
links rechts
1. K i e f e r s t ü c k e mit M 3 oder dessen Fach 8 4
2. K. mit M l M 2, M 3 herausgeschlagen 1 2
3. einzelne M 3, in Gebrauch gewesen 1 2
4. K. mit M 1 -J- M 2, M 3 im Durchbruch 2 2
5. K. n ur mit M 1 -f- M 2 2 2
6. K. mit M l (M2 im Durchbr.)
7. K. n ur mit Milchmolaren
8. einzelne Pd 3
links rechts
1 2
2 1
1 2
17
D an a c h h a t also e tw a die H ä lfte d e r T ie re den Ba ckenzahnwechsel beendet, bei etwa
einem V ie rte l is t M 1 + M 2, jedoch noch n ic h t M 3 im Gebrauch, bei dem R e st is t das
Milchgebiß w enigstens teilweise noch im Gebrauch. Die g en au e Z ah l d e r In d iv id u e n
lä ß t sich wegen d e r s ta rk e n Z e rk le in e ru n g d e r K ie fe r n ic h t bestimmen, doch h an d e lt es
sich sic h e r um m eh r a ls 20 Tie re.
Da zu kommen a u s d e r ä l t e r e n S ied lu n g 5, von ebensoviel T ie ren h e r rü h re n d e U n te
rk ie fe rre s te m it Z äh n en od e r Z ah n fä c h e rn , 3 re c h te v o n erwachsenen, ein re c h te r u n d ein
lin k e r von jü n g e re n m it Milchgebiß.
Au s d e r A b raum sch ich t liegen a u ß e r einem lin k en u n d re ch ten U n te rk ie fe r m it Milchgeb
iß +• M 1 eine A n z ah l einzelner Ba ck en z äh n e v o n erwachsenen T ie ren v o r. Die Z ahl d e r
In d iv id u e n d ie se r S ch ich t na ch den g e fu n d en en B e ck en p fan n en mu ß jedoch m indestens
5 b e tra g e n h aben. So w ü rd e m an a u f eine Gesamtzahl au s a llen 3 Schich ten von 30— 40
T ie re n kommen. (Dieser B e stan d lä ß t sich au ch a u s d en E x trem itä te n re s te n erre chnen.)
Be i 3 K ie fe rh ä lfte n sin d v o llstän d ig e B a ck en z ah n re ih en e rh a lten . E s lassen sich d a ra n
folgende Maße fe stste llen (a—c), d enen ich noch die G renzwerte f ü r 13 einzelne letzte
B a ck enzähne (M3) h inzufüge:
a b c einz. M 3 W e t t s t e i n
(Zürich)
H e s c h e l e r
(Wauwil)
Länge P 1—M 3 141 123 140 M H 121—143 142 141
P 1—P 3 48 46 49 _ 51 51
„ M 1—M 3 91 80 92 m m 88 90
„ M 3 38 33 40 33—40
(M 37,5)
34—42 ■ • tt- ■ — .
Höhe d. Astes vor P 1 36 41 34 ■ — - g jll ji ls ■ 1
Höhe d. Astes hinter M 3 BBI 61 64 _ 63 64
H e s c h e l e r R ü t i m e y e r R ü t i m e y e r S c h o e t e n s a c k
(Wauwil) rez. Friesl. _ rez. Simmentaler Mittelrhein, neol.
130 150 151
— 50 55 51,5
72 — — _
41 39 37 u. 39
61 42 —
84 71 —
U n s e r M a te ria l lieg t in n e rh a lb d e r von W e t t s t e i n fü r den Z ü ric h e r A lp en q u a i
(Bronze) angegebenen Grenzwerte, doch w a r es im D u rc h s c h n itt g rö ß e r, wie au ch alle
Ve rg le ich u n g en d e r Gliedmaßenknochen e rgaben. Bessere Ü b e re in stim m u n g b e s teh t m it
H e s c h e l e r s Messungen des W auw ile r n eolithischen Ma teriales.
A u ß e r B ru ch s tü ck en des h o rizo n ta len Aste s w u rd en noch 15 des au fste ig en d en Astes
m it dem G e lenkteil gefu n d en . D avon stamm en 10 a u s d e r oberen, 5 au s d e r u n te re n Schicht.
D e r E rh a ltu n g s z u s ta n d is t m e ist schlecht u n d g e s ta tte t kein e g en au e re Vergleichung.
