
ungefähr in der Mitte des Seitenrandes steht, parallelrandig; hinter ihr ragen noch die 2 Borstenwarzen
jeder Hälfte der hinteren Querreihe vor. Die 2 medianen Borsten der 1. Reihe stehen dorsal. Mittellappen
ziemlich schmal, mit 4 im Viereck stehenden Borsten. Analschuppe ohne Mittelspitze mit
2 sehr dicken, zitzenförmigen Borstenwarzen (Fig. 126).
Der Kegel am Ende des Präfemur der Beine klein.
Gonopodenöffnung hinten und seitlich von einer schalenartigen Erhöhung des Randes umfaßt,
die so weit nach hinten ausgesackt ist, daß sie in einer Linie mit dem Hinterrand der Hüften des
2. Beinpaares liegt. Sternit 6 des mit tiefer, taschenartiger Einsenkung von hinten her, die von
Borsten schütter umstellt ist und zur Aufnahme der Gonopodenenden dient.
Gonopoden (Fig. 127, 128): Der Tibialteil zeigt große Ähnlichkeit mit dem von 0. polymastus;
es sind dieselben 2 Fortsätze vorhanden, ein längerer, sehr schlanker Spieß, der hinten auf ragt und
nach vorn zu ein kurzer, am Ende spatelig abgerundeter Seitenast. Der Tibialfortsatz ist zwischen
zwei großen Endästen versteckt und daher auf der Abbildung nur schwer deutlich zu machen; von
diesen 2 Endästen, die fast gleich groß sind, ist der etwas kürzere als das Endstück des Tibialteils
anzusehen, der ein wenig längere, der medial einen schlanken, zugespitzten, schräg basal gerichteten
Seitenast hat, als Tarsus. Der Tibialfortsatz ist ein einfacher, schlanker, am Ende zurückgekrümmter
Ast. Das einzige zur Untersuchung vorliegende war einmal eingetrocknet und die
Gonopoden sind von Erde u. dgl. stark verschmutzt, so daß das Erkennen der einzelnen Teile
etwas erschwert ist.
Fundort: L a n d s c h a f t M e c u t i n e , 7 0 k m w e s t l . d e r K ü s t e v o n M o z a m b
i q u e . ( H o f f m a n n 1926, Hamburg. Mus.)
Die Orodesmus-Äxten unterscheiden sich bekanntlich sehr in der Ausbildung der vergrößerten
Metazoniten-Tuberkeln; macrolophus gehört zu denjenigen Arten, bei denen das 1.—4. Segment
vergrößerte Tuberkeln haben, die ± miteinander verschmelzen; hierher die Cooks chen Arten:
bicolor, camelus, eüipticus, forceps; bei den beiden erstgenannten wird der Medianfortsatz von den
4 mittleren Tuberkeln der dritten Reihe und den 2 medianen der 2. Reihe gebildet, wie bei macrolophus.
0. bicolor ist nur im weiblichen Geschlecht bekannt; nach C o o k s Beschreibung scheinen
doch einige Unterschiede gegenüber macrolophus zu bestehen, Form der Analschuppe usw., so daß
ich es vorziehe, s ta tt eine sehr zweifelhafte Identifizierung mit bicolor vorzunehmen, die mir vorliegenden
Tiere als neu zu beschreiben. 0. camelus ist ganz unkenntlich.
Die Orodesmus-Arten, von denen die bekannt sind, unterscheiden sich durch folgende
Tabelle:
1. Von den 3 Endästen der Gonopodentibia ist der eine ein schlanker Stiel mit einem feinhöckerigen Polster am Ende. Segment
1—3 mit vergrößerten Tu b erk eln ...........................................................................................................................0. cristatus Gk.
— Der diesem Tibialast entsprechende Ast ist eine schlanke, spitze S ic h e l............................................ . . . . . . . . . 2
2. Nur das 3. Segment hat stark vergrößerte Tuberkel in der 3. und teilweise auch der 2. Reihe . . 0 . pectinatus Karsch
— 1.— 4. Segment mit vergrößerten Tuberkeln, eventuell auch noch weitere Segmente mit etwas vergrößerten Tuberkeln 3
3. Alle vergrößerten Tuberkeln der vorderen Segmente bleiben getrennt ...............................................0. mastophorus Gerst.
^ Die vergrößerten Tuberkeln verschmelzen in verschiedener Weise m ite in a n d e r........................................................................ 4
4. Die hintereinander stehenden Mediantuberkeln aller 3 Reihen jeder Körperseite verschmelzen zu einem Kamm; es sind
also 2 parallele Längskämme v o rh a n d e n .............................................................................................................. 0 . polymastus Att.
— Die 4 mittleren Tuberkeln der 3. Reihe und die 2 Mediantuberkeln der 2. Reihe verschmelzen zu einem großen, queren, nach
hinten gekrümmten K am m ...................................................................................................................................... 0. macrolophus nov. sp.
