
muskelansätze etwas eingedrückt ist. Die rechte Schale ist am vorderen Ende stark eingedrückt, sie
wird vorn und hinten deutlich von der linken überragt;
Länge $ 0,95—1,08
6 1,1-
Innere Organe: Furca des £ kräftig, der Yorderrand deutlich gebogen, die längere Klaue etwa
so lang wie der Yorderrand, die Borste des Hinterrandes entspringt etwa auf 4/5 des Hinterrandes.
Die Furca des 3 besonders charakteristisch, der Stamm zerfallt in einen schlankeren distalen und einen
unregelmässig erweiterten basalen Theil; die Wände des letzteren sind nicht erhärtet, vielmehr weich,
biegsam, so dass dieser Theil bei Ueberfiihrung in Alkohol oder Glycerin schrumpft, wobei der Yorderrand
sich stark biegt (die Zeichnung ist nach einem ganz frischen, nicht geschrumpften Präparat gefertigt).
Die längere Klaue ist lang und schlank, etwas länger als der erhärtete Theil des Stammes, kürzer als
der ganze Yorderrand; die hintere Klaue ist schlank, fast gerade, nur x/2 so lang wie die vordere.
Greiforgan des 3: rechts der Stamm nach dem Ansatz des Fingers hin stark verdickt, dort
etwa noch einmal so dick wie an der Basis, der Finger kurz, dick, stark gebogen, am Yentralrand mit
deutlicher Ecke gegen den Stamm abgesetzt; links der Stamm distalwärts weniger stark verdickt, der
Finger schwach gebogen, vom Ursprung an gleichmässig verjüngt, der Yentralrand (ohne weiche Spitze)
etwa "/5 von der Länge des Stammes. Am Penis alle drei Fortsätze ungefähr gleich breit und gleich
lang, am Ende breit gerundet, z. Th. sich deckend.
Vorkommen: In morastigen Gräben, stellenweis sehr häufig; die Thiere erscheinen bei
Greifswald in der zweiten Hälfte des April in geschlechtsreifen Individuen, (am 28. April fand ich
zahlreiche 3, sehr wenige geschlechtsreife $, sehr zahlreiche Larven). Im September fand ich wiederholt
nur noch wenige befruchtete $; vermutlich haben die Thiere nur 1 Generation, die von April
oder Mai bis zum September lebt.
Candona Hartwigi n. sp.
Taf. 5 Fig. | 15—IT, 20—22. ’
Schale der von rostrata sehr ähnlich. Der Dorsalrand links und rechts schwach concav oder
gerade, in der Augengegend rechts und links eingebuchtet. Die Behaarung dünner als bei rostrata,
die Punkte zwischen den Haaren vorhanden, aber selten und schwer nachzuweisen. Die Zeichnung
(vergl. p. 20) besteht aus einem dichten Netzwerk polygonaler Felder, grössere, stärker markierte.
6eckige Felder habe ich nicht erkennen können. Yon oben gesehen liegt die grösste Breite, die gleich
V2 der Länge, in der Mitte; beide Seiten bilden Bogen, welche in der Gegend der Schliessmuskel —
Ansätze etwas eingezogen sind. Vorderes und hinteres Köiperende stumpf; die rechte Schale ist vorn
nicht eingedrückt, die linke überragt die rechte vorn und hinten nur unbedeutend.
Länge $ 1,0 mm.
3 1,1 mm.
Innere Organe: Furca beim $ der von rostrata ähnlich, die längere Klaue etwas kürzer ala
der Vorderrand; beim 3 finde ich an conscrviertem Material keinen Gegensatz zwischen einem weichen
proximalen Stück und einem erhärteten distalen Abschnitt, doch spricht die Biegung an der Basis dafür,
dass auch hier, wie bei rostrata, eine Schrumpfung erfolgt ist. Vordere Furcalklaue kräftig, stark gebogen,
etwa so lang oder länger wie der Vorderrand, die hintere Klaue schlank, fast gerade, also wie bei
rostrata auffallend abweichend von der vorderen gestaltet, aber verglichen mit anderen Arten nicht , auffallend
verkürzt.
