
Styela Ohlini Michlsn.
T a fel II F ig . 17.
1898 S ty e la Ohlini, Mic h a e l s e n , Tunic. Magalh. Süd-Georg., p. 366.
Diagnose: Ellipsoidisch, mit abgeftachter Ansatzfläche, Körperöffnungen kaum erhaben, ca. Vs der
Kö rper längsachse voneinander entfernt. Cellulosemantel dünn, hart knorpelig', schwach durchscheinend,
mit schwach fleischfarbenem Schimmer; Oberfläche g a n z glatt. Mund-Tentakeln 32 oder w en ig mehr, un r
e g e lm ä ssig alternirend verschieden gross. Dorsaltuberkel von der Gestalt zw eier ineinander geschachtelter
Trichter, d ie in ihren vorderen L äng sse iten miteinander v erwachsen sind. Kiemensack jed e r se its mit 4 wohl
au sg eb ild eten Längsfalten, d ie von unten nach oben an Stärke zunehmen; 10—30 L ä n g sg e fä sse a u f den
Falten, 8 und weniger a u f den Falten-Zwischenräumen; Haup tq u erg e fä sse w en ig v erschieden, alternirend
stark und etwas schwächer; Maschen in den Falten-Zwischenräumen annähernd quadratisch, mit durchschnittlich
6 la n g gestreckten , parallelrandigen Kiemenspalten, meist durch secun d äre Quergefässe halbirt. Dorsalfalte
ein u nr eg elmä ssig w e llig e r Saum mit ste llenwe ise geradem, ste llenwe ise u nr egelmässig eingeschnittenem
Rande (Pseudo-Züngelchen). Darm linksseitig, mit kurzer, nach hinten w e it offener Schleife, d ie vom Magen
und dem An fan gsth eil des Mitteldarms g eb ilde t wird; Magen dick bimförmig', mit ca. 20 auch äusserlich
erkennbaren L ängsfalten ; T y p h lo so lis des Mitteldarms im An fan gsth eil mit zw ei Reihen alternirend gestellter
Q u e r falten. Jeder seits e in e Anzahl (7 bezw. 10) zw ittrige , walzenförmige , u n r eg e lm ä ssig gekrümmte Gon
aden locker zwischen Innenkörper und Kiemensack suspendirt; in jed e r Gonade bild et das O v a rium einen
ein se itig en dicken B e la g a u f der Hode.
Diese Art beruht auf der Untersuchung eines einzigen Stückes.
A eu s se re s : Das Thier (Taf. II Fig. 17) hat die G e s t a l t eines Ellipsoids mit einer
parallel zur Längsachse abgeplatteten Seite. Die D im e n s i o n e n sind folgende: Länge des
Ellipsoids 26 mm, Breite 18 mm, Höhe über der Ansatzfläche 16 mm.
Die K ö r p e r Öf f nung e n , feine, kreuzförmige Schlitze, sind kaum erhaben, nicht mehr,
als eine schwache Verdickung des Cellulosemantels in ihrer unmittelbaren Umgebung bedingt. Die
Egestionsöffnung liegt etwas vor dem Punkt, in dem die Höhenaxe, senkrecht über dem Centrum
der ventralen Ansatzfläche, die dorsale Körperwand trifft. Die Ingestionsöffnung, liegt 8 mm, also
nicht ganz den dritten Theil der grössten Achse des Thieres, vor der Egestionsöffnung, etwas nach der
linken Seite aus der Medianlinie herausgeschoben. Eine systematische Bedeutung glaube ich dieser
etwas seitlichen Lage der Ingestionsöffhung nicht beimessen zu sollen, da das Beispiel der unten
beschriebenen Styela NordensJcjöldi zeigt, dass die Lage der Körperöffnungen zur Ansatzfläche
innerhalb einer Art in geringem Maasse schwanken kann. Die Oberfläche ist ganz glatt. Die
F ä r b u n g des Thieres ist weisslieh mit schwach fleischfarbenem Schimmer und deutlichem Perlmutterglanz;
seitlich geht diese allgemeine Färbung in Folge des Durchschimmerns der gelben
Gonaden in einen hell-orangefarbenen, fast goldig schimmernden Ton über. Als Ansatzmaterial
des jetzt losgelösten Thieres scheint eine mit einzelnen Spirorbis - Röhren besetzte Muschelschale
gedient zu haben; wenigstens sitzen die von der gleichen Fundstelle stammenden Ascidien
durchweg auf solchem Untergründe. Zu erwähnen ist hier noch, dass der Rand der Ansatzfläche
durch eine beträchtliche Verdickung des Cellulosemantels ausgezeichnet ist, der sich als schmaler,
unregelmässiger Saum auch noch nach aussen über den Untergrund verbreiterte. Die mittleren
Partien der Ansatzfläche zeigen andererseits eine Verdünnung des Cellulosemantels.