2. Subfam. Cordyloporinae.
Auch über diese Subfamilie habe ich mich erst kürzlich, bei der Bearbeitung der Polydesmiden
des Belgischen Kongo1) geäußert. Zu den dort behandelten Gattungen kommt Diaphorodesmus S i 1 v.,
welche Gattung ich je tz t selbst untersuchen konnte, dazu, ferner die zwei hier neu beschriebenen Gattungen
Ancylochetus und Kyphopyge.
Ü b e r s i c h t ü b e r d i e G a t t u n g e n :
1. Auf den vorderen Segmenten sind einige Rückentuberkeln zu langen, geraden Hörnern verlängert. Seitenflügel sehr schlank,
fast s p ie ß a r tig .................................................................................................................................................................Diaphorodesmus Silv.
— Keine so verlängerten Rückentuberkeln vorhanden. Seitenflügel im allgemeinen gerundet-eckig............................................ 2
2. Der Tibiotarsus des Gonopoden h a t einen breiten, am Ende dicht bestachelten A r m Graphidochirus Att.
— Tibiotarsus des Gonopoden ohne solchen bestachelten A r m ......................................................................................................... 3
3. Das Gonopodentelopodit hat 4 lange, schlanke Äste, die alle nahe d er Basis entspringen. Seitenrand der porenlosen Seitenflügel
grob 2 3 z ä h n ig .......................................... ..................................................................................................... Eucordyloporus Bröl.
— Gonopodentelopodit in 2—3 weniger schlanke Äste g e s p a l t e n ...................................................................................................... 4
4. Die Samenrinne macht vor Ein tritt in den sehr kurzen Tibialfortsatz eine S c h l e i f e ..................... Ancylochetus nov. gen.
— Die Samenrinne verläuft in gerader Richtung zur Basis des längeren Tib ialfo rtsatzes ................................................................ 5
Gonopodenfemur vorn und hinten ungefähr gleich lang, hinten also nicht besonders verlängert, scharf gegen die Tibia
a b g e s e t z t ...................................... g
— Gonopodenfemur hinten lang, viel länger als vorn............................................................................................................................... 8
6. In den Flanken am Hinterrand der Metazoniten eine Reihe kräftiger, nach hinten gerichteter Stacheln (vergrößerte
Granulä) ........................................................................................................................................................Scolopopleura Att.
— An der angegebenen Stelle keine langen S tach eln.......................................................................... . 7
7. Der Tibiotarsus des Gonopoden h a t noch vor der Basis des Tibialfortsatzes einen Seitenast; der Tibialfortsatz entspringt
nicht ganz am Grunde des Tibiotarsus, so daß ein deutlicher Tibialabschnitt erkennbar i s t ..............................Cordyloporus Att.
— Der Tibiotarsus h a t vor dem Tibialfortsatz keinen Seitenast; der Tibialfortsatz entspringt ganz an der Basis des Tibiotarsus
..................................................................................................................................................................................... Pleuroarium Att.
8. Seitenrand der Seitenflügel nicht gezähnt. Analsegment nicht granuliert, Schwänzchen nach hinten verschmälert
Paracordyloporus Bröl.
— Seitenrand der Seitenflügel gezähnt. Analsegment dicht granuliert, Schwänzchen kurz und breit. In den Flanken am
Hinterrand der Metazoniten vergrößerte G r a n u la ........................................... ..................................... Kyphopyge nov. gen.
Cordyloporus aubryi (Luc.)
(Fig. 129.)
Ein t? von Sekondi, Goldküste gibt mir die Gelegenheit, die seinerzeit
von mir publizierte Beschreibung und Abbildung der Gonopoden etwas zu
verbessern: Femur kurz, deutlich gegen den Tibiotarsus abgesetzt; dagegen
ist keine deutliche Grenze zwischen Tibia und Tarsus sichtbür. Der
ganze Tibiotarsus ist kurz und breit; der Seitenast, der proximal von der
Basis des Tibialfortsatzes sitzt, ist klein, spitzhakig. Der Tibialfortsatz hat
einen breiten, abgerundeten, zurückgeklappten Seitenast. Die große, breite
Endplatte ist wohl als Tarsus zu deuten und ist am Ende in zwei einander
kreuzende Äste geteilt (Fig. 129). Das untersuchte $ ist etwas kleiner als die
früher beschriebenen: Länge 38 mm. Breite eines Metazoniten 4,8 mm,
eines Prozoniten 3,2 mm. ,
Fundorte: S e k o n d i , G o l d k ü s t e , (C. M a y e r leg. 1911)
G a n a G a n a , N i g e r d e l t a , S ü d - N i g e r i a . ( R u d o l f C a r l
leg. Hamburg. Mus.)
1929, Rev. zool. böt. Afr. v. 17, p. 325,