
v e r ra te n sc h a rfe , von eise rn em In s trum e n t h e r rü h re n d e S ch n ittsp u re n jü n g e re s A lte r,
w äh ren d a n d e re wieder die f ü r die Ju n g s te in z e it kennzeichnende B e h an d lu n g zeigen.
Ic h gehe gleich z u r B e sp re ch u n g d e r einzelnen A r te n über.
B ä r (Ursus arctos L.).
Diese A r t is t d u rch eine A n z ah l E ck z äh n e belegt, die, z. T. a n d e r Ba sis flach geschliffen
u n d d u rch b o h rt, a ls Schmuck v e rw en d e t wu rd en . Die m e isten befinden sich im
Rosgarten-Museum, 4 in d e r g rä flic h e n , e in e r in d e r Ü b e rlin g e r Sammlung.
Punktiert: steinzeitlich; schraffiert: bronzezeitlich.
Aus K. S c h u h m a c h e r (1899; Tafel I),
Originalskizze auf % verkleinert.
D a c h s (Meies ta x u s L.).
Vom Vorkommen d ie se r A r t le g t e in am E o sgarten-M useum a u fb ew a h rte r Schädel
Zeugnis ab (In v . N r. 1), dessen K ap s e l des H irn e s wegen geöffnet wurde. D e r In e isiv te il
u n d die F an g z ä h n e fehlen. Folg en d e Maße lassen sich noch feststellen:
Länge v. For. magnum—Gaumenrand 48 mm Breite d. Cond. occ. 32 mm
„ „ „ „ bis Stirnmitte 83 „ „ „ Hinterhauptsdreieckes 63 „
Breite a. d. Jochbögen 79 „ Länge d. letzten Molaren 15 „
„ „ „ Postorbitalforts. 37 „ Breite „ „ „ 12 „
(vgl. dazu die Werte von Nußdorf S. 71).
Vom F u c h s (Canis v u lp e s L.) is t ein U n te rk ie fe r e rh a lte n (Sammlung des A ltb ü rg e r m
e iste rs We b e r , Bodman), dessen Maße b e re its in d e r Z usamm en ste llu n g S. 6 m itg e te ilt
w u rd en .
B i b e r (Castor ftber L.).
I n d e r g rä fl. S am m lu n g befinden sich a u ß e r einem P a a r O b e rk ie fe rre s te n ein lin k e r
U n te rk ie fe r, im Kosgarten-Museum 3 r . u n d 2 1. U n te rk ie fe rä s te . Die In c is iv i fehlen
durchweg, sie fa n d e n v ie lle ich t tech n isch e V e rwendung, w o rau f die F u n d um s tä n d e in d e r
n eo lith isch en S ied lu n g am Sehreckensee (O.-Schwaben, m ü n d lich e M itte ilu n g v o n H e rrn
F o r s c h n e r - B i b e r a c h ) h inweisen. A n 4 U n te rk ie fe rä s te n ließ sich die L än g e d e r B a ck en z
a h n re ih e e rm itte ln mit: 35,8— 3ö 3(1,0- 36,5 mm (s. au ch S. 7, 54, 72).
E in z e ln e Schneide- u n d B a ckenzähne a u s den P fa h lb a u te n von Bodman befinden sich
noch am F rie d ric h s h a fe n e r Museum.
H i r s c h (Cervus e laphus L.).
A u ß e r einzelnen b e a rb e ite ten Sp ro ß en d en sin d 7 B a sa ls tüm p fe von A b w u r f s t a n -
g e n v o rh an d en , welch le tz te re offenbar e if rig g esammelt wurden. D a ru n te r befindet sich
ein S tü ck von k olossaler Größe (Taf. IV , Abb. 10). F e rn e r sin d e inige se h äd elverbundene
Geweihe bzw. Teile von solchen v o rh an d en .
