
deS musivischen Sehens zu zweifeln. Da aber bei sämtlichen Erörterungen über dieses Thema ein
Umstand d. h. die Anwesenheit einer doppelbrechenden Schicht in der Augencuticula,' gar nicht
berücksichtigt wurde, müssen sich zukünftige Untersuchungen in dieser Richtung einsetzen um
darüber klar zu werden, inwieweit dieser Umstand zugunsten dieser Theorie auszunützen wäre. Dies
M H sich um so mehr, als es sich nicht um Ausnahmefälle handelt, sondern die doppelbrechende
Schicht der Augencuticula ansehnlichen Gruppen von Tieren zukommt.
Eine neue Gattung und Art der Tanaidaceen.
Hexapleomera gen. nov.
Der Generotypus der Gattung Tanais M.-Edw. 1829, Temáis Cavolmn M.-Edw., besitzt fünf
Hmterleibssegmente d. h. vier freie Pleomere und das Pleotelson, welches aüs 'dem fünften und
sechsten Pleomer + Telson besteht. In seinen grundlegenden Arbeiten beschreibt G. 0 . S ab s1) den
Hinterleib als aiÄ fünf Segmenten bestehend und da dieses Merkmal in der G a ttu n g ,s d ia g n o s e
aufgefulut wird, p aß t die letztere auf eine Eeihe von Arten gar nicht. Es gibt nämlich mehrere
iWims-Arten, welche emen sechsgliedrigen Hinterleib (fünf freie Segmente + Pleotelson) h ab en d ;
lese Arten scheide ich aus der Gattung Temáis aus und für sie stelle ich die neue Gattung Heäem
pkomera auf ). In der Benennung will ich zum Ausdruck bringen, daß der Hinterleib aus sechs
e ile n besteht, das Wort psqos wird also in seinem ursprünglichen und nicht im vergleichend-
morphologischen Sinne gebraucht. Die kurze Diagnose der neuen Gattung wird also lauten:
H a b i tu s Torems-ähnlich, a b e r d e r H in t e r l e ib b e s t e h t a g | fü n f S e gm e n te n u n d
em P le o te ls o n ; d r e i P a a r e v o n P le o p o d e n , u n d zw a r a n d e n d r e i e r s te n P le o n ie r e ir
U ro p o d em ä s tig . ’
Hierher gehören: (Tanais) Stanfordi R ic h a b d s o n , robustus M o o b e (testudinicola B o l l e o s )'
macrochéles N ic o l e t , gráciles H e l l e e , mvae-zealemdiae T h o m s e n , brasiliensis D a n a , Normcmi
R ic h a b d s o n Seurati N o b il i , WüUmoesi S t o d e b , bwsutus B b d d a b d , UtoraUs V a n h ö e b e n , Ohlmi
St e b e in g , abyssorum N ie e s t e a s s .
Generotypus: (Tanais) robustus Moobe, 1895 4).
Hexapleomera Schmidti sp. n.
Fu ndort: Golf von Neapel, speziell der Kriegshafen und der Hafen der Mergellina, wo die Art
m der Uferregion zwischen verschiedenen Algen lebt. Ich habe die Art mehrmals, zum ersten Male
am 12 Marz 1930, m dem mir an der Zoologischen Station zur Verfügung gestellten Algenmaterial
gefunden. Sie lebt m der Gesellschaft von Tanais Ccmlmwi M.-Edw. und LeptocheKa dubia Ke.
0 SiBS: Revision af gruppen: Bopoda ohelilera. (Areh. f. Math, og Natnrv. VH. 1881. p. 1 -5 4 spez p 21 )
N a t n r v ^ m r delIlaTetS to erteb ratfamla - ^ Saxisopoder.. (Arch. f. Math, „g
Sars: An Account of the Crustácea of Norway. II. Isopoda. 1899.. p. 11.
Zoo! VUi:i H i H E S K I B Deutechen S ü d p o le x p e d itio n 1901-1903. (Deutsche S ü d p o le ¿.ooi, VII. iyi4. ü . 4. p. 447—098, spez. p. 465.) x p e d itio n 1901-1903
1913 Ü 1 'I Notwenf ;gkf ¡ ¡ B Ausscheidung h at schon N ib o te a s s : „Isopoda chelifeia“ (Siboga-Expeditie, Monogr. XXXII a.
1913. ^pp. 56), spez. p. 2 1 -2 2 , hmgewiesen und die Wichtigkeit des Merkmales hervorgehoben.
IPmc « B W “™fö^ Ucks‘“ Ws°tri«>»M A rt der neuen Gattung. Siehe Moobe: „Tamis rolmstKS, a new species of Anisopoda.“
(Jrroc. Acad. Natur. Sei. Philad. 1894 [1895]. p. 9 0 -9 4 . tab. V.) ■ . . ^
Material: Zwecks Beschreibung standen mir mehrere Männchen und Weibchen, die letzteren
mit und ohne Marsupien, zur Verfügung. Die Typen sind in der Sammlung des Ungarischen Nationalmuseums
(Budapest) aufbewahrt, Aqu. Nr. 2059.
Ich benenne diese Art zu Ehren von Prof. Dr. W. J . S c h m id t (Gießen), weil ich sie im Laufe
meiner Untersuchungen über die Kalkeinlagerungen des Crustaceenpanzers mittels des Polarisationsmikroskops
entdeckte.
Verwandtschaft: Die neue Art gehört zu den Arten mit viergliederigen Uropoden, also H. ro-
busta M o o r e , testudinicola D o l l f . x) und litoralis V a n h ö f f e n 2), den problematischen macrocheles
N i c o l e t nicht gerechnet. Auf Grund der Chelipeden ist sie jedoch von allen verschieden. Mit litoralis
wäre sie schon auch wegen der Verbreitung schwer identifizierbar und die Arten robusta und testudinicola,
welch letztere nach V a n h ö f f e n und S t e p h e n s e n 3) mit robusta identisch ist, haben eine
abweichende Lebensweise.
Morphologisch steht H. Schmidti der robusta-testudinicola näher als der litoralis. Der Cheliped
der letzteren ist weniger ähnlich gestaltet, dagegen robusta-testudinicola zeigt ziemlich ähnlichen
Scherenbau. Das auffallendste Merkmal der H. Schmidti ist der starke Zahn am Innenwinkel des
unbeweglichen Fingers des Scherenfußes beim Männchen. H. robusta zeigt (siehe M o o r e , op. cit.
tab. V fig. 6) an dieser Stelle bloß eine schwache Erhebung, welche aber bei testudinicola (siehe D o ll-
f ü s , op. cit. fig. 2 c) zu einem Zahn wird und bei Schmidti eine exzessive Entwicklung erreicht. Die
drei Arten bilden sozusagen eine morphologische Reihe.
Die neue Art zeigt jedoch in der Form des Cephalothorax, Bewehrung der ersten Maxille, Be-
borstung des Scherenfußes, in den Längenverhältnissen der Antennulen-, Antennen- und Uropoden-
glieder genügende Unterschiede, um sie als neue Art zu beschreiben.
Beschreibung: L ä n g e des Körpers 3—4 mm. Habitus, Form und Größenverhältnisse des
Cephalothorax und der Segmente sind aus Fig. 4 ersichtlich. Die G ru n d fa rb e des Körpers ist
bläßweiß oder etwas gelblich, aber der Cephalothorax, thorakale und pleonale Tergite, beide Antennen,
Kieferfuß, Scherenfuß und ein Längsstreif in der Mitte der Bauchseite sind mehr oder minder dicht
und ausgedehnt blaugrau oder schwarzgrau pigmentiert. Die Pigmentierung ist eine h y p o d e rm a le
und sie wird am Cephalothorax, Tergiten und an dem Cheliped durch rundliche, ovale oder unregelmäßige
helle Flecken unterbrochen, so daß das Tier „marmoriert“ erscheint. Die hellen Flecken
sind nichts anderes, als die A n h e f tu n g s s te lle n der dorsoventralen Gliedmaßenmuskeln und zeigen
eine regelmäßige Anordnung, Symmetrie und segmentale Wiederholung, bieten aber offenbar kein
Artmerkmal, weil die Myologie der Gattungsgenossen kaum spezifische Unterschiede aufweisen wird.
Der Körper ist sonst an den Seiten spärlich behaart oder beborstet. Die beiden ersten Pleomere haben
an ihren Seiten einen mäßig entwickelten queren Haarkamm, welcher aber die Mächtigkeit ähnlicher
Bildungen mancher Tanais-Arten bei weitem nicht erreicht. Der dritte Pleomer h a t beiderseits ebenfalls
einen Haarbüschel. Betreffs des Baues und der Topographie des Mosaikpanzers siehe oben im
allgemeinen Teil.
A n te n n u le : Besteht aus einem dreigliedrigen Stiel und einer eingliedrigen Geißel, Längenverhältnisse
der Stielglieder von der Basis distal: $ 37 : 11 : 10, $ 23 : 10 : 6. Geißelglied lang
beborstet.
q Dollfets: M6m. Soc. Zool. France. XI. 1898. p. 37—38. fig. 2.
2) Va n h o f f e n : op. cit. p. 465—467. fig. 5.
8) St e p h e n s e n : Rep. Danish. Oceanogr. Exped. 1908—1910. I I. Biolog. 1915. p. 29.