölbt, die Grenze gegen Vorder- und Hinterrand unterdrückt. Beide Schalen
haben eine aussergewohnlich schmale verschmolzene Zone. Die flächenständigen Porencanäle sind wenig
auffällig, sie stehen am vorderen Körperende ziemlich dünn, übrigens vereinzelt. Die Haare sind fein
und kurz, so dass die Schale fast ganz kahl erscheint.
Die Schale des <5 unterscheidet sich ziemlich auffällig von der des $. Das Verhältniss von
Höhe zur Länge etwa wie beim $, der Dorsalrand viel stärker gewölbt, gegen Vorder- und Hinterrand
nicht abgesetzt, der Hinterrand fällt für eine viel kürzere Strecke annähernd gradlinig ab, das Hinterende
ist viel breiter gerundet. Besonders charakteristisch ist der Yentralrand. Derselbe ist in der
Mitte stark eingebuchtet. Diese Bucht wird nach vorn rechts deutlich, links undeutlich durch eine
Ecke in der Mundgegend abgegrenzt; nach hinten findet sie rechts und links ihre Grenze in einer
sehr deutlichen Ecke auf 9/is der Schalenlänge; von dieser Ecke aus steigt der Yentralrand deutlich
auf, geht ohne Grenze in den Hinterrand über.
Yon oben gesehen ist die Breite deutlich kleiner als die halbe Länge, erreicht annähernd 4/e
der Länge; die grösste Breite liegt ziemlich genau in der Mitte, die Seiten bilden Bogen, welche
gleichmässig bis zum vorderen und hinteren Körperende verlaufen; nur das vordere Körperende ist
etwas, doch nur sehr wenig abgestumpft. Die linke Schale überragt die rechte hinten deutlich, vorn
nur sehr unbedeutend. Im hinteren V3 der Mittellinie übergreift die linke Schale die rechte beträchtlich.
Länge: in beiden Geschlechtern 1,05 mm.
In n e re Organe: Am rechten Greiforgan des 3 ist der Stamm nach der Spitze hin ziemlich
gleichmässig verdickt, der Finger kurz und plump, am Ursprung fast so dick wie der Stamm, am
Dorsalrand nicht, am Yentralrand undeutlich gegen den Stamm abgesetzt; er verjüngt sich rasch
und ziemlich gleichmässig nach der Spitze hin, die Spitze ist etwas unregelmässig gestaltet; der Yentralrand
ist fast senkrecht gegen den des Stammes gebogen.
Links ist der Dorsalrand des Stammes deutlich gewölbt, seine grösste Breite liegt vor dem
Ursprung des Fingers, zu dem hin er sich deutlich verjüngt. Der Finger ist am Yentralrand deutlich,
am Dorsalrand sehr undeutlich gegen den Stamm hin abgesetzt; er ist schlank, im ersten V3 deutlich
verjüngt, im weiteren Verlauf fast cylindrisch, nahe der Spitze zweimal knotig verdickt, seine proximale
Hälfte bildet am Yentralrand eine Fortsetzung des Yentralrandes des Stammes, seine distale ist gegen
die proximale stumpfwinklig gebogen.
F u rc a lä s te des 3 ziemlich schlank, Vorder- und Hinterrand an der Basis schwach gebogen,
übrigens gerade; die Furcalklauen nur schwach gebogen, die Hinterrandsborste entspringt etwa auf
des Hinterrandes. Furcaläste des 9 deutlich gebogen, der Fortsatz des Genitalhöckers schlank, schräg
nach hinten und unten gerichtet, nach der Spitze hin schwach kolbig erweitert.
P e n is mit umfangreichem etwa senkrecht vom Stamm abstehenden Fortsatz am Aussenrand,
derselbe überragt den Stamm um etwa 3U der Breite des Stammes. Der mittlere Fortsatz ist schwach
nach innen gebogen, unterhalb der Spitze kolbig verdickt; er überragt den Stamm nicht. Der innere
Fortsatz ist stark gebogen, zugespitzt, er fällt fast vollständig mit dem flach abgerundeten Ende des
Stammes zusammen, ist deshalb leicht zu übersehen.
Vorkommen: Ich habe die Art im März und April in einem flachen Wiesentümpel in
wenig Exemplaren gesammelt, 1 3 fand W. Hartwig bei Berlin.
Die Identität der hier beschriebene Form mit der C. balatoniea Daday kann keinem Zweifel
unterliegen.
C an d o n p ro tz i Hartwig.
Taf. 6 Fig. 4, 5, 17—22
Candona Kingsleii Brady und Robertson 1870 p. 17 Taf. 9 Fig. 11, 12 (z. Th.)
— elongata Yavra 1891 p. 111.
— protzi Hartwig 1898 1.
Schale des 9 : die grösste Höhe liegt wenig hinter der Mitte, sie beträgt V2 der Länge oder
etwas mehr. Die Höhe etwas schwankend. Der Dorsalrand bildet einen Bogen, welcher ohne Grenze
in das breit gerundete Vorder- und Hinterende übergeht, in der hinteren Hälfte kann dieser Bogen
etwas eingedrückt sein; Vorder- und Hinterende ähnlich gestaltet. Der Yentralrand flach ausgebuchtet.
Rechte und linke Schale sehr ähnlich. Schale des 3 der des 9 ähnlich, von ihr unterschieden durch
eine ziemlich breite Ausbuchtung in der Mundgegend, welche an Stelle der ventralen Bucht tritt. In
beiden Geschlechtern ist die Schale mässig dicht und ziemlich deutlich punktirt; die ziemlich zahlreichen
Haare sind so fein, dass sie leicht übersehen werden, die Schale fast ganz unbehaart erscheint. Sehr
charakteristisch ist die Lage des In n e n ra n d e s , derselbe verläuft dem Schalenrand parallel, bleibt
stets in seiner nächsten Nähe; am Hinterende fällt er fast mit der Verschmelzungslinie zusammen.
Ein ähnliches Verhalten findet sich in der Gattung Candona nicht wieder, wenigstens bei keiner mir
bekannten Art.