A b w ü r f e :
Aufbewahrt in: Rosenumfang
Umfang
unte r. Mit-
telsproß
Auf bewahrt in:
Umfang
Rosen- unter. Mit-
umfang ^ |e |sproß
Eil Bodenseemus. Friedrichshafen ca. 30 cm — 5. ebendort, 8-Ender oder Kronenzehner 25,7 cm 1 17,7
(vgl. Taf. IV, Abb. 10) mit einer isolierten Perlbildung
auf dem Rosenstock
2. Bodenseemus. Friedrichshafen 20,0 „ 6. ebendort, Feldhacke 22 7 „ —
3. Gräfl. Sammlung, Bodman, 12-Ender 25,3 „ — 7. W e b e r ’sche Sammlung, Bodman, 1.8,2 „ 13,5
4. ebendort, 16-Ender 22,5 „ 16,3 mit Augen-, Eis-, M-Spross; Krone
fehlt
G e w e i h s t a n g e n m i t S c h ä d e l r e s t i f n :
1. W e b e r ’sche Sammlung 1 1 13,5 cm — 5. Rosgart.-Mus. 23,3 cm
2. „ „ l Gabler 13,8 ,; r — mit A.- und E.-Spr.
3. ■ 12,2 „ — : 6. Überlinger Mus. 21,5 „
4- 14-Ender 24,5 „ 15,2 mit Augen-, Eis-, M-Spross; Krone
fehlt
E s h a n d e lt sich also, abgesehen v o n den G ab le rn u n d dem A bw u rf N r. 7, um Geweihe
vo n k a p ita le n H irsch en , wie sie h e u te bei u n s se lte n z u r E n tw ic k lu n g kommen, weil ihnen
d e r L eb en sraum fe h lt u n d ih n e n e in v o rzeitiges E nde, gesetzt wird . Daß noch im 18., ja
A n fan g des 19. J a h rh u n d e r ts b e i u n s in f re ie r W ild b ah n H irsch e von d e r Größe u n sre s
A bw u rfe s N r. 1 gediehen, zeigt die Z usammenste llung P f i z e n m a y e r s v o n H irsc h geweihen
au s d e r b e rü hm ten Grä fl. v o n E r b a c h sehen S am m lu n g in „W ild u. H u n d “ ,
J a h rg . 1931, Nr. 15.
Son st is t vom S chädel noch e in U n t e r k i® f e r b ru ch stü ck v o rh a n d e n m it P 3 M 3,
das sich, wie die folgenden Stücke, in d e r g rä flic h e n S am m lu n g befindet. Die L än g en maß
e M l -B m 3 = 73 mm u n d M 3 = 31,5 mm (B re ite 14 mm) weisen a u f e in schwächeres,
wohl weibliches T ie r (vgl. die W e rte v o n Sipplingen, N u ß d o rf, U n te ru h ld in g e n S. 13).
E in U n te rk ie fe rb ru c h stü c k m it n ic h t beendetem Zahnwechsel befindet sich in F r ie d rich
sh a fen . L än g e P d m m 22,5 mm.
Vom Gliedmaßenskelett is t e in S ch u lte rb la ttg e le n k stü ck v o rh a n d e n m it G e lenkdurchmessern
v o n 44:45 mm u n d 37 mm H a lsb re ite ; fe rn e r e in D ista len d e vom Obe ra rm
(humerus) m it 53 mm g rö ß te r, 48 mm Gelenkbreite. E in F e rsen b e in (calcaneus) h a t eine
g rö ß te L än g e von 120 mm. 4 S p ru n g b e in e besitz en eine solche v o n 55—5 6—57*) u n d 57,5
Millimeter, was a u f s ta ttlic h e In d iv id u e n schließen lä ß t. S chließlich is t noch ein P ro x im a lende
vom M e ta ta rsu s m it 40 mm B re ite v o rh an d en .
E in seh r re ic h h a ltig e s M a te ria l v o n v e ra rb e ite te n Geweihen u n d Knochen au s dem
P fa h lb a u Bodman is t im Kosgarten-Museum u n d in Ü b e rlin g en a u fb ew ah rt. D ie g rö ß ten
Geweihbasalstücke sin d au ch h ie r in d e r Kegel zu F e l d h a c k e n v e ra rb e ite t, gelegent-
*) Dieses Stück befindet sich im Friedrichshafener Museum, die drei übrigen in der gräfl. v. Bodman’schen-
Sammlung.