
Theoretisch überdecken sich diese Bilder nur in dem Falle, daß die optische Achse in die Schnitt-
ebene fällt (die meisten Landisopoden). Da kein Abstand zwischen den ordinären und extraordinären
Bildern in diesem Falle entsteht, fällt die Möglichkeit der Diplopie schon theoretisch Weg.
In den übrigen Fällen scheint keine Möglichkeit, keine Einrichtung in dem Omma zur Vereinigung
oder zur Elimmation der unnötigen Bilder gegeben zu sein, höchstens die eventuelle Totalreflexion
an der Grenze der Calcitschicht und des Chitins. Trotzdem dürfen wir keine Diplopie annehmen,
weil einerseits der Abstand der beiden Bilder so gering ist, daß er praktisch gar nicht in Betracht
kommen kann, anderseits weü die Rhabdome der Ommata funktionelle Einheiten darstellen, wodurch
die Diplopie "unmöglich gemacht wird.
Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß die Appositionsnatur dieser Augen zum Teil durch das
Vorhandensein der stärker lichtbrechenden Calcitschicht bedingt ist, da diese gegenüber äü n ü nW
Linsen o h n e Calcitschicht eine Verminderung der Brennweite verursacht. Die Fokusdifferenz würde
dadurch ausgeglichen, daß der perzipierende Teil des Ommas, das Rhabdom, dicht an das Hinterende
des Kristallkegels herangerückt ist.
20. Sonstige biologische Einzelergebnisse: 1. Die Inkrustation gewisser Copepoden besteht
n i c h t aus Calciumcarbonat. H - 2. Bei Tanaidaceen (Hexapleomera, Lepiochelia) war eine unvollständige
Konkreszenz des zweiten Thorakomers mit der Kopfregion nachweisbar. - I ß . Hyloniseus
riparius besitzt in den letzten Thorakomeren zwei neben dem Darm liegende Kalkreservekörper,
welche aus Vaterit bestehen. — 4. Bei Syspastm brevicomis wurde festgestellt, daß der neue Mosaikpanzer
bei der Häutung schon vor dem Abwerfen der alten Cuticula angelegt sein kann. - I s . Bei
Naesa bidentata wird die Faltenbildung an den Exopoditen der Pleopoden IV- Vals Folge einer kompensatorisch
funktionellen Hypertrophie aufgefaßt. — 6. Bei den Tanaidaceen und Amphipoden
wurden gewisse Regelmäßigkeiten in der Wiederherstellung des Panzers nach der Häutung ge-
funden. -H b . Es wurde eine neue Art der Tanaidaceen gefunden und eine neue Gattung aufgestellt
(Hexapleomera Schmidti n. g., n. sp.).
Zoologische Literatur1).
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| | | | S 2. Über die Struktur des Chitins bei Insekten und Crustaceen. Anat. Anz. Vol. 21. 1902. p. 485—490.
*) Hier ist nur die mit dem Thema unmittelbar zusammenhängende Literatur aufgeführt. Die übrige mit dem Thema nur lose
in Beziehung stehende Literatur ist in Fußnoten zitiert.
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