Ic h füge noch e inige Maße fü r das M i l c h g e b i ß (s. Taf. X I I , Abb. 5 4 a u n d b) bei,
von denen sich N r. 14 a u f die u n te re Siedlung, N r. 15 u n d 16 a u f die A b raum sch ich t, alles
ü b rig e a u f die obere Sied lu n g bezieht.
Alv.-Länge größte Länge Länge Pd 3 Abnützung Ausbildung
Pd 1—Pd 3 P d 3 a. Kronenbasis d. Pd 3 d. Nebensäulen
1. 57 30 27 stark abgekaut
2. 60 28 27,5 „
3. _ 32 28 „
4. 34 26 gering sehr kräftig
5. _ ■ 34,5 26 „ nur hintere entwickelt
6. 59 34 27 ? ?
7. 63 34,5 28 gering sehr kräftig
8. 57 32 25 (erst halb durch- sehr kräftig
9. 64 37 — gebr.) u b b
10- _ 32,5 27 mäßig kräftig
11. ’ _ 31 27 stark abgekaut
12. 57 — — nur Alveolen • . — v ■
13- . 55 30 25 beschädigt — '
14. 58 32 28 mäßig kräftig
15. 59 — nur Ah eolen IBHB
16. B - 35 28,5 mäßig kräftig
Grenzwerte: 55—64 mm 28—37 mm 25—28,5 mm
Mittel: 59 mm (vom Alter bezw. der
Abnutzung abhängig)
Anhangsweise bespreche ich noch einige Unterkiefer von Sipplinger Rindern aus älteren Aufsammlungen. Am Rosgartenmuseum
in K o n s t a n z befinden sich ein Paar Unterkieferhälften (a u. b) von einer stattlichen — mit „fronfostts“
bezeichneten — Rasse (Mus. Nr. 22 u. 23). Die hellere Farbe der Kiefer, ihre — abgesehen vom Verlust der Incisivi —
gute Erhaltung u. die Paarigkeit lassen ihre Herkunft aus dem Pfahlbau unsicher erscheinen. Ferner ist dort vorhanden
(c) ein Unterkieferbruchstück (Mus. Nr. 28) mit den letzten 3 Backenzähnen (M l—M3). Es ist als zu Bos brachyceros
(Torfrind) gehörig bezeichnet, ist jedoch für diese Rasse zu groß.
Ein vierter Unterkieferrest vom Bodensee mit vollständiger Backenzahnreihe (d) befindet sich im Vorarlberger
Landesmuseum zu Bregenz (Mus. Nr. 384). Er ist mit „Wisent“ bezeichnet, dies kann schon wegen der geringen
Dimensionen kaum zutreffen. — Endlich enthält die Stuttgarter Sammlung ein Paar Unterkieferhälften (e und f)
mit der Aufschrift „Sipplingen 1868“ bzw. „S. 1869“ und dem weiteren Zusatz „der gemeine Stier, fronlosus-Rasse“. Die
Kieferhälften befinden sich unter anderen Pfahlbauknochen von Nußdorf bei Überlingen. Der Erhaltungszustand ist ähnlich
wie vom Konstanzer Paar, doch ist dieses erheblich größer. Die Abtrennung des aufsteigenden Astes des einen Stückes unterhalb
des Gelenkfoitsatzes vermittelst eines scharfen Instrumentes erinnert vielmehr an heutige Metzgerarbeit als an die
der Pfahlbäuer. Ich halte dieses Stuttg. Paar für neueren Datums.
Ich gebe im folgenden die Maße der eben besprochenen 6 Kieferreste in mm:
Konstanz
a b
c
Wisent?
Bregenz
d
Stuttgart
e f
Länge P 1—M 3 150 152,6 144 1 142 139 mm
Länge M 1—M 3 95 95 96 92 88 88 „
Länge M 3 37,5 36,6 39 37,5 35 36 „
Breite M3 14,5 13,3 18,7 14,5 15,7 15 ,»
ganze Länge
(Winkel — vord. Incisivalv.)
ca. 380 ca. 382 M i ca. (350) ca. (350) mm
größte Dicke 28,5 28 B 28,5 27,5 mm
Höhe hinter M 3 73 73 67 62 62
Höhe vor P 1 36,5 35,5 31 33 31
a und b stimmen annähernd mit R ü t i m e y e r s Werten für rezenten Simmenthaler überein, d—f schließen sich
unsren obigen Werten von Sipplinger Rindern an. c erinnert an den Wisent, obschon die Unvollständigkeit des Stückes
die sichere Zuordnung zu diesem nicht gestattet.