
der Mitte, welehe jedoch nicht wie bei pedella, durch einen feinen Längsstrich verbunden sind.
Kopf, Palpen und Fühler orang'egelb. Vorderfiügel 8 mm lang, bei pedella L. 6 mm.“
In der R ibbe’sehen Sammlung befindet sich von den Shortlands-Insein eine Lecithocera-
Art, mit grünlich seidenartig schimmernden Vorderflügeln und weisslichen Hinterflügeln. In der
Dahl’schen Sammlung ebenfalls eine dunkelbraune Lecithocera-Art und eine Reihe von kleinen
und kleinsten Tineiden, meist am Lieht in Ralum gefangen, welche ieh hier leider nur anführen
kann, da es mir nicht gelang, diese vielfach sehr mangelhaft erhaltenen Thierchen zu bestimmen.
Einige derselben gehören zur Gattung Gracüaria. Meyrick führt (Trans. Ent. Soc. 1886, p. 283 ff.l
von Neu-Gninea und den Pacifie-Inseln verschiedene Vertreter von Depressariaden, Oecophoriden,
Plutilliden, Elachistiden und ändern Familien auf. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieselben auch
im Bismarck.Archipel ihre Vertreter haben.
Pterophoridae.
Die in den beiden Sammlungen von C. Ribbe und Prof. Dahl vorhandenen Pterophoriden
hatte Herr Medieinalrath Dr. 0. Hofmann die Güte, einer genaueren Durchsicht Zu unterwerfen,,
deren Resultat ieh mit dessen gütiger Bewilligung im Nachstehenden mittheilen werde. '
D ie P te ro p h o rid en sind a u sg e z e ich n e t n ach v on Heinemann: „Durch abstehenden an liegen d b eschuppten
K opf und h alb k uge lförmige A u g en . Kein e N ebenau g en , ,'flie Fühler sind k ürzer als die V orderflügel,
fadenförmig, die Zunge spiral. Palpen vorstehend. Kein e Nebenpalpen. ¿Die F lü g e l la n g u nd sehmal,
in der Ruhe au sgestr eck t und d ie Hinte rü üge l g a n z v on den Vorderflügeln bedeckt, g a n z oder gespalten,'
die Vorderflügel g a n z , zwei- oder dreitheilig, d ie Hinte rflügel g a n z oder dreitheüig. Der Hinterleib la n g
u n d dünn. D ie Beine sehr lan g , d ie hintern am lä n g s ten .“
D ie Raupen sind sieb z eh n fü ssig u nd leb en entweder frei an Blättern und Blüthen oder im Innern
v on Pflanzentheilen.
Gattung Synaphia n. g.
Die Charaktere der Gattung finden sich in der nachstehenden Artbeschreibung gegeben.
457. Jßynaphia pyrrha A. Pagenst. n.r sp.
Von den .Shortlands-Insein liegt in der Ribbe’sehen Sammlung eine interessante Art vor,
die ich hier erwähne, da sie wohl auch im Bismarck-Archipel wird angetroffen werden. Herr Dr
0. Hofmann sagt über dieselbe:
„Offenbar eine Uebergangsform von den Tineen zu den Pterophoriden mit ungespaltenen
sehr langen und schmalen Flügeln, etwas an Schreckensteinia fertelialla erinnernd; aber alle Flügel
sind sehmaler nnd spitziger, das Geäder ist gegen defi Vorderrand mehr zusammengedrängt — soweit
sich dies ohne Abschnppen erkennen liess J i Der Kopf ist leider sehr abgerieben, die Palpen
sehr lang nnd dünn, sichelförmig wie bei Cosmopteryx, das Endglied länger als das Mittelglied.
Fühler länger als die Vorderflügel, gelblich, mit verdicktem Wurzelglied, Zunge stark entwickelt.
Vorderflügel circa 8 mm lang, in der Wurzelhälfte braun, in der Spitzenhälfte roth; an der Grenze
zwischen beiden Färbungen ein verwischter gelblicher Querfleck, in der rothen Spitzenhälfte mitten
in der Flügelfläche ein kleiner gelblicher, unten schwarz gesäumter Fleck; vor der Flügelspitze ein
eben solcher aussen schwarz gesäumter Schrägstrich. Fransen an der Flügelspitze gelblich, am
Innenrande dunkelgrau. Hinterflügel blass gelblichbraun. Hinterleib oben gelblich, an den letzten
Segmenten weiss; unten ebenso. Von den Beinen ist nur ein sehr charakteristisches Hinterbein vorhanden.
