
dunklen und häufig eckigen Kerne zu sehen sind (Textfig. 9). Aus der Zahl der Kerne läßt sich
folgern, daß die Auskleidung des Ausführungsganges von mehr als' einer Zelle bewerkstelligt Wird.
(Im Gegensatz zu der Trichterzelle der Ürodelen von N i e o g 1 u.) Es wollte mir aber niemals gelingen,
mehr als zwei Kerne der verdickten Hornschicht in einem Schnitt zu bekommen. Trotzdem ist es
nicht ausgeschlossen, daß an der Auskleidung des Ausführungsganges drei Zellen beteiligt sind, da
an der Oberfläche der Epidermis der Y-förmige Spalt von drei verhornten Zellen umgeben wird. Diese
Kerne kommen an den verschiedensten Stellen des basalen Hörnringes zu liegen und So kann man
sie immer wieder in verschiedener Lagebeziehung zueinander finden.
Textfig. 9. Querschnitt durch den Basalteil eines ge- Textfig. 10. Querschnitt durch den Beschlossenen
Ausführungsganges. Ok. 4. Via Xmmers. salteil eines offenen Ausführungsganges.
170 mm Zeichenapp. Ok. 4. 1jn Imniers. 170 mm Zeichenapp.
Im geschlossenen Zustand zeigt die basale Hornleiste eine mehr oder weniger deutlich ausgeprägte
viereckige Gestalt (Textfig. 9). Bei geöffnetem Ausfuhrungsgang wird das Viereck zu einem weiten
Bing ausgedehnt (Textfig. 10). Es muß sich bei dem Öffnungsvorgang um eine ziemlich große Kraft
handeln, die den verhältnismäßig so starken Hornxing auszudehnen vermag. Seine Bedeutung für den
gesamten Schließapparat als mechanische Befestigung und Stütze ist nicht zu unterschätzen. Dank
seiner Elastizität gibt er bei dem Öffnungszug nach, so daß keine Gefahr des Zerreißens bestehen kann.
Entsprechend der viereckigen Gestalt der unteren Homleiste ist auch die Gestalt des gesamten den
Innenraüm des Schließapparates auskleidenden Homüberzuges viereckig, was an schief geführten
Schnitten zu sehen ist (Taf. III , Fig. 21).
D i e S c h l i e ß - U n d H e b e n z e i l e n .
Was die Schließzellen selbst betrifft, so erscheinen sie an Elachschnitten als große halbmondförmige
Zellen; der längeren Achse des Querschnittes entsprechen die längeren Vierecksseiten der
basalen Homleiste (Textfig. 9 und Fig. 19). Nach unten zu werden die Schließzellen immer schmäler,
was auf Fig. 22 und 23 a zu sehen ist.
Um die Schließzellen legen sich schirmartig die Nebenzellen hemm, indem sie von diesen nur durch
Interzellularen getrennt sind. Um je eine Schließzelle scheinen drei Nebenzellen gruppiert zu sein,
die sich durch einen viel schmäleren Zelleib und durch eine kürzere vertikale Zellachse auszeichnen.
Sie erreichen aber eine sehr beträchtliche Länge in horizontaler Bichtung, so daß ihre Enden übereinandergreifen.
Aus dieser Nebenzellenanordnung ergibt sich, daß der Öffnungsspalt nur von den
beiden Schließzellen umgeben wird und daß die Nebenzellen eigentlich eine Schranke für eine allzuweite
Öffnungsmöglichkeit darstellen. Auch dieses bestätigt die Annahme, daß im Sehließapparat
den Schließzellen die größte funktionelle Bedeutung zukommt. Weitere Aufschlüsse über die Gestalt
der einzelnen Zellen geben Schnitte, die die Außenwand nur eines Schließpartners (Schließzelle und die
ihr entsprechenden Nebenzellen) tangential getroffen haben. Fig. 22 zeigt einen derart parallel
zur T,s.rmgg.oW einer Schließzelle geführten Schnitt. ESjggt zu sehen, daß die auf ihrem oberen Pol
ifolbig aufgetriebene löhließzelle nach unten zu sich wieder stark verjüngt. Von den beiden seitlichen
Nebenzellen ist- die rechte in der Mittig: getroffen, die linke dagegen an ihrem Ende angeschnitten;
sie läßt den Interzellularraum zwischen sich und der Schließzelle erkennen. Von der dritten Neben-
zelle schimmert nur der Kern durch. Es ist das die zweitgrößte Zelle im Schließapparat, sie umgibt
schirmärtig die Schließzelle.
