
Ein Mosaikpanzer befindet sieb an folgenden Stellen: Cephalothorax, thorakale und pleonale
Tergiten, Pleotelson (zum Teil), Antennenstiele, Auge, Mandibel, Peräopoden zum Teil. H - Eine
Amorphochalicose zeigen: erste Maxille, Basis und Taster des Kieferfußes (ausgenommen das letzte
Glied), Peräopoden zum Teil, Protopoditen der Pleopoden, Uropod, Telson. Achalicoderm sind: Gelenks
und Intersegmentalhäutchen, Sterniten, Oostegiten, die rudimentären Antennengeißeln, Palpus
der ersten Maxille, zweite Maxille, Epipodit und das letzte Tasterglied des Kieferfußes, Peräopoden
zum Teil, Spaltäste der Pleopoden.
Die Peräopoden zeigen eine kaudad abnehmende Chalicodermie, wie folgt:
Per. I (Scherenbein): Die Glieder haben ausnahmslos einen Mosaikpanzer, nur die beiden Endklauen
der Scheren zeigen eine nicht durch Kristallanisotropie bedingte Doppelbrechung.
Per. I I : Grundglied mit einem kristallinischen Fleck, zweites Glied in dem proximalen % gepanzert,
die übrigen Glieder amorphkalkig.
Per. I I I : Wie Per. I I, aber an dem zweiten Glied nur das proximale % gepanzert.
Per. IV : Fünf Glieder amorphkalkig, Endglied achalicoderm.
Per. V—VII: Vier Glieder amorphkalkig, die beiden distalen Glieder achalicoderm.
Die Bausteine des Mosaikpanzers sind zweierlei Art. Der Panzer des Cephalothorax besteht
aus einzelnen unregelmäßig geformten Kristallplatten. Die Schwingungsrichtungen zeigen gar keine
Fig. 3. Tanais Cavolinii. — Schema des Mosaikpanzers.
einheitliche Orientierung, die Auslöschung ist oft undulierend. Auch die Lage der optischen Achse
scheint wechselnd zu sein. Denn während die meisten Platten zwar hohe Interferenzfarben ( r = 378,
500, 620 ¡ifi) zeigen, gibt es doch andere, die unter allen Azimuten fast vollkommen dunkel bleiben.
Achsenbilder vermochte ich nicht zu sehen. Die Carapaxfalte zeigt einen ähnlichen Panzer, er ist
aber von dem Panzer des Cephalothorax durch eine isotrope Linie getrennt. Die Ränder sind nicht
durch eine besondere Struktur ausgezeichnet.
Der Panzer der thorakalen und pleonalen Tergiten besteht aus außerordentlich verschieden gestalteten,
sehr unvollkommen ausgebildeten radialfaserigen Sphäriten wechselnder Größe (Fig. 3).
Zwischen großen Sphäriten sind oft ganz winzige eingefügt. Die Grenzlinien der Sphäriten sind gebogen,
gekrümmt. Die Anordnung der radialen Fasern ist sehr unregelmäßig, so daß die schwarzen
Kreuze unvollkommen, gestört sind und sich oft öffnen. Das Sphäritenzentrum ist sehr oft dicht
an der Peripherie gelagert oder aber fehlt. Manchmal ähneln die Sphäriten täuschend den Einzelkristallen
mit undulierender Auslöschung. Die Sphäriten sind von negativem optischem Charakter,
die Interferenzfarben bedeutend niedriger als an dem Cephalothorax, nämlich r = 110—145 /¿¡i.
Irgendeine Regelmäßigkeit oder Symmetrie war in der Anordnung der Sphäriten nicht feststellbar.
Die Ränder der Segmente haben gar keine besondere Struktur, nur manchmal sind die Sphäriten am
Rande etwas gestreckt. Die Borsten zeigen gar keine topographische Beziehung zu den Panzerelementen.
Die beiden dichten Borstenreihen des Hinterleibes erheben sich auf einem vollkommen isotropen
Grundstreif.
Die Eigenschaften des Mosaikpanzers von Tanais Cavolinii unterscheiden sich von den zwei
folgenden Arten derart, daß ich einen besonderen Tanais-TypUS unterscheiden muß, welcher folgendermaßen
charakterisiert wird:
1. A llg em e in e K a lk v e r h ä ltn is s e : Vorherrschende Morphochalicose mit partieller Amorphochalicose
und Achalicodermie.
2. M o d if ik a tio n d e s C aC 0 3: Calcit.
3. G rö ß e n o rd n u n g d e r M o s a ik e lem e n te : Mikrokristallinisch.
4. S t r u k tu r : Panallotriomorph.
5. K r is t a l lo g r a p h i s c h e F o rm : Xenomorphe Einzelkristalle (Platten) und radialfaserige
Sphäriten.
6. S p e z ie lle A u s b ild u n g : Gleichzeitiges Vorkommen von Einzelkristallen und Sphäriten.
7. O p tis c h e O r ie n tie ru n g : Sphäritencharakter negativ.
Hexapleomera Schmidti n. sp.
Die morphologisch-systematische Beschreibung dieser Art siehe unten p. 142.
Die Art h a t einen gut entwickelten Mosaikpanzer mit partieller Amorphochalicose und Achalicodermie.
Achalicoderm sind folgende Teile: Gelenks- und Intersegmentalhäutchen, Sterniten, Oostegiten,
Palpus der ersten Maxille, zweite Maxille, Epipodit und das letzte Tasterglied des Kieferfußes,
Peräopoden I I—VII zum Teil, Spaltäste der Pleopoden. — Eine Amorphochalicose war an den nachstehenden
Stellen feststellbar: rudimentäre Antennengeißel, Peräopoden I I—VII zum Teil, Protopoditen
der Pleopoden und das Endglied des Uropoden. — Mit Mosaikpanzer sind versehen: Cephalothorax
mit dem Auge, thorakale und pleonale Tergiten, beide Antennenstiele, Mandibel, Endit der ersten
Maxille, Coxa, Basis und Palpus des Kieferfußes, Peräopod I (Scherenfuß), Peräopoden I I—VII zum
Teil, die drei proximalen Glieder des Uropoden.
Die Peräopoden I I—VII zeigen eine kaudad abnehmende Chalicodermie, indem Morphochalicose,
Amorphochalicose und Achalicodermie sich unter den Gliedern der Beine folgendermaßen verteilen:
Per. I I : Grundglied und das proximale % des zweiten Gliedes gepanzert, die übrigen Glieder
achalicoderm.
Per. I I I : Grundglied und die proximale Hälfte des zweiten Gliedes mit Panzer, sonst achalicoderm.
Per. IV : Grundglied und ein Fleck an der Basis des zweiten Gliedes kristallinisch, sonst achalicoderm.
f
s\