Die Hüfte weisslich mit breiten platten Schuppen bedeckt, Schenkel schwarzgrau, etwas
kupfrig schimmernd; Schiene mehr als zweimal so lang, als der Schenkel, durch Schuppen stark
verdickt, welche noch vor dem Ende der Schiene mit trichterförmiger Ausbreitung und scharf abgeschnitten
enden. Die Schiene ist oben schön roth, unten rostbraun, innen weisslich; vor dem
Abgang der bräunen Mittelsporen findet sich ein schwarzer Schuppenfleck auf dem Rücken der
Schiene; ebenso ist das Ende des Schuppentrichters oben schwarz, seitlich aber intensiv roth; das
von dem Schuppentrichter frei gelassene Ende der Schiene, die zwei hintern Sporen und der Fuss
sind gelbbraun.“
458. (?) Amblyptilia atrodactyla A. Pagenst. n. sp.
In der Dahl’schen Sammlung befinden sich mehrere Exemplare einer eigentümlichen Art
von Alovon Ralum 7. August 1896, Waldthal Ralum 13. Nov. 1896 und Lowon, Ralum 6. Dec.
1896 und 2. Januar 1897, über welche sich Herr Dr. 0. Hofmann in nachfolgender Weise äussert:
„Der Gestalt der Flügel nach in die Reihe der Gattung Amblyptilia gehörig, aber verschieden
durch die sehr langen, dünnen und spitzigen Palpen, deren Endglied so lang ist, wie das
Mittelglied. Ein äusserst zartes, kleines Thierchen mit 6 mm langen und sehr schmalen Vorderflügeln,
fast ganz schwarz, ausgezeichnet durch die breiten, silberglänzenden Schuppen, welche die
Hüften, die Kniegegend und die Basis des Hinterleibs bedecken; silbern sind auch die Anssenseiten
der Hinterschenkel und je ein Fleck auf der Mitte der Hinterschienen und des ersten Fussgliedes.
Beschaffenheit der Beine wie bei Amblyptilia.“
459. Trichoptilus ralumensis A. Pagenst. n. sp.
Von Ralum (24. Oct. 1896), sowie Lowon Ralum (2. Jan. 1897) liegen in der Dahl’schen
Sammlung mehrere Exemplare vor, welehe Herr Dr. 0. Hofmann wie folgt beschreibt:
„Vorderflügel sehr schmal, circa 6 mm lang, beide Zipfel linear, braun, der Vorderzipfel
ist gleich hinter der Spalte, in der Mitte und vor der Spitze verdunkelt; zwischen den verdunkelten
Stellen sind in den Vorder- und Hinterfransen weisse Stippchen (Andeutungen der typischen Querlinien).
Fransen der äussersten Spitze schwarz. Hinterzipfel: Vorderrand-Fransen schwarz oder
doch dunkler als die Flügelfläche, die Spitze des Zipfels weiss oder gelblich. Innenrand-Fransen
schwarz, mit einem schmalen weissen Querwisch. An der Stelle der vordem Querbinde sind die
Fransen am Vorderrand und Innenrand des Zipfels weiss, dahinter am Innenrand in geringer Ausdehnung
wieder schwarz. Hinterflügel braungrau, Fransen grau, in der Mitte des Innenrandes der
3. Feder ein kleines schwarzes Schuppenhäufchen. Alle drei Federn gleichgestaltig, linear. Hinterbeine
weisslich, über den Ansätzen der Sporen durch schwarze Schuppen verdeckt. Kommt der
südeuropäischen Art Tr. siciliata Z. und deren var. ononidis Mn. sehr nahe.“
460. Trichoptilus ? sp.
Eine aus Kinigunang (Neu-Pommern) in der Ri bb e’schen Sammlung vorliegende Ptero-
phoride setzt Dr. Hof mann in die Gattung Trichoptilus oder in eine zwischen Trichoptilus und
Oxyptilus stehende und beschreibt sie folgendermaassen:
„Die beiden Zipfel der Vorderflügel sind l i n e a r , der obere abwärts gekrümmt. Feder 3 der Hinter,
flü g e l führt in der Mitte des Innenrandes ein starkes Häufchen sclvwavzer S chup p en und ist am gan zen
Innenrand in den hellgrauen Fransen mit theils schwarzen, tlieils weissen langen, am Ende k o lb ig erweiterten,
oder kür zer en keulenförmigen Schuppen besetzt. Hinterbeine sehr dünn, weisslich. an den Sporenan
sätzen geb räu n t, aber nur mit sehr w en ig Haarschuppen versehen (abgeflogen). Vorderflügel braun, am
Vorderrand in der Mitte des Vorderzipfels und in den Fransen an der Spitz e desselben w e is sg e lb ; am Hinterzip
fe l sind durch zw ei kle ine weissg’e lb e F lecken die zw ei hellen Querbinden d er Ox y p tilu s- und Trichoptilus-
Ar ten an ged eu tet. Hinterflügel braun. K op f mit den Fühlern und den zw ei langen, schlanken, aufwärts