
gezackt und tragen auf ihrer Oberfläche tiefe radiale Furchen. Die gruppenweise auftretenden sind
meist hypidiomorph oder xenomorph, mit Wachstumszonen.
Das schwarze Kreuz ist in der Regel schön, wenn aber Wachstumszonen vorhanden sind erscheint
es gestört, wie dies auf Fig. 2 der Taf. X gut zu sehen ist. Der Sphäritencharakter ist negativ.
Die Interferenzfarben sind lebhaft und hoch. Es ist auffallend, daß die Interferenzfarbe der peripherischen
Teile immer niedriger ist als die des zentralen Teiles. So z. B., wenn die Peripherie Strohgelb
W O. zeigt, ist das Zentrum Braungelb-Orange I. 0 .; oder aber, ist die Peripherie Rot-Violett,
so leuchtet das Zentrum in Himmelblau-Blaugrün II. 0 . Die Differenzen der Gangunterschiede
entsprechen ca. 150—200 w , woraus man schließen kann, claß es sich hier nicht um Scheiben,
sondern um diskusartige Gebilde handelt.
Sehr selten fand ich echte Sphäritkristalle mit schlecht entwickeltem BERTRAND’schem Kreuz.
Palaemonetes varians L e a c h .
Nur der Carapax zeigt eine geringe Amorphochalicose, sonst ist der Körper achalicoderm. Hier
und da sind zerstreute sekundäre Sphäriten sichtbar.
Palaemon Heringi O r tm .
Amorphochalicose ist in dem Carapax, pleonalen Tergiten und Epimeren, Antenne, Mandibel,
E ndit der ersten Maxille, Endopoditen der Kieferfüße (wenig!), Gehfüßen und Uropoden feststellbar.
Übrigens ist das Integument des Körpers (auch die Augencuticula) achalicoderm1).
Aegeon cataphractus Olivi.
Achalicodermie herrscht vor, mit äußerst geringer Amorphochalicose. Stellenweise kommen
sekundäre Sphäriten vor.
Nephrops norvegicus L.
Mir standen nur ausgeschnittene Stücke aus einem Exemplar zur Verfügung, und zwar ein An ge,
Antenne, Pleopod, Uropod und je ein Stück aus dem Panzer des Carapax, pleonaler Tergiten und
Seitenplatten. Der Panzer ist im allgemeinen sehr dick und sein Bau war ohne Schleifen nur an dem
Saum der Uropode für die mikroskopische Untersuchung zugänglich. Die Cuticula des Auges und
die Gelenkshäute erwiesen sich als achalicoderm, sonst war aber überall eine Morphochalicose feststellbar.
Auf Grund der bisherigen Erfahrungen können wir ruhig annehmen, daß es auch amorphkalkige
Stellen in dem Körper gibt, so daß wir mit vorherrschender Morphochalicose, partieller
Amorphochalicose und Achalicodermie zu tun haben.
An den durchscheinenden Teilen sieht man, daß der Panzer aus lauter Sphäriten besteht (Taf. XI
Fig. 1—2). Die Sphäriten sind polygonal, mit groben radialen Fasern und mit Furchen auf
ihrer Oberfläche. Wo sie durch Nachbarn nicht begrenzt sind, zeigen sie Fransen und oft fast dendritische
Verzweigungen. Die schwarzen Kreuze sind infolge des groben Baues oft unvollkommen,
gestört, geteilt oder schief. Sphäritencharakter negativ. Die Interferenzfarbe ist an dem Rand
so niedrig, daß sie kaum über Schwarz steigt und man muß zwecks Feststellung der Doppelbrechung
zu der Gipsplatte greifen. Nach innen steigt die Farbe sehr schnell, und an den Stellen,
wo die Sphärite unterscheidbar sind, erreicht der Gangunterschied 766 yfi. Noch weiter wird die
Schicht so dick, daß eine allgemeine weißliche Aufhellung auftritt. Sphenocyklen wurden nicht
beobachtet.
*) Ähnlich verhalten sich P. serratus F ab r. und P. xiphias Risso, jedoch habe ich sie nicht eingehend untersucht.
