
A u s den T e ilen d e r ä lte re n S ied lu n g lassen sich a u s den E llen g e len k en 7 In d iv id u e n ,
a u s d en 15 T eilen d e r u n te re n S ch ich t a u f G ru n d lag e d e r S c h u lte rb lä tte r 3— 4 T ie re
erre ch n en .
E s folgen n u n die Meßergebnisse u n d Ve rg le ich sw e rte fü r die einzelnen S k eletteile. Von
g ew a ltig en A u smaß en is t eine U n t e r k i e f e r s y m p h y s e (a) d e r ä lte re n Sied lu n g
(s. T a f. V, Abb. 13). Aus d e r V e rg le ich u n g m it den von P i r a * ) zu sammengestellten W e rten
ergehen sich fü r u n se r S tü ck m eh re re Maxima , wie a u s d e r folgenden T abelle ersich tlich .
E in e etwas sc hwächere S ym p h y se (b) vom Überlingersee, möglicherweise also au ch au s
S ip p lin g en , befindet sich in d e r P fa h lh a u a b te ilu n g des B reg en z e r Museums (Nr. 258).
a
b
(Bregenzer
Mus.)
Werte
(schwed.
b. Pi ra *)
.Torfmoore)
Länge d. Symphyse H B 105(118,5) 100—116 mm
Breite d. Symphyse 82 77 73—82 „
Höhe vor P 2 ca. 72 62,5 . 61—65 „
Durchm. G-Alveole 38,4 34 27—34 „
Entf. P 1—P 2 25 23 20—31 „
Entf. P 2—Alv. C
47
' , ^ r. : : 45
Entf. P 1—Alv. C
13
12
(Max.) :
D e r a u s d e r gleichen S ch ich t stammen d e lin k e H irn sc h ä d e lte il g e h ö rt wahrsch e in lich
zu dem gleichen T ie r, wie die eben besprochene S ymphyse. B re ite d e r Okzipitalschuppe
ca. 8 6m m (Maximum, bei P i r a 80mm). Höhe vom U n te r ra n d d. F o r. magn. bis Mitte
des Okzip ita lk am m e s 128 mm (Maximum). L än g e v. M itte d. Okzipitalkammes bis S tirn m
itte 118 mm (Maximum, wie bei P i r a ) . B re ite des Condyl. occ. 132 mm**).
Au ch d e r a u s d e r oberen S ch ich t stammen d e P r o c . j u g u l a r i s von 112 mm L änge
s tam m t v o n einem g ew a ltig en E x em p la r.
Ganze E b e rz ä h n e finden sich n u r sp ä rlich in u n sre n P fa h lb a u te n , d a sie me ist zu
Messerchen, S ch ab e rn , au ch A n g e lh ak en v e ra rb e ite t wu rd en , wovon Be legstücke in den
*) Dessen grundlegendes Werk wurde meist zur Vergleichung herangezogen.
**) Das K o n s t a n z e r Museum enthält einen Schädelrest von einem Wildeber aus Sipplingen, der durch hellere
Färbung gegenüber den frisch aus Torfschichten ausgegrabenen auffällt. Der Schädel ist vor dem Foramen infraorbitale
abgeschlagen. Es ließen sich folgende Maße feststellen, denen wieder Vergleichswerte von P i r a aus schwed. Torffunden
beigesetzt sind.
P i r a
Länge Hinterhauptssch. 105,5 mm 107—1Ì5:
— Stirnmitte
Jochbogenbreite ca. 170 „ 171—180
gr. Stirnbreite 134 „ max. 134
Breite d. H. Schuppe 78,4 „ » 80
Höhe d. Schuppe 107 „
(vom ob. Rand For. mag.)
Länge M 1—M 3 78,4 „ 82—89
Länge P3—M2 65 » 68—75
Länge M 3 42 „ 40—44
Breite M 3 24 u. 24,5 ,> | # ì s •
Tränenbein
Länge d. unt. Randes 51,5 „ 40—50
Höhe ca. 24 „ 19—23
v e rschiedenen Bodensee-Museen au fb ew a h rt sind. Die v o llstän d ig e ren S tü ck e ersche inen
me ist a ls a n d e r W u rz e l d u rch b o h rte Schmuckzähne.
U n te r dem ä lte re n u n d n euen S ip p lin g e r M a te ria l finden sich e inige zu Messern u n d
S ch ab e rn v e ra rb e ite te B ru ch s tü ck e sowie einige obere u n d u n te re H a u e r von m ä ß ig g roßen
E x em p la ren . E in e r v o n den le tz te ren (Rosga rt. Mus. N r. 473) b e sitz t bei u n v o llstän d ig e r
W u rz e l eine ä u ß e re Bogenlänge v o n 18 cm u n d ein en g rö ß te n D u rchm e sse r von 28 mm,
ein v e rh ä ltn ism ä ß ig schwaches S tück g egenüber dem z u r oben beschriebenen Symp h y se
gehö rig en m it 38,4 mm Durchm e sse r d e r Caninalveole.
S c h u l t e r b l a t t g e l e n k t e i l e ( s c a p u l a ) . Alle v ie r T eile stamm en a u s d e r
ä l t e r e n S iedlung, es sin d 2 lin k e u n d 2 re ch te , die zu 3 od e r 4 In d iv id u e n gehören.
E in S tü ck is t von g ew a ltig e r Größe (s. Taf. V, Abb. 16). E s b e sitz t G e lenkdurchmesser von
43:36 mm, eine H a lsb re ite v o n 45 mm u n d eine g rö ß te p ro x im a le B re ite v o n 58 mm und
s te llt m it diesen Maßen M ax ima vor. Die ü b rig e n S tücke besitz en ein en g rö ß ten Gelenkdurchm
e sse r v o n 30,5 mm (H a lsb re ite 25 mm), 29 mm (H a lsb re ite 24 mm) u n d 30,5 mm
(am H a ls te il abgebrochen). Be i einem re z en ten Vergle ich sstü ck u n s re r S am m lu n g sind
die en tsp re ch en d en W e rte 28 mm (H a lsb re ite 24 mm).
O b e r a r m ( h u m e r u s ) . E in e p ro x im a le E p ip h y se von 67 m m B re ite u n d e in P ro x
im a len d e m it n ic h t v o llstän d ig v e rw a ch s en e r E p ip h y s e v o n 65,5 mm B re ite sin d v ie lle
ich t a u f weibliche Wildschweine zu beziehen.
Zwei D ista le n d en m it 50 u n d 42 mm g rö ß te r B re ite geh ö ren sic h e r zum Wildschwein.
Von d e r S p e i c h e ( r a d i u s ) liegen 3 P ro x im a len d e n vo r, e in linkes m it 38 mm g rö ß te
r B re ite (Maximum, bei P i r a 37,5 mm) u n d zwei re c h te m it 35 u n d 34 mm B re ite gegenü
b e r 29 mm bei einem re z en ten Stück.
D ista le n d en sin d zwei v o rh an d en , a u s jed e r K u ltu rs c h ic h t eines m it je 46 mm g rö ß te r
B re ite . Das d e r ä lte re n K u ltu rs c h ic h t s tam m t v o n einem noch n ic h t e rwachsenen T ie r
(lose E piph y se ). Au ch dieser W e r t is t e in neues Max imum (bei P i r a 44 mm).
E l l e ( ul na) . Z u n ä ch st sin d zwei re ch te obere Gelenkstücke (a u n d b) v o rh an d en . Sie
besitzen eine Höhe des Olekranon am Gelenk v o n 50 u n d 54 mm u n d gehören, wie die V e rgleich
u n g m it re z en ten Stü ck en e rg ib t, sich e r zu g ro ß en E x em p la re n des Wildschweines.
S chw ie rig e r is t die B e u rte ilu n g , ob zum Wildschwein oder T o rf sch wein gehörig, b e i fü n f
we ite ren Stücken. E in linkes S tü ck (c d e r Tabelle) s tam m t von einem e rwachsenen T ie r.
E s is t entweder einem weiblichen Wildschwein oder einem g ro ß en E x em p la r des Torf-
schweines zuzurechnen. D ie S tücke d (li) u n d e (r) geh ö ren zu ju n g e n T ie ren , d a die d ista le
E p ip h y s e ab gefallen, die p ro x im a le noch n ic h t v o llstän d ig v e rw a ch sen ist. Die Messungen
sprechen fü r n ic h t erwachsene E x em p la re des Wildschweines. Zwei w e ite re S tü ck e sind
b e sch äd ig t u n d g e s ta tte n keine1 g en au e Messung. Sie sin d k r ä ftig e r als die b e iden v o r ig
en u n d d ü rfte n also au ch zum Wildschwein zu z ählen sein.
Im ganzen sin d es 4 re ch te u n d 3 lin k e Knochen, die a lle zum Wildschwein g ehören
können, wenn dies au ch n u r f ü r zwei (a u n d b) sich e r ist.
a b . ' c d I rez. $
1 (erw.)
rez. $
(3jähr.)
Höhe des Olekranon am Gelenk 54 50 38 36 41 41,5 37
Länge des Olekranon 57 57 61 60 56
Länge der Ulna 200 — — 201 205