Greiforgan des 3 (Fig. 16, 17) rechts und links sehr ähnlich, der Stamm schlank, nach dem
Ursprung des Fingers hin nicht oder nur unbedeutend verdickt, der Finger schwach gebogen, vom Ursprung
nach der Spitze hin gleichmässig verdickt, nicht scharf abgesetzt.
P en is dem von rostrata ähnlich, der mittlere Fortsatz an seinem äusseren Band nicht abgerundet,
sondern eckig. Vorkommen im Grünewaldsee bei Berlin, wo ich sie Anfang August fand.
Die Art steht der C. rostrata sehr nahe, unterscheidet sich aber leicht von ihr durch die
Gestalt der Furca des 3-, im besonderen durch die hintere Klaue.
Candona parallela n. sp.
Taf. 5 Fig. 5, 6, 23—25.
Linke Schale des $: Höhe zur Länge 1: 1,7—1,8; der höchste Punkt liegt etwa auf 5/7 der
Länge, wo der Schalenrand einen stumpfen Winkel mit gerundeter Spitze bildet. Von hier aus fällt
der Dorsalrand sehr wenig nach vorn ab, verläuft fast horizontal. Ueber dem Auge, auf //g der Länge
bildet er gegen den Vorderrand hin einen deutlichen stumpfen Winkel mit gerundeter Ecke.
Vorderende breit gerundet, Ventralrand fast gerade, nur ganz seicht eingebuchtet; hinten bildet
der Ventralrand mit dem flach gewölbten Hinterrand eine undeutliche stumpfwinklige Ecke mit stark
abgerundeter Spitze. Der Hinterrand bildet, wie gesagt, einen flachen Bogen; derselbe steigt steil auf,
reicht bis zum höchsten Punkt des Dorsalrandes. Das Hinterende ist viel breiter gerundet als das
Vorderende. Die rechte Schale unterscheidet sich von der linken in folgenden Punkten:
Vor dem Auge ist der Schalenrand bisweilen etwas eingedrückt, der Ventralrand. deutlich eingebuchtet,
er geht nach hinten ohne Andeutung einer Ecke im flachen Bogen in den Hinterrand über
Die Unterschiede zwischen rechter und linker Schale in der Bildung der hinteren unteren Ecke sind,
sehr gering, bisweilen fehlen sie fast ganz. Die Schale ist mässig dicht mit wenig auffälligen Punkten
besetzt, die Behaarung ist ziemlich fein und kurz, am Vorderrand dicht.
Von oben gesehen liegt die grösste Breite etwa in der Mitte, sie verhält sich zur Länge etwa
wie 3:7. Die Seiten bilden flache Bogen, die am vorderen Ende schwach eingedrückt sind (bisweilen
wesentlich deutlicher, als in der Figur). Das Hinterende ist abgerundet, das Vorderende nur im Bereich
der rechten Schale, die linke ist zugespitst. Die linke umfasst hinten die rechte deutlich, ohne sie weit
zu überragen, vorn überragt die linke Schale die rechte deutlich.
Grösse des $ 0,82—0,88.
3 unbekannt.
Furcaläste schlank, der Vorderrand wenig gebogen; die Borste des Hinterrandes entspringt auf
etwa 5Iß der Länge des Hinterrandes. Die Furcalklauen ziemlich stark gebogen und deutlich gesägt
die vordere etwas länger als 2/3 des Vorderrandes. Borste an der vorderen Ecke des vorletzten Gliedes
der 2ten Antenne IV2 bis >2 mal so lang wie das letzte Glied.
Vorkommen: Ich habe diese Art verschiedenfach in flachen im Sommer austrocknenden
Gräben mit reicher Vegetation in der Umgebung Greifswalds gefunden, und zwar in den Monaten April
bis Mai, ferner besitze ich sie durch Lienenklaus aus der Umgegend von Osnabrück (verlassene
Katharinenhütte.)