Da ich kein ganzes Tier untersuchen konnte, weiß ich nicht, ob nur diese sphäritische Struktur
bei Nephrops vorkommt, oder aber nebenbei auch eine aus Sphenocyklen bestehende. Deshalb teile
ich Nephrops keinem Typus zu; seine Zugehörigkeit bleibt vorläufig dahingestellt. Es ist gar nicht
ausgeschlossen, daß wir hier mit einem neuen Typ zu tu n haben, welcher vielleicht für die dick gepanzerten
R e p t a n t i a bezeichnend ist und zu welchem die von K e l l y und P r e n a n t untersuchten
Decapoden mit Morphochalicose gehören würden.
Munida bamffica P e n n .
Von dieser Art untersuchte ich ebenfalls nur Stückchen. Es handelt sich bei ihr um vorherrschende
Morphochalicose mit partieller Amorphochalicose und Achalicodermie. Die Augencuticula ist frei
von Kalk.
Der Mosaikpanzer besteht aus polygonalen, durch gerade Linien begrenzten Sphäriten, welche
einen sehr feinen radialen faserigen Bau zeigen. Die Interferenzfarben sind hoch, die schwarzen
Kreuze in der Regel sehr vollkommen. Sphäritencharakter negativ. Die Sphäriten erinnern lebhaft
an den Cymothoa-Typ. Sphenocyklen wurden nicht beobachtet.
Der wahre Bau des Panzers war an sehr vielen Stellen durch sekundäre Gebilde verdeckt, so
daß er manchmal überhaupt nicht kenntlich war. Diese Gebilde sind körnig oder rundliche, abgeplattete
Sphäriten, welche oft einen dunklen Kern haben. Meist sind sie undurchsichtig und nur hier
und da zeigen sie negative Kreuze. Es kommen auch Sphärokristalle mit BERTRAND’schem Kreuz
vor. Die sekundären Gebilde sitzen auf den linearen Erhebungen der Cuticula in geschlossenen Reihen
oder sie sind entlang diesen Erhebungen in Reihen angeordnet.
Die Zugehörigkeit von Munida bamffica bleibt vorläufig dahingestellt.
Pagurus arrosor H e r b s t .
Ich untersuchte nur den weichhäutigen Hinterleib dieser Art, um festzustellen, inwieweit er
kalkfrei ist. Zwischen gekreutzen Nicols sah ich keine Kristalle in dem Integument. Mit Salzsäure
behandelt entwickeln sich hier und da einige kleine Gasbläschen, jedoch in so geringem Maße, daß
die Cuticula praktisch als achalicoderm bezeichnet werden kann.
Die Cuticula des Hinterleibes ist sonst sehr dick und geschichtet. Die Schichten zeigen faserigen
Bau, die Fasern sind doppelbrechend. Die Richtung der Fasern ist in den verschiedenen Schichten
abweichend, was zwischen gekreuzten Nicols sehr gut sichtbar wird.
Bei den Decapoden haben wir also die folgenden Fälle beobachtet:
1. Vollkommene Achalicodermie: Pelagische Larven.
2. Vorherrschende Achalicodermie mit sehr geringfügiger partieller Amorphochalicose: Lucifer
acestra, Hippolyte Prideauxiana, Aegeon cataphractus, Athanas nitescens, Palaemonetes varians.
3. Vorherrschende Amorphochalicose mit partieller Achalicodermie: Peneus membranaceus,
Palaemon Heringi.
4. Vorherrschende Morphochalicose mit partieller Amorphochalicose und Achalicodermie:
Alpheus-Typ, Nephrops norvegicus, Munida bamffica.
Aus meinem sehr kleinen Material wage ich keine allgemeinere Schlüsse zu ziehen, da aber K e l l y
und P r e n a n t mehrere Gattungen und Arten in dieser Beziehung untersuchten, kann doch auf einige
Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Panzerbildung und Ökologie hingewiesen werden.
Die pelagischen Formen ( Lucifer, Peneus) sind entweder achalicoderm oder amorphkalkig. Die
litöralen nektonischen Formen (Hippolyte, Athanas, Palaemon, Palaemonetes) sind ebenfalls aphali: