
schwieriger ist sie an ganz untergetauchten Thieren zu sehen. An Lackpräparaten habe ich sie überhaupt
nicht aufzufinden vermocht.
Grundfarbe der Schale lebhaft grün, diese Farbe ist ausgelöscht in einem breiten vom Auge
schräg nach vorn und unten verlaufenden Streifen, ferner in einem Fleck um die Schliessmuskelansätze
und am unteren Rand. Besonders lebhaft ist die grüne Farbe in einem breiten, den vorderen, und in
einem schmalen, den oberen Schalenrand begleitenden Streifen; letzterer reicht etwa bis zur Mitte, bisweilen
auch weiter, ferner in einem die Schliessmuskelansätze im Bogen umziehenden Streifen, der
nach hinten dem unteren Rand der Ovarien folgt. Neben den grünen Streifen und Flecken fehlt das
Pigment, und da die Schale ziemlich durchsichtig ist, scheinen die inneren Organe deutlich durch, beeinflussen
das Aussehen des ganzen Thieres stark, so in der hinteren Körperhälfte die lebhaft orangegelben
Eier und das schwefelgelbe Recept. seminis ; ferner sieht man oft den Darm als dunklen Flecken
oder Streifen über den Schliessmuskelansätzen.
Von oben gesehen liegt die grösste Breite etwa in der Mitte, sie ist grösser als die halbe
Länge (1:1,8). Die Seiten bilden flache Bogen, welche sich hinten unter einem annähernd rechten,
vorn unter einem spitzen Winkel treffen; vorn ist die Schale noch etwas schnabelförmig verlängert.
Die linke Schale überragt vorn und hinten die rechte nicht oder nur unbedeutend.
Grösse des ? 1,8—2 mm.
In n e re Organe: Die Schwimmborsten der 2. Antenne reichen bis zur Spitze der Klauen.
Die Klauen der 8. Maxillarlade sind ungezähnt. Furca schlank, der Vorderrand deutlich gebogen, der
Hinterrand fast gerade. Die längere Klaue lang und schlank, annähernd so lang wie der Vorderrand
der Furca, in ganzer Länge schwach gebogen; die hintere Klaue etwa 2/a so lang wie die vordere,
dieser ähnlich. Die Borste des Hinterrandes entspringt nahe der hinteren Klaue, etwa auf u /i5 des
Hinterrandes.
Das Thier bewegt sich gewöhnlich rasch gleitend über den Boden; verlässt das Thier einen
höheren Punkt, so vermag es auch langsam sinkend eine ganze Strecke frei zu schwimmen; nur ganz
ausnahmsweise erhebt sich das Thier für wenige Sekunden um einige mm vom Boden; so an den
meisten Fundorten, von einem Fundort sah ich die Thiere ziemlich lange frei schwimmen.
Vorkommen: Ich habe die Art in den Monaten März, April, Mai ziemlich häufig in Gräben
und Lachen gefunden, welche im Sommer austrocknen. Weiter gefunden bei Berlin, wiederholt in
England.
Cypris L ie n e n k la u s i n. sp.
Taf. 17 Fig. 2, 8, 9—11, 14.
Die Art tritt in zwei auffällig verschiedenen Formen auf, die ich als var. serrata und laevis
bezeichne.
Var. serrata .(Fig. 2, 9, 10).
L in k e Schale des ?: Höhe zur Länge wie 1:1,85; die grösste Höhe liegt wenig, doch
deutlich vor der Mitte, etwa auf 6/i3 der Länge. Der Dorsalrand bildet hier einen stumpfen Winkel
mit sehr wenig abgerundeter Spitze, von hier aus fällt er nach vorn und hinten deutlich ab, nach
hinten stärker als nach vorn. Vorn geht er ohne Andeutung einer Grenze und ohne Einbuchtung in
der Augengegend in das breit gerundete Vorderende über.- Nach hinten verläuft der Dorsalrand anfangs
fast geradlinig, geht im schwachen Bogen ohne Andeutung einer Grenze in den breit gerundeten
Hinterrand über; das Hinterende viel schmaler als das Vorderende. Der Ventralrand ist gerade oder
sehr schwach eingebuchtet, er geht ohne Grenze im flachen Bogen in Vorder- und Hinterrand über.
Der Vorderrand trägt etwa 15 undeutliche, flache Zähne, der Hinterrand ist viel auffälliger gezähnt, er
trägt etwa eben so viele sägeartige meist mit der Spitze nach hinten und oben gerichtete Zähne. Die
ganze Schale ist mässig dicht mit kleinen, aber deutlichen Punkten bedeckt, welche kurze, steife Borsten
tragen. Die Verwachsungslinie entfernt sich am Vorderrand ziemlich weit (etwa 1Uo der Schalenlänge)
vom Schalenrand, wird hier von zahlreichen unverzweigten Porencanälen durchbohrt, schmaler und
weniger dicht durchbohrt ist die Schale am Ventralrand und Hinterende. Zwischen Verwachsungslinie
und Innenrand verläuft am Vorderende eine deutliche Leiste. Der Saum entspringt in nächster Nähe
des Schalenrandes, überragt denselben am Vorderrand und der unteren Hälfte de* Ventralrandes deutlich.
Die re ch te Schale gleicht im ganzen der linken, unterscheidet sich von ihr in folgenden
Punkten: Die verschmolzene Zone ist durchweg schmaler, weniger dicht durchbohrt, der Saum ist
weiter nach innen gerückt, entspringt am Vorderende noch in der Nachbarschaft der Verwachsungslinie,
mehr oder weniger weit nach innen von derselben, am Hinterende etwa halbwegs zwischen Schalenrand
und Innenrand. Der Vorderrand ist nicht deutlich gezähnt, nur schwach wellig gebogen.
Von oben gesehen ziemlich stark comprimirt, die grösste Breite ist kleiner als die halbe
Länge (4:9), sie liegt ziemlich genau in der Mitte. Die Seiten bilden flache Bogen, die rechte Schale
bildet vorn eine Einbuchtung, so dass das Vorderende etwas schnabelartig zugespitzt erscheint, stets
klaffen die Schalen hier deutlich. Das Hinterende ist weniger stark zugespitzt als das Vorderende.
Vorn überragt die linke Schale die rechte deutlich, hinten die rechte die linke ein wenig, obwohl die
linke Schale auch hinten die übergreifende ist; das Uebergreifen hinten beschränkt sich natürlich auf
Innenlamelle und Saum.
L änge 2—2,1 mm.
Ueber F ä rb u n g und Bewegung habe ich mir keinerlei Notizen gemacht, und die bereits
vor 20 Jahren gesammelten Individuen lassen heute nur undeutliche Reste der Färbung erkennen*
danach dürfte die Schale grün pigmentirt gewesen sein.
G liedmaassen: Die Schwimmborsten der 2. Antenne überragen die Spitzen der Klauen des
letzten und vorletzten Gliedes deutlich; Maxille ohne gezähnte Klauen.. Putzfuss mit schnabelförmigem
Endglied, welches 3 Borsten trägt, eine längere und zwei kürzere, welche die Spitze des Gliedes nur
wenig überragen, von diesen ist die eine kleinere so fein, dass sie nur schwer aufzufinden ist.
F u rc a lä s te mit fast geradem Hinterrand und schwach gebogenem Vorderrand. Der Hinterrand
gliedert sich deutlich in einen basalen Abschnitt mit dünnwandigem Chitinrand, und einen distalen
mit derberer Chitinwand, letzterer ist fein gewimpert. Auf jeden Abschnitt kommt ziemlich genau die
Hälfte des Abstandes zwischen basaler Ecke und Hinterrandsborste. Die Klauen sind schlank, schwach
gebogen, distal fein gewimpert, die längere etwa so lang wie der halbe Hinterrand bis zu ihrem Ursprung.
Die Borste des Hinterrandes entspringt in geringer Entfernung von der proximalen Klaue, kaum weiter
von dieser als diese von der distalen.
Var laevis. (Fig. 3).
Neben der beschriebenen Form fand sich an der gleichen Fundstätte noch eine zweite, der
beschriebenen auffallend ähnliche, von ihr unterschieden durch den Mangel der Zähnelung am Vorder-
und Hinterrand, durch den Verlauf des Saumes, der sich rechts am Vorderrand viel weiter vom Schalenrand
entfernt, und durch die Grösse (durchschnittlich um etwa 0,1 mm grösser.)
Im Bau der Gliedmaassen habe ich keine Unterschiede auffinden können.
Beide Formen fanden sich, wie gesagt, neben einander, und zwar kamen (nach Zählung von
100 Stück) auf 1 serrata etwa 2 laevis.
Ich habe die Art im Sommer 1879 und 1880 in einem kleinen Teich der Grimmer Vorstadt
Greifswalds gesammelt. Später habe ich sie dort nicht wieder aufzufinden vermocht, bin der Art überhaupt
nicht wieder begegnet.