wichtig ist der Befund, daß an der Absatzstelle der beiden seitlichen Nebenzellen eine Art Leiste
aüsgebüdet ist, so daß wieder an der Stelle, wo die Nebenzellen den Halszellen aufsitzen, eine mechanische
Befestigung' gegeben ist (Fig. 22, L e i).
Umsonst sucht man im oberen Teil des Schließapparates nach irgendwelchen spezifischen
Strukturen. Das Plasma der Schließzellen, wie auch der Nebenzellen, erscheint überall durchaus
gleichmäßig und; läßt bei starker Vergrößerung nur eine wabige Struktur zutage. treten (Fig. 19).
Wenn man dagegen den Schließapparat tiefer unten, etwa im Bereiche der basalen Hornleiste betrachtet,
so-weisen die Zellen eine mehrstrahlige Struktur im Plasma auf. Diese ist sehr leicht mit den hier
unten besonders prägnant auftretenden Interzellularbrücken, die den Interzellularraum rings um die
Hornleiste durchziehen, in Zusammenhang zu bringen (Fig. 24). Auch an der Grenzwand zwischen
den Schließ- und Nebenzellen sind feine Fädchen zu sehen, die von einer Zelle in die andere ziehen,
so daß ein strahlenförmiger Säum um die Schließzelle herum zustande kommt. Diese Tatsache scheint
mir von besonderer Wichtigkeit zu sein, d a s i e d o c h f ür n i c h t s a n d e r e s al s d e n innigen
Z u s a m m e n h a n g d e r e u - n z - e ln e n Z e l l e n d e s g a n z e u A p p a r a t e s s p r i c h t
u n d i h r e k o o r d i n i e r t ^ F u n k t i o n e r m ö g l i c h t .
Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß es sich hier um verbindende Interzellularbrücken
handelt, die einen regen-Stoffaustausch, gleichzeitig aber auch die Heizleitung vermitteln können.
Die Zellgrenzen der einzelnen Zellen sind nunmehr im Gegensatz zum oberen Pol des Sehließapparates
nicht mehr glatt, sondern gezackt, wodurch wieder ein Ineinandergreifen und eine nähere Beziehung
Ineinander betont wird (vergl. Fig. 24 m it Fig. 18). Zu dem, was oben über die basale Hornleiste
gesagt wurde, muß noch hinzugefügt werden, daß stellenweise mehr oder weniger breite Fortsätze
tief in .die Schließzellen hineinreichen, so daß diese auf den versteifenden Hornleisten in einer sehr
.charakteristischen Weise ausgespannt zu sein scheinen (Fig. 24). An diesen Hornleisten entlang
kommen auch die Interzellularspalten bis tief in die Zelle hinein und kommunizieren mit dem Inter-
zellularraum, der die Schließzellen umgibt.
Es kann nicht stark genug betont werden, daß diese au |||eb ig e Durchäderung der Zellen durch
Interzellularräume gerade an der Ansatzstelle des Schließapparates in viel stärkerem Maße als in
seinem oberen Teil ausgeprägt ist.
D e r ,g e s c h 1 o s s e n e A u s f ü h r u n g s g a n g.
Der Schließapparat', der mehr oder weniger fest geschlossenen Drüsen zeichnet sich durch sehr
turgeszente, flüssigkeitsreiche Zellen aus und fällt besonders im Gegensatz zu den benachbarten
Epidermiszellen durch viel ’hellere Färbung auf (Fig. 20; Taf. VI, Phot. 6). Aber auch innerhalb des
Apparates läßt sich häufig eine Abstufung in bezug auf die Helligkeit erkennen, indem die eigentlichen
Schließzellen heller als die Nebenzellen erscheinen (Fig. 19; Taf. VI, Phot. 8).