
Die meisten der untersuchten Exemplare gleichen im allgemeinen der typischen Form,
wie sie z. B. bei H u d s o n et G o s s e abgebildet ist; einige Verschiedenheit aber zeigt sich
dennoch, insofern z. B. der Stirnrand deS- Panzers am Bauch nicht einfach ist, wie bei der
typischen Form, sondern in der Mitte stark ausgeschnitten (Taf. V I I , Fig. rt). Die Länge-des
Panzers beträgt, ohne die Dornfortsätze 0,2—dpi 2 5 mm, ihr größter Durchmesser mm,
der hintere Panzerfortsatz ist o . o a H i mm, die Stirnfortsätze B,f>5 mm lang.
. D ie von dem Fundorte bei C o r u m b a herstammenden Exemplare weichen von der
Stammform schon in so großem Maße ; ab, daß ich dieselben mit der Bezeichnung Notens
quadricornis var. brevispinus n. var. absondere. Der Panzer dieser Exemplare gleicht im
ganzen einem an dem einen. Ende abgerundeten .Schild, ist am Rücken ebenso gefeldert
und die ganze Oberfläche fein granuliert, wie die Stammform (Taf. V I , Fig. 15). D ie zwei
Domfortsätze am Stirnrand sind g u t .^ tw ick e lt, nach ütlten und au ßenSpkr iimmt, B i g mm
lan g ; die hinteren Dornfortsätze sind sehr kurz, messen b loß 0,01 mm und sind einander
auffallend genähert (Taf. V I , F ig. 1 5 ) . Der vordere Panzerrand bildet am Batich zwei Wellen,
hügel und e s zeigen sich drei Wellentäler daran, "’deren eines zwischen den beiden Wellenhügeln
in -d e r Mittellinie liegt. Die Län ge des Panzers beträgt ohne die Dornfortsätze
° i I 3 — ° ? I 4 mm, der größte Durchmesser 0 , 1 1 — 0 , 1 2 mm.
Demnach unterscheidet sich diese Varietät von der _ Stammform durch die ;|§ruktjte
des vorderen Bauchrand^sj, sowig durch die Situierung und Größe der .hinteren ßprnfortsätzte'
183. Noteus m ilita ris (Ehrb.)
(Taf. V I I , Fig. 2—
Brachionus militaris H u d s o n et G o s s e , 19, Supl. p. 52, Taf. XXXIV, Fig. 23.
Mit Ausnahme von A fr ik a und Südamerika ist diese A r t aus den übrigen Weltteilen
längst bekannt. Bei meinen Untersuchungen fand ich nicht nur die typische Form, sondern
auch eine auffallende Varietät, Noteus militaris var. macracanthus n. var., welch letztere,
wie es aus der Aufzählung der Fundorte sich ergeben wird, in der Fauna von Paraguay
weit häufiger ist.
Die typischen Exemplare gleichen im ganzen den von C. G. E h r e n b e r g und H u d s
o n -G o s s e abgebildeten und weichen von deiiselben nur insofern ab, als der rechte hintere
Dornfortsatz weit kürzer ist als die übrigen, während die zwei mittleren fast gleich lang.sind;
sie erinnern somit an jene Exemplare, welche E . v. D a d a y aus Ceylon abgebildet hat (11.
P- 17, F ig. 5). D ie vorderen Panzerfortsätze am Rücken und Bauch gleichen den Exemplaren
von C. G. E h r e n b e r g und P I u d s o n -G o s s e und auch die Struktur des Panzers weist keine
Abweichung auf (Taf. V I I, F ig. 2). Die Län ge des Panzers, ohne die zwei hinteren Dornfortsätze
gemessen, beträgt 0,12— 0,15 mm; ihre größte Breite 0,12— 0,15 mm; der längste
hintere Dornfortsatz mißt 0,04— 0,07 mm.
Fundorte: A r e g u a , Inundationen eines Baches, der den W e g zu der Lagune Ipa-
carai kreuzt; zwischen A r e g u a und L u g u a , Inundationen des Yuguariflusses; zwischen
A r e g u a und dem Y u g u a r i f l u s s e , Inundationen eines Ba ches; A s u n c io n , Campo Grande,
Calle de la Cañada, von Quellen gebildete Tümpel und Gräben; zwischen A s u n c i o n und
T r i n i d a d , Pfützen im Eisenbahngraben; E s t i a P o s t i l l o n , La gune; P a s o B a r r e t o ,
Bañado am Ufer des Rio Aquidaban; V i l l a S a n a , Inundationen des Baches Paso Ita;
G o u r a l e s , ständiger Tümpel.
