
Wie ernähren sich nun die Larven ?
Sie erhalten die Nahrung durch die pflegenden Hummeln, und zwar entweder um
mittelbar von dem Orte der Tracht, oder aus den aufgespeicherten, aus Honig und Brot Bestehenden
Vorräten. Nach dem Ausschlüpfen der jungen Hummeln aus den Kokons werden
nämlich diese letzteren mit Vorräten angefüllt.
Das erstere (d. h. die Ernährung direkt Vom Orte der Tracht) geschieht auf -sehr
einfache Weise:. Nachdem dipfHummel mit Honig angeflogen gekommen ist, sucht si#/4ich
ein passendes. Näpfchen aus,BKi welches' sie Kopf und Brust versenkt. Nachdem||§e so
lange verweilt hat, wie nötig ist, um die Beute abzuladen, fliegt sie fort, um eine neue
Tracht zu holen.
Mit dem Brote geht die Sache etwas anders vor sich. Nachdem die Hummel mit
demVorrat von Blütenstaub an den Beinen zurückgekehrt ist, läuft sie unruhig auf den Waben
hin und her, indem sie. einen Platz lich t, um ihn abzuladen, da das Brot nicht nur in
Näpfchen, sondern auch in Zellen gesammelt wird; es wird endlich auch direkt am FußJ
der Eierzellen abgelegt, wie wir dies später sehen werden. Nachdem die Hummel einen
passenden Ort aufgesucht hat, z. B. ein Näpfchen, so wendet sie sich demselben in der
Weise zu, daß sie die hinteren Beine in dasselbe versenken kann. Wenn di<ss geschehen ist,
IgEtreift, sie^icht mit den arideren Beinen d#
^ mitgebrachten Vorräte von Nährmaterial ab.
l lkl! ^le ^ zeigt uns ein hinteres Beinchen
; "-einer Hummelarbeiterin mit einem Vorräte von
Brot, die Fig. ^ endlich' das: Brot selbst, wie
■ es deponiert wurde.
Fig. 66.
Nachdem die Hummel ihre Arbeit verrichtet hat, trippelt''sie einige Zeit lang neben
dem Näpfchen auf und ab, reinigt sich sodann mit den Beinen und fliegt nach neuen Vorräten
davon. Eine andere Hummel tritt an das Näpfchen heran, beugt sich iri äälselbe
hinein und müht sich damit ab, die mitgebrachten Vorräte an Brot zu kneten und sie zii
ordnen. Das Resultat dieser Arbeit ist ganz nichtig, wie auch die Arbeit selbst, allein der
Bemühungen der Hummel, ihres Gefuffs in dem Näpfchen und deä Herumtretens in dR en
Mmgebung ist kein Ende. Überhaupt bietet das Inordnunghalten der Brotvorräte in den
Näpfchen eines der auffallendsten Beispiele für das Mißverhältnis zwischen Aufwand an
Zeit und Arbeit einerseits und den dabei erzielten Resultaten andererseits.
Es erübrigt noch hinzuzufügen, daß nicht alle Hummeln: Brot sammeln und daß dies
nicht zu allen Zeiten geschieht; dazu gehören besondere Antriebe nicht: nur da, wo das Brot
gesammelt wird, sondern auch im Neste. Wenn z. B. infolge anhaltender Regengüsse die
Larvenzellen ohne Nahrungsvorräte bleiben, äfi bieten am ersten sonnigen Tage die Wiesen
ein lebhaftes Bild der Brotvorräte sammelnden Hummeln. Stellt man sich zu dieser Zeit
über an ein Nest, so kann man beobachten, wie eine Hummel nach der anderen mit Vorräten
dahin zurückkehrt. Zu anderen Zeiten werden überhaupt keine derartigen Vorräte angelegt,
sondern die Hummeln sammeln ausschließlich Honig. Sehr interessant pflegt dieses
Einsammeln in der Periode der Entwickelung von Weibchen zu sein. Überhaupt sind die
Zellen gegen Ende Juli und Anfang Augüst meist von Honigvorräten überfüllt, besonders
wenn das Wetter der Tracht günstig ist.
Ich habe bereits gesagt, daß die Hummeln, wenn sie mit einem Vorrat von Brot an
den Hinterbeinen in das Nest geflogen kommen, denselben bisweilen direkt zu den Larvenzellen
p.p.
tragen. Dabei bewegen sie sich lebhaft
(wie immer) auf den Waben hin und her,
indem sie einen Platz suchen, wo sie dasselbe
ablegen könnten. Beobachtet man sie zu
dieser Zeit, so sieht man unschwer, daß dieses
Brot entweder direkt an der Basis der Eierzellen
und Larvenzellen oder in besondere
Wachszellen abgelegt wird, welche von den
Hummeln an diesen wie an jenen angebracht
werden. Auf der Fig. 68 kann man (in sehr
vergrößerter schematischer Darstellung) sehen,
wie das Nährmaterial in die Eierzelle mit
deren fortschreitender Entwicklung eingeführt
wird. A — stellt den Moment dar, wo das
Nährmaterial ppt nur an der Basis der Eierzelle
pi angehäuft wird. B — den nachfolgenden
Moment: ppx ist zum Teile bereits in die
Höhlung der Eierzelle eingebracht. C ^ der
Vorrat an Nährmaterial pp! befindet sich schon
in dem Inneren der Larvenzelle, wobei die
Größe der Larven schon so bedeutend zugenommen
hat, daß die die Larvenzelle umschließende
Wachshülle von dem in das Innere
der Larvenzelle eingeführten Nahrungsvorrat
bereits etwas nach vorne gedrängt ist. Zu
. 68.
dieser Zeit wird an eine ihrer Seiten ein neuer
Vorrat von Brot, pp2 herangebracht und auf dieselbe Art und Weise in das Innere geschafft,
wie dies auf derselben Figur dargestellt ist. Die Zeichnung E zeigt uns den Moment,
wo der Vorrat von Brot an zwei Stellen ziemlich tief am Boden . der Larvenzelle untergebracht
wird. Um diese Zeit ist die Wachshülle derselben aus bereits oben angeführten
Gründen bedeutend dünner geworden. ^ ^
Bisweilen wird das Brot wie übrigens
auch der Honig ^ nicht direkt an der Basis
der Eierzelle, sondern in besonderen Wachszellen
abgelegt, welche neben diesen angelegt
P P z
sind und worin diese Vorräte, wie wir auf der
Fig. 69 sehen, ^angesammelt werden. Weiter
unten spreche ich eingehender über derartige Zellen. Hier will ich nur mitteilen,
mit ihrer Öffnung bisweilen nicht nach oben, wie dies gewöhnlich der Fall ist,
nach der Seite zu gerichtet sind. Einen solchen Fall sehen wir auf der etwas vergrößerten
Fig. 69: cel — die Zelle, an deren Boden sich das Brot pp2 befindet; lar — die LarvenFig
daß sie
sondern