
im Grunde genommen nur für^ach selbst, ohne Bezugnahme auf andcre.jji)ay bei der. gemeinsamen
Arbeit hindern die Hummeln s ieh so,gar g ^ e n s e i t ig , die: Arbeit., so
auszuführen, wie eine jede von ihnen s^ fü r sich gemacht hätte,, und zwar, um so stärker,
je größer die Zahl der gleichzeitig arbeitenden Hummeln ist. Wenn nämlich eine Hümmel
irgend eine Arbeit aus, Wachs herstellt, so:.schleppt sie zwar .im allgemeinen Stückchen,
dieses Materiales aus der Umgebung herbei; gelegentlich aber bricht:iie dasselbe irgendwo
abseits der Stelle, wo sie arbeitet, vom Dache ab ' oder aber von einer alten Zelle u f f w..
Doch habe ich nie gesehen, daß eine Hummel 'zu diesem Zwecke ihre eigene'Arbeit oder
den Wachsaufbau über einer Honigzelle zerstört'hätte: letztere werden von den Arbeiterinnen,
niemals angerührt. B : So: kommt es,,: daß die Hummeln, d{||den Vörsprung F. GiS;! verfertigen,
durch Abbrechen von Wachs die Kcike bei: D zerstören; diejenigen Individuen:
dagegen, die b.ei ■ D ,F. gearbeitet hatten, nehmen sifth Wachs von anderen Stellen, auch
von F. G. C.
Das Resultat einer derartigem „gemeinsamen A rb e it “ ^ : leicht verständlich: wenn
an dem Dachabschnitte F G C zehn Hummeln, an dem Abschnitte ED J dagegen nur fünf
arbeiten, so wird ersterer zwar langsam, aber immerhin ¿.scher fortschreitenpllller zweiteg
und der Bau wird -sich ans A B CD in A E F G S D verwandeln: gleichsam die mittlere
Proportionale aller Einzelbestrebungen’;äer arbeitenden Individuen.
jDen Ausschlag gibt in jedem gegebenen Momente die Mehrzahl der, Arbeitenden;
was jedoch nicht etwa dadurch erreicht wird, daß die Individuen dWr Ma^irität irgend
welche Vorzüge vor denen der Minoritäf’ lj|g§iien: alle Hummeln sind vielmehr in gleichem
Maße unerfahren (indemgje diel# Arbeit unter den gegebenen lokalen Bedingungen alle
zum ersten Male ausführen) und können auch, in gleichem Maße einer Anleitung entbehren
(indem:-sie. dazu befähigt sind, diese Arbeit sofort nach dem Verlag ■ /eile und bei
völliger Isolation zu leisten). Der Grund für den Eintritt einelS mittleren Resultates liegt
einfach darin, daß, stärkere- S chw an ku n g )^ Instinktes...— als extreme Fälle nur
bei der Minderheit beobachtet werden; jS e Mehrheit dagegen besitzt Instinkte, mittlerer
Ausbildung, deren Wirkungen daher iw). die vorherrschenden ijg|schemen.
ich will dies durch folgendes Beispiel aus der Geschichte der Spinnen klarzümachen
suchen. Trochösa singorius baut Gänge, deren Tiefe ziemlich beträchtlichen Schwankungen:
unterliegt'. Wir können die ungleichen Längenmaße etwa in folgender Weise gruppieren.1
5 Individuen bauen einen Gang von 18 cm Tiefe.
10 » » » i- ,,, 22 „ . „
: i?° ü.. : m „ ., „ 26,5 ,. ,,
. „ 31
20 - - - - . « 35,5 „
10 ” » » »■ » 4 ° „ „
5 „ „ „ „ 44,5 „
Man erkennt, daß diejenige Tiefe, die von der Mehrzahl eingehalten wird, d. h. etwa
31 cm, ziemlich genau der mittleren Gangtiefe entspricht.
Eine im psychologischen Sinne durchaus übereinstimmende Erscheinung sehön wir
auch in . der Tätigkeit der Hummeln bei der Anfertigung des Wachsdaches und anderen
„gemeinsamen“ Arbeiten.
Wodurch wird denn nun die Tätigkeit eines jeden Individuums — außer dem allgemeinen
Instinkte: — im sp e z ie llen geleitet? — Hier kommen äußere Faktoren und
unter diesen zunächst die G röß e des a rb e iten d en Individuums in Betracht.
Beobachtet man die Arbeit der Hummeln, so wird man freilich auf den ersten Blick
nicht nur keine Abhängigkeit zwischen der Größe ihres Körpers und der produzierten
Arbeit bemerken, sondern sogar den Eindruck bekommen, als ob eine solche durchaus
nicht bestünde. Fig. 108 zeigt uns das Bild einer solchen Arbeit, von oben gesehen;
c.ce stellt die Wachsdecke dar. Die arbeitende Hummel sitzt nicht etwa auf der Fläche
des Daches (weder oberhalb noch unterhalb), sondern hält sich an dessen freiem Rande bs
fest. Auf diese Weise kommt die. Hummel während der Arbeit gar nicht mit den Waben
in Berührung, und es hat den Anschein, als könnten dieselben keinen Einfluß auf die
Arbeit der Hummeln haben.
Fig . 108. Fig. 109.
Richtet man sein Augenmerk jedoch nicht allein darauf, wie die Hummel in dem
betreffenden Momente arbeitet oder vor einer Stunde gearbeitet hat u. s, w., sondern vielmehr
darauf, wie das Dach en d g ü ltig , nach vielfacher-Umgestaltung aufgeführt wird, so bemerkt
man unschwer, daß die Entfernung des Daches von den Waben, wie dies aus Fig. 109 A,
B und C hervorgeht, fast die ganze Zeit über die gleiche bleibt und den Dimensionen
der jew e il ig a lle r g rö ß te n A rb e ite r in gleichkommt. Das Dach zeigt Krümmungen
(a—b, Fig. C), welche in gewissem Grade den Krümmungen der Wabenoberflächen (axbx)
entsprechen; zuerst steigt es an, entsprechend der. Steigung der Waben (Fig. 109A c.ce),
um sich darauf entsprechend der Senkung der Waben wieder zu senken (Fig. C).
Von dieser Regel kommen sowohl scheinbare als auch wirkliche Abweichungen vor.
Ersteren Fall sehen wir auf der Fig. 110. Wird der Wachsbau (c. ce.) längs der vegetabilischen
Schicht des inneren Nestes N. i. aufgeführt, so bewegen sich die Hummeln mit dem Materiale
für den Bau nicht auf den Waben, söndern auf dem Dache selbst fort. Infolgedessen tritt
das Dach bald direkt an die am meisten hervorspringenden Kokons (coc) heran und findet
an ihnen einen Stützpunkt, indem es an ihnen befestigt wird, bald entfernt es sich, indem
es der Hülle des inneren Nestes (N.’ii) folgt, so weit von der Oberfläche der Waben (ga),
daß jeder Zusammenhang zwischen beiden ganz verloren geht.
Folgende andere Abweichung von der erwähnten Regel habe ich bei Hummeln in
der Gefangenschaft beobachtet. Die Wabenmasse (Fig. in , m.g.) war in einer Kiste, nahe