Die Merkmale von Noteus militaris var. macracanthus n. var. fasse ich in folgendem
kurz zusammen.
Der Rumpf erinnert im ganzen an den der typischen Form, ist aber weit breiter als
lang. Der Rumpfpanzer mißt nämlich, ohne die Dornfortsätze und von der Basis der hinteren
mittleren Dornfortsätze gemessen, 0,12— 0,15 mm, die Breite dagegen 0,18— 0,2 mm. Die
Panzeroberfläche ist am Rücken gefeldert und fein punktiert (Taf. V I I , F ig. 3. 4), wogegen
am Bauch die Felderchen fehlen und statt derselben nahe zur Basis der vorderen Dornfortsätze
ein welliger Kamm quer hinzieht, von welchem zwei nach hinten ziehende Kämme ausgehen
(Taf. V I I , F ig. 5), dabei ist auch der Bauchpanzer fein punktiert.
Die hinteren Dornfortsätze des Panzers sind auffallend lan g; der rechte und linke
nahe zum hinteren Viertel einwärts gekrümmt; die mittleren zwei Dornfortsätze sind bald
gerade, bald schwach gebogen, in den meisten Fällen aber gerade nach hinten gerichtet,
und stehen stets näher ‘ zueinander als zu den seitlichen (Taf. V I I , Fig. 3. 4. 5). Unter meinen
Ex em plaren .fand ich indessen auch solche, deren einer z. B. der linke hintere Dornfortsatz
b loß in Form einer kleinen Erhöhung vorhanden war, während die übrigen sich gut entwickelt
hatten (Taf. V I I , F ig . 4). Die Länge der seitlichen Dornfortsätze beträgt 0,12 bis
0,14 mm, die der mittleren 0,1—|§|i 4 mm.
Fundorte: A r e g u a , Pfütze an der Eisenbahn, sowie Inundationen eines Baches,
welcher den W e g zu der Lagune Ipacarai kreuzt; zwischen A r e g u a und dem Y u g u a r i f
l u s s e , Inundationen eines Ba ches; A s u n c io n , Tümpel auf der Insel (Banco) des Paraguayflusses;
C e r r o L e o n , Bañado; C o r u m b a , Matto Grosso, Inundationstümpel des
Paraguayflusses; C u r u z u -c h i c a , toter Arm des Paraguayf lusses; C u r u z u -n ú , Teich beim
Plause des Marcos Romeros; E s t i a P o s t i l l o n , Lagune und deren Inundationen; G r a n
C h a c o , von den Riachok hinterbliebene Lagune-; P a s o B a r r e t o , Bañado und Lagune am
U fe r des Rio Aquidaban; P i r a y u , Straßenpfütze; V i l l a S a n a , Inundationen des Baches
Paso Ita und der Peguaho genannte T e ich ; schließlich Inundationen des Y u g u a r i f lu s s e s ;
S a p u c a y , Pfütze und mit Pflanzen bewachsene Graben am Eisenbahndamm; C a e a r a p a ,
Tümpel; G o u r a l e s , ständiger Tümpel; V i l l a R i c a , Graben am Eisenbahndamm und
nässe, quellige Wiese; A s u n c i o n , Lagune (Pasito), Inundationen des Paraguayf lusses. An
manchem dieser Fundorte mit der Stammform zugleich vorkommend.
Gen. Brachionus (Ehrb.)
Brachionus Hudson et G ö s se , 19, II, p. 116.
Das wichtigste gemeinschaftliche Merkmal der hierhergehörigen Arten bildet, von
sonstigen abgesehen, hauptsächlich der cylindrische, ungegliederte und in zwei kleine blattförmige
Zehen endigende Fuß, was. natürlich die früher hierher gezogenen, mit gegliederten
F üßen versehene Arten: Brachionus militaris Ehrb. und Brachionus polyacanthus Ehrb.
ausschließt, welche — wie wir sahen —- In die Gattung Noteus' zu stellen sind.
Die Gattung ist aus allen Weltteilen, auch aus Südamerika, längst bekannt; schon
L. S c h m a r d a hat 1859 von verschiedenen Fundorten folgende Arten nachgewiesen: Bra