In n e re O rg a n is a tio n : Der Cellulosemantel ist dünn, durchschnittlich x/s mm dick,
fest knorpelig, biegsam und elastisch, schwach durchscheinend, auf Schnittflächen perlmutterartig
weiss. Der I n n e n k ö r p e r liegt auch beim konservirten Thier dem Cellulosemantel in ganzer
Ausdehnung fest an. Er ist sehr zart und seine beiden sich rechtwinklig kreuzenden Muskel-
Systeme bestehen aus je einer ziemlich dichten, fast geschlossenen Lage sehr feiner Muskelbündel.
Die Innenfläche des Innenkörpers ist überall mit Ausnahme des Umkreises der Körperöffnungen mit
zahlreichen, ziemlich kleinen E n d o c a r p e n besetzt.
Der M u n d - T en t ak e 1 k r an z steht auf einem stark erhabenen Ringwall. Die Firste
dieses Tentakelträgers besteht aus einer Anzahl verschieden starker bulböser Verdickungen, deren
jede einen ihrer Grösse entsprechenden Tentakel trägt. Die Tentakeln sind einfach, die grossen
von den Seifern lier stark abgeplattet, gegen die Spitze gleichmässig verjüngt, die kleineren mehr
fadenförmig. Die Grösse der Tentakeln ist sehr verschieden. Der kleinste hatte eine Länge von
0,18 mm und eine Dicke von durchschnittlich 0,04 mm; der grösste war 3)5 mm lang und basal
ungefähr 0,4 mm breit. Im Allgemeinen scheinen grössere und kleinere Tentakeln alternirend zu
stehen; doch ist diese Anordnung nicht ganz durchgeführt; auch sind weder die Tentakeln der ersten
Ordnung, noch die der zweiten Ordnung unter sich gleich gross. Die Zahl der Tentakeln beträgt
32 oder einige wenige mehr. Einige kleine Tentakeln scheinen, nach den vorhandenen bulbösen
Verdickungen des Ringwalles zu urtheilen, nicht ausgebildet oder bei der Präparation zerstört zu sein.
Der D o r s a 11 u b e r k e 1 füllt den hinteren Winkel des Perituberkularfeldes aus. Er
hat die Gestalt zweier ineinandergeschachtelter Trichter; die an den zuvorderst liegenden Längsseiten
mit einander verwachsen sind; es sind, mit ändern Worten, beide Hörner der spaltförmigen
Flimmergrube so weit einwärts gebogen, dass sie vorn aneinander stossen. Die Basis des Dorsaltuberkels
ist stark verengt.
Der Kieme n s a ck trägt jederseits vier Falten, die von unten nach oben an Stärke zunehmen.
Die untersten, dem Endostyl benachbarten Falten sind nur klein und tragen etwa je 10
Lä n g s g e f ä s s e . Die obersten, der Dorsalfalte benachbarten, sind sehr gross und tragen ca. 30
Längsgefässe. Diese obersten Falteu sind gegen die Dorsalfalte hingeneigt und stossen mit ihren
Firsten fast aneinander, so dass die Dorsalfalte nur betrachtet werden kann, nachdem man diese
ihr zunächst liegenden Falten zur Seite geschoben oder abgehoben hat. Die Zwischenräume
zwischen den Falten nehmen im Gegensatz zu den Falten von oben nach unten an Breite zu. Der
Zwischenräum zwischen der untersten und der zweituntersten Falte trägt ungefähr 8 Längsgefässe,
die nach oben folgenden stufenweise weniger. Die Längsgefässe sind in den Falten-Zwischenräumen
ziemlich weitläufig gestellt, glatt und gradlinig. Auf den Flächen der Falten nähern sie
sich einander, um so mehr, je höher sie auf den Falten stehen. Zugleich nehmen sie mehr und
mehr einen eng geschlängelten Verlauf an. Da diese Schlängelung seitlich erst in gewisser Höhe
an den Abhängen der Falten auftritt, so erscheint es als keine bedeutsame Eigenheit der untersten,
kleinsten Falte, dass ihre Längsgefässe fast gradlinig sind. Die Ha u p t q u e r g e f ä s s e zeigen
eine nicht ganz regelmässig durchgeführte, einfache Alternation zwischen gröberen und feineren,
die jedoch im Allgemeinen nicht besonders stark verschieden von einander sind. Nur in dem Bereich
des Endostyls erheben sich einzelne, jedes achte oder sechszehnte, zu grösserer Mächtigkeit.
Die Maschen sind in den Zwischenräumen zwischen den Kiemensack-Falten annähernd
quadratisch, ungefähr 0,25 bis 0,3 mm breit. Die Kieme n s p a l t e n sind langgestreckt und mehr
oder weniger regelmässig parallelrandig, häufig an den Enden gerundet-spitzwinklig. Es fallen
durchschnittlich 6 Kiemenspalten auf eine der " quadratischen Maschen der Falten-Zwischenräume.
Die Längsgefässe zwischen den Kiemenspalten sind ungemein zart, durchschnittlich nur 0,02 mm
breit, während die Kiemenspalten eine durchschnittliche Breite von 0,08 mm besitzen mögen.
Meist werden die Maschen durch ein s e c u n d ä r e s Quergefäss getheilt; nur an wenigen Stellen
Zoologica. Heft 31. 11