
Fam. Ph ilodin ida e Ehrb.
Diese Rotatoria-Familie ist eine derjenigen, welche die größte geographische Verbreitung
aufweisen und deren Gattungen als echte Kosmopoliten zu betrachten sind. A us Südamerika
waren übrigens bisher b loß die Gattungen P h ilo d in a , R o t i fe r und CallidincMke-
kannt.
Gen. Philodina Ehrb.
Philodina Hudson et G o s s e , 19, Tom. I, p. 97.
Aus Südamerika wurde dies Genus mit 7 Arten zuerst i8sft7von L. S c h m a r d a verzeichnet,
während 1891 auch J .F r e n z e l es erwähnt, allein die A r t nicht,nennt, welche er
bei Bestimmung des Genus untersucht hatte. Es unterliegt, keinem Zweifel, daß in Südamerika
mehrere Arten dieser Gattung existieren; ich bin auch bei meinen Untersuchungen
mehreren begegnet, vermochte jedoch, zufolge Einwirkung der Konservierung, nur nach-
stehende derselben mit voller Sicherheit zu determinieren.
111. P h ilod in a ro seola Ehrb.
Philodina roseola Hudson et G o s s e , 19, I, p. 99, Taf. IX, Fig. 4.
Diese durch die parallel der Längsachse des Körpers hinziehenden Kämmchen auffällige,
doch unbedornte A r t wurde zuerst von L. S c h m a r d a aus Chile aufgezeichnet (3M
und wahrscheinlich hat sie auch G. L a g e r h e im in Ecuador b eö b a ch te t flE ). B e i meine»
Untersuchungen fand ich sie in dem Material von folgenden Fundorten: A r e g u a , Bach,
4 er den W e g nach der Lagune Ipacarai kreuzt und eine Lagune am Ufer des .Acjuidabaii
bei P a s o B a .r r e to . A u ß e r Europa bisher aus Nordamerika, Asien, A fr ik a und Niu-Guineä
bekannt.
Gen. Rotifer Schrank.
Rotifer Hudson et G o s s e , .19, I, p. 103,
Dies Genus wurde mit: einer A r t aus Südamerika zuerst von L. S c h m a r d a (Jj ) vom
Fundort Mendona, sodann von A . C e r t e s (15.) vom Kap Horn ve rze ich ne t.-D ai Genus selbst
ohne Bezeichnung der betreffenden Art, wurde übrigens auch von J, F r e n z e l erwähnt ( 1 7 . f i
wogegen A . W i e r z ^ k i (3&i»auch die beobachtete A r t genannt hat. Übrigens ist es ein
kosmopolitisches Genus im vollen Sinne des Wortes. Ich habe folgende Arten desselben
beobachtet.
112, R o tife r m a c ru ru s Ehrb.
Rotifer macrurus Hudson et Glosse, 19, I, p. 107, Taf. X, Fig. 4.
Diese durch den auffällig lan g gestreckten F uß und dessen Zehenfortsätze selbst in
zusammeng^ogenem Zustand leicht kenntliche A r t war bisher außer Europa nur aus Nordamerika
bekannt. Bei meinen Untersuchungen habe ich sie von folgenden Fundorten notiert:
A r e g u a , B a ch , der den W e g zur Lagune Ipacarai kreuzt; Pfütze an der Eisenbahn
zwischen L u g u a und A r e g u a . E s lagen mir zahlreiche Ex emplare vor.
113. R o tife r ta rd u s Ehrb.
Rotifer tardus Hudson et G o s s e , 19, I, p. 105, Taf. X, Fig. 1.
Diese A r t war bisher außer Europa nur aus Nordamerika bekannt. A u f Grund der
Kämmchen der Kutikula, welche parallel der Längsachse des Körpers hinziehen, sowie der
Struktur des Fußes ist sie auch im zusammengezogenen' Zustand von den übrigen Arten
leicht zu unterscheiden und ganz sicher zu determinieren. Fundorte: A r e g u a , Bach, der
den W e g zur Lagune Ipacarai kreuzt, und eine Lagune ain U fe r des Aquidaban bei P a s o
B a r r e t o . Ich fand b loß einige Exemplare.
114. R o tife r vu lg a r is Ehrb.
Rotifer vulgaris Hu d son 'e t G o s s e , 19, I, p. 104, Taf. X, Fig. 2.
E s ist dies im vollen Sinne des Wortes eine kosmopolitische Art, die aus allen Weltteilen
bekannt ist. Aus Südamerika wurde sie zuerst von L. S c h m a r d a (31.), sodann 1889
von A . C e r t e s vom Kap Horn (5.) und 1892 von Á. W i e r z e j s k i aus Argentinien aufgeführt
(38.). Bei meinen Untersuchungen fand ich sie in dem Material von folgenden Fundorten:
Pfützen im Eisenbahngraben zwischen A s u n c io n und T r i n i d a d ; C u r u z u - c h i c a ,
toter Arm des Paraguayflusses; Pfützen an der Eisenbahn bei A r e g u a ; Inundationspfützen
des Yuguariflüsses zwischen A r e g u a und L u g u a ; A s u n c io n , Campo Grande, Calle de
la Cañada, von Quellen gebildete Pfützen und Gräben; Pfützen an der Eisenbahnstation
P i r a y u . Demnach ist diese Art in der Fauna von Paraguay als gemein zu bezeichnen und
es ist nicht ausgeschlossen, daß auch J. F r e n z e l diese A r t sah, als er das Genus aus A r gentinien
auf zeichnete, was übrigens auch durch die A ng abe von A. W i e r z e j s k i wahrscheinlich
wird.
115. R o tife r m a c ro c e ro s Gosse.
Rotifer macroceros Hudson et G o s s e , 1.9, I, p. 105, Taf. X, Fig. 5.
Eine durch den auffällig langen Taster selbst im konservierten üijd zusammengeschrumpften
Zustand leicht erkennbare A rt, welche außer Europa bloß aus Nordamerika
und Asien bekannt war. W ie es scheint, gehört sie zu den selteneren Arten, denn ich habe
b loß in dem Material aus den Inundationspfützen des Y u g u a r i f l u s s e s ein gut kenntliches
Exemplar gefunden.
Gen. Actinurus Ehrb.
Actinurus Hudson et G o s s e , 19, I, p. 108.
Dies Genus hat eine sehr groß e geographische Verbreitung, war aber aus Südamerika
bisher unbekannt.
116. A ctinu ru s neptunius Ehrb.
Actinurus neptunius Hudson et G o s se , 19, I, p. 108, Taf. X, Fig. 6..
A u ß e r Europa bisher aus Asien, Nordamerika und Neu-Guinea bekannte Art, die in
der Fauna von Paraguay nicht zu den selteneren zählt; ich habe sie von folgenden Fundorten
verzeichnet: Pfützen im Eisenbahngraben zwischen A s u n c io n und T r i n i d a d ; C u -
Zoologlca. lie